Mittwoch, 20. Januar 2010
Meldet Eure Pferde, Ihr Ställe der Nation!
„Hilfe“, „die Bombe platzte…“ – dramatische Worte, die GaloppOnline da wählte. Aber was macht dem Online-Angebot der Sport-Welt so viel Angst? Die Redaktion befürchtet, dass eventuell die Galopprennen am Sonntag auf der Dortmunder Allwetterbahn ausfallen könnten, weil die Rennställe zu wenig Starter gemeldet haben. Über Sprachstil lässt sich bekanntlich nicht streiten, in der Sache hat das Fachblatt aber Recht.
Es gibt zu wenig Starter für die geplanten zehn Rennen auf der Wambeler Bahn. Nur in den vier Rennen der Kategorie Ausgleich 4 ist die Zahl der genannten Pferden halbwegs akzeptabel, ausgesprochen dürr sind die Nennungen in zwei ausgeschriebenen Ausgleich 3 mit fünf bzw. sechs Pferden und im Rennen für die sieglosen Dreijährigen mit fünf potenziellen Teilnehmern.
Was ist los? Will keiner mehr hier laufen? Zugegeben, die Witterungsverhältnisse verhindern derzeit oft die Trainingsarbeit, die Zahl der in Deutschland trainierten Pferde nimmt von Jahr zu Jahr ab, das Preisgeld ist bescheiden. Dennoch: Es ist der einzige Termin der Woche, da sollten sich doch wohl noch ein paar Pferde finden lassen. Die Vorstarterangabe wurde immerhin um einen Tag verlängert.
Fakt ist aber auch, dass es in diesem Winter immer schwieriger wird, selbst für einen Ausgleich 3 Starter finden. Beispiel: Das Rennen Anfang Januar in Dortmund mit nur vier Startern (bei drei Nichtstartern), auf das insgesamt nur 6 000 Euro gewettet wurden.
Und schauen wir mal, wie viele deutsche Pferde am Wochenende in Frankreich laufen? Heute siegte im übrigen Astronom aus dem Stall von Werner Baltromei in einem mit 24 000 Euro dotiertes Handicap in Cagnes, der verdiente Lohn waren 12 000 Euro. Für dieses Preisgeld müsste er in Neuss und Dortmund mindestens fünf Mal gewinnen – wenn es denn Rennen überhaupt für Pferde dieser Leistungsklasse auf den deutschen Winterbahnen geben würde.