Montag, 8. Februar 2010
Nur die Zweite des BVB machte Freude
Für die Fans der Frankfurter Eintracht war es ein schöner Sonntag – und den verdanken sie Borussia Dortmund. Nicht nur dass die Eintracht nach gefühlten 80 Jahren mal wieder im Westfalenstadion/Signal-Iduna-Park gewonnen hat. Borussias Zweite in Liga 3 siegte nämlich völlig überraschend mit 2:1 beim Erzrivalen Offenbacher Kickers. Was wiederum aus schwarz-gelber Sicht ein kleiner Trost ist.
Es war, das muss man leider konstatieren, ein hoch verdienter Frankfurter Sieg 3:2-Erfolg. Wer dachte, dass das Team von Trainer Michael Skibbe und Assistent Edwin Boekamp, beide lange in Diensten von Borussia, erst einmal hinten Beton anrührt, der sah sich getäuscht. Die Eintracht war bissig in den Zweikämpfen, störte früh und spielte gekonnt nach vorne. Besonders Neuzugang Halil Altintop, von Magath beim Revierrivalen Schalke aussortiert, brachte Dortmunds wackelige Abwehr ziemlich durcheinander.
Die Hessen profitierten allerdings von der Fahrigkeit des BVB, der mit vielen Fehlpässen sein eigenes Spiel ruinierte. Es war ein Sonntag zum Vergessen, an dem auch die Südtribüne ziemlich still blieb: Dortmund drehte zwar den 0:1-Rückstand bis zur 57. Minute zu einer 2:1-Führung um, kassierte aber nach haarsträubenden Fehlern noch zwei Gegentreffer und damit die zweite Niederlage in Serie.

Kein Grund zur Panik
Bei der Mannschaft von Jürgen Klopp fehlten diesmal Bissigkeit und hohe Laufarbeit - Tugenden, die Borussia in der Hinserie stark machten und den wahrlich nicht schlechten Hamburger SV im ersten Heimspiel der Rückserie zur Verzweiflung trieben.
Die Rückschläge waren allerdings zu erwarten: Dortmunds junge Mannschaft spielte schon vorher immer bis zum Anschlag. Zudem fehlte ein wichtiger Spieler im defensiven Mittelfeld wie Sven Bender, der eigentlich auch nur als Vertreter des schon die ganze Saison verletzten Sebastian Kehl fungierte, diese Position aber herausragend spielte und sich hervorragend mit Nuri Sahin ergänzte.
Kein Grund zur Panik also! Das BVB-Team 2009/2010 hat immer noch viel Potenzial nach oben, liegt absolut im Soll und hat mit Jürgen Klopp einen schlauen Trainer, der bislang auf alles eine Antwort wusste. Ob er die schon in München bei den derzeit überragenden Bayern (Geld schießt eben doch Tore) hat – abwarten. Eine Niederlage wäre normal, ein Unentschieden schön, ein Sieg triumphal.
Für Frankfurts Trainer Michael Skibbe war der Sonntag übrigens ein besonderes Datum: Genau vor zehn Jahren, am 7.2.2000, feuerte ihn der BVB als Cheftrainer. Borussia hatte zwei Tage vorher den Rückrundenstart mit 0:1 gegen Kaiserslautern verpatzt, die Zuschauer pfiffen und Dortmunds damalige Vereinsführung mit Präsident Dr. Gerd Niebaum und Manager Michael Meier war der Meinung, reagieren zu müssen. Was danach kam, war aber noch schlimmer: Mit Trainer Bernd Krauss folgte eine unglaubliche Talfahrt, erst das Trainerduo Udo Lattek/Matthias Sammer sicherte den Klassenerhalt.