Montag, 27. April 2009
Der Galopper der Woche: Sacho
63 Starts, 12 Siege, Gewinnsumme 254.205 Euro: Der 11jährige Sacho gehört schon seit Jahren zur erweiterten Spitzenklasse der deutschen Sprinter. Jetzt folgte Sieg Nummer 13: Der 11jährige Wallach des Stalles Saarbrücken siegte im Kölner Frühjahres-Sprintpreis, einem Listenrennen über 1200 Meter, und wiederholte damit seinen Vorjahreserfolg. Verdienter Lohn waren 12 000 Euro.
Aus der günstigen Startbox 2 hatte Jockey Daniele Porcu den Dashing Blade-Sohn immer im Vorderfeld placiert. Etwa 100 Meter vor dem Ziel zog Sacho am tapfer kämpfenden New Fan vorbei, im Ziel hatte er eine dreiviertel Länge Vorsprung vor Shinko’s Best und New Fan. Die Wetter hatten den Wallach ziemlich unterschätzt, 104:10 gab es auf Sieg.
Sacho ist auch ein Kompliment für die Arbeit seines Trainers Wilfried Kujath. Jahr für Jahr schafft es der Frankfurter Trainer immer wieder, den Wallach siegfertig vorzustellen.
Dabei war er im Gegensatz zu vielen anderen Dashing Blade-Nachkommen eher spätreif. Zweijährig nicht gelaufen, blieb er dreijährig bei sieben Starts sieglos, war aber bereits viermal placiert.
2002 kam der Durchbruch: Bei zehn Starts war der Kujath-Schützling fünfmal erfolgreich und steigerte sein GAG von 64,5 kg auf 91,5 kg. Seitdem hat Sacho mindestens ein Rennen pro Jahr gewonnen.
Alter schützt dabei vor Leistung nicht. Mit 11 Jahren gehört Sacho zu den Senioren auf der Rennbahn. Wobei Sprinter oft lange erfolgreich laufen: So sind Key to Pleasure (9 Jahre) und Shinko’s Best (8 Jahre) seit Jahren Stammgäste in den guten Rennen für die ganz schnelle Brigade. Und Takeover Target aus Australien, einer der weltbesten Sprinter, zählt auch schon 10 Jahre.



Zittersieg für Derbysieger Kamsin
Kamsin siegt mit viel Mühe, Ostland enttäuscht, Liang Kay gewinnt souverän – drei führende Pferde des Jahrgang 2005 liefen am Sonntag auf der Galopprennbahn in Köln mit recht unterschiedlichem Ergebnis.
Alle Augen im Weidenpescher Park richteten sich auf den Derbysieger Kamsin, der im Gerling-Preis (Gruppe II) uber 2400 Meter sein Jahresdebüt feierte. Mit 15:10 stand er eindeutig in der Favoritenrolle, doch richtig überzeugen konnte der Samun-Sohn trotz seines Erfolges nicht.
Wie im Derby wollte Jockey Andrasch Starke das Rennen von der Spitze diktieren. Das gelang über weite Strecken, doch Mitte der Geraden sah es nach einer Sensation aus, als der 223:10 Außenseiter Dwilano mit Norman Richter im Sattel an Kamsin vorbei zog. Doch der Schiergen-Schützling bewies Kampfgeist und siegte am Ende mit eineinviertel Längen Vorsprung.
Dennoch wirft die Form einige Fragezeichen auf. „Er ist in der Form seines Lebens“, sagte zwar Dwilanos Trainer Peter Remmert gegenüber GaloppOnline. Zuletzt war er Vierter im Grand Prix-Aufgalopp (Gr.III) in Köln. Natürlich unterschätzen die Wetter den Hengst am Toto als letzten Aussenseiter sträflich, doch waren seine Leistungen bislang weit von Gruppe II-Erfolgen entfernt. Auch eine Klasse tiefer, in Listenrennen, blieb er erfolglos. Zudem gilt Dwilano als Spezialist für 2000 Meter und weichen Boden.
Nicht weit geschlagen war zudem Shawnee Saga. Auch diese Form wertet Kamsins Leistung nicht gerade auf. Der vierjährige Hengst war beim letzten Start 10. in einem Listenrennen im französischen Longchamp und hatte sich 2008 bereits einige Male ohne Erfolg in dieser Klasse vorgestellt. Zuletzt erfolgreich war Shawnee Song, der von Werner Baltromei in Mülheim trainiert wird, am 13. Juli in einem Ausgleich B im französischen Chantilly.
Natürlich war es Kamsins erster Start nach der Pause und dürfte er den Lauf noch gebraucht haben, aber etwas deutlicher hätten die Abstände schon sein können.
Die Enttäuschung des Rennens war der Derby-Zweite Ostland, der als Letzter ins Ziel kam. Ostland hatte zuletzt den Grand Prix-Aufgalopp nach Kampf gegen Ambassador (dem diesmal die 2400 Meter eindeutig zu lang wurden) gewonnen, fand aber im Gerling-Preis nie ins Rennen.
Sogar als Favorit im Derby 2008 startete Liang Kay. Das Pferd aus dem Stall von Trainer Uwe Ostmann lief als Vierter in Hamburg auch ein gutes Rennen, doch zeigte sich, dass sein Stehvermögen für 2400 Meter nicht ausreicht. Liang Kay gewann danach hochüberlegen das Fürstenberg-Rennen (Gruppe III) über 2000 Meter – auch wenn die Konkurrenz nicht gerade international hochklassig war. Jetzt folgte das Jahresdebüt in der Excelsior Hotel Ernst-Meile, einem Listenrennen. Und es wurde ein souveräner Erfolg: Mühelos zog das Pferd des Stalles Emina am lange führenden Black out vorbei, am Ende hatte Liang Kay zwei Längen Vorsprung vor Abbashiva; Jockey William Mongil musste ihn nur bei Laune halten.