Montag, 17. August 2009
Der Galopper der Woche: Goldikova
Ich gebe ja zu, dass der französische Rennsport bei mir etwas nebenher läuft und ganz klar der Fokus auf den englischen und deutschen Rennen liegt. Da entdeckt man manchmal außergewöhnliche Pferde etwas spät: Goldikova fiel mir erst auf, als sie die Breeders Cup Mile Ende 2008 in Santa Anita in den USA gewann.
Zweifelsohne ist die Stute das überragende Pferd in Europa auf der Meile. Das stellte sie am Sonntag im Jacques Le Marois in Deauville mal wieder eindrucksvoll unter Beweis. Hochüberlegen siegte die Anabaa-Tochter gegen den Engländer Aqlaam und auch der Schlenderhaner Irian, erfolgreich im deutschen Mehl-Mülhens-Rennen, hatte nicht den Hauch einer Chance.
13 Starts, 9 Siege, 2 zweite Plätze, einmal Dritter lautet die beeindruckende Bilanz von Goldikova, die trainiert wird von Freddie Head und die berühmten blau-weißen Wertheimer-Farben trägt. Bei allen Erfolgen ritt sie Olivier Peslier, seit Jahren einer der besten französischen Jockeys.
Dreijährig stand die Wertheimer-Stute noch etwas im Schatten einer anderen Ausnahmestute: Im Poule D’Essai Des Pouliches, den französischen 1000 Guineas, war sie Zweite hinter Zarkava, im Prix De Diana belegte sie Rang 3 – die Siegerin hieß wiederum Zarkava.
Nach diesem Versuch über die längere Strecke gingen die Verantwortlichen auf die Meile zurück. Das zahlte sich aus: Goldikova gewann vier Mal in Folge, davon drei Gruppe I-Rennen. Höhepunkt war der Erfolg gegen die weltbesten Meiler während des Breeders Cup-Meetings.
Den einzigen Flop ihrer Karriere leistete sich die Stute, als sie zum Saison-Auftakt nur 7. im Prix D’Ispahan in Paris-Longchamp wurde. Zu diesem Zeitpunkt liefen allerdings alle Pferde aus dem Stall von Freddie Head schlecht.
Spätestens in den Falmouth Stakes im englischen Newmarket, die so völlig unangefasst gewann, zeigte sich Goldikova in alter Stärke. Die beiden Siege jetzt in Deauville bestätigten eindrucksvoll die Ausnahmequalitäten der Stute. Trainer Head schätzt sie übrigens höher als Miesque ein, die Stute, die er als Jockey zweimal zum Erfolg in der Breeders Cup Mile ritt.



Was vom Wochenende fehlt…
Der Triumph des Derbysiegers: Es war der berühmte „Kampf auf Biegen und Brechen“ (GaloppOnline) und eines dieser Rennen, die noch lange im Gedächtnis bleiben. Im Rheinland-Pokal (Gruppe I, 2400 Meter) behielt der jüngere Protagonist Wiener Walzer hauchdünn nach Zielfoto die Oberhand gegen seinen Stallgefährten Getaway. Verlieren stand offensichtlich nicht auf der Agenda des von Fredrik Johansson gerittenen Schlenderhaners, denn immer wenn Getaway mit Adrie de Vries schon vorbei schien, zog Wiener Walzer wieder an. Beide Pferde werden von Jens Hirschberger vorbereitet. Dritter wurde der Godolphin-Schützling Eastern Anthem. Für den Derbyjahrgang warb zudem Schiller Danon (Trainer Waldemar Hickst/Eddie Pedroza), der als Außenseiter auf Platz 4 einlief. Die Enttäuschung kam ebenfalls aus dem Hickst-Stall: Flamingo Fantasy, einer der Entdeckungen der ersten Halbserie, hatte schnell sein Pulver verschossen und lief abgeschlagen als Letzter durchs Ziel.

Die Zahl des Tages: 146.541,70 Euro Umsatz konnte der Kölner Renn-Verein am Sonntag in der Wettchance des Tages, einem Ausgleich IV über 2 200 Meter, verbuchen. Das sei, so der Renn-Verein, einer der höchsten Wettumsätze seit vielen Jahren. Die bisherige Höchstmarke betrug 146.089,50 Euro im Preis von Europa des Jahres 2002. Natürlich lockte die Wetter die garantierte Auszahlung von 75 000 Euro in der Viererwette. Das Rennen gewann die vierjährige Stute My Summer of Love des Stalles Strebel mit Daniele Porcu im Sattel. Trainiert wird die Stute von Kevin Woodburn, als Jockey einst ein großer Stratege, als Trainer bislang allerdings mit weniger Fortune.

Die Serie des Andreas Wöhlers: Alle, die an diesem Wochenende die Pferde von Trainer Andreas Wöhler wetteten, durften sich am Ende über ein Plus freuen. Kein großes, denn die Pferde des jetzt in Ostwestfalen ansässigen Trainers notierten fast alle ziemlich niedrig am Toto. Indomable und Larello, die Sieger am Freitag in Hoppegarten, standen dann auch jeweils klar favorisiert bei 13:10. In Köln am Sonntag gewannen Mi Benedikt (14:10), Ceodora (25:10) und Sommermärchen (27:10). Das Sahnehäunchen setzte Rolling Home (67:10), der Start-Ziel den Preis der Spielbank Wiesbaden, einen Ausgleich I, entschied. Damit war an diesem Wochenende jedes Wöhler-Pferd, das an den Start ging, erfolgreich.

Der Blick auf die Tabelle der Bundesliga: Ja, liebe Anhänger des FC Schalke 04, Ihr dürft Euch nach langer Durststrecke mal wieder so richtig freuen. Nach dem 3:0 gegen den VfL Bochum sind die Königsblauen mit ihrem neuen Trainer Felix Magath jetzt gemeinsam mit Wolfsburg Tabellenführer der ersten Liga. Das Schalker Glück erst richtig rund machte aber die 1:4-Schlappe des Erzrivalen BVB beim Hamburger SV. Das war neben der Niederlage in Hoffenheim in der vergangenen Hinrunde die schlechteste Vorstellung des BVB unter Übungsleiter Jürgen Klopp.