Das erste Pferd unserer ausgewählten Sechs für die englische Hindernissaison läuft am Samstag in den Markel Insurance Henry VIII Novices’ Chase (14:55) in Sandown:
Hinterland trifft in diesem Grade 1-Rennen auf vier Gegner.
Das Jagdrennen-Debüt des Schützlings von Trainer Paul Nicholls in Exeter war durchaus ausbaufähig, aber auch etwas ernüchternd: Platz 2 hinter
Theatre Guide aus dem Stall von Colin Tizzard, 11 Längen hinter dem Sieger, der danach diese Form nicht bestätigte.
„Ging zu schnell an, aber eine weitere Chance wert“, schreibt etwa
Timeform. Zumal die kürzere Distanz in Sandown, so
ATR, Hinterland entgegen komme. Der weiche Boden sollte kein Problem sein.
Der stärkste Gegner auf dem Papier ist
Captain Conan aus dem Quartier von Nicky Henderson. Dessen erster Start über die schweren Sprünge war tadellos, der Zweite der Prüfung –
Sire de Grugy – ist ein gutes Pferd. Der Captain selbst genießt hohe Wertschätzung in seiner Umgebung. „Dieser Bursche hat eine tolle Zukunft“, prognostiziert etwa Jockey Barry Geraghty in seinem
Blog.
Eher Außenseiter in diesem Feld sind
Third Intention,
Act of Kalanisi und
Escort’men.
Die tödliche Attacke auf den
niederländischen Linienrichter erregt auch in Deutschland die Gemüter. Gewalt im Amateurfußball – ob gegen Schiedsrichter, Gegenspieler, Zuschauer oder Mitspieler – ist in Deutschland schon seit Jahren ein Thema.
Erst einmal ein paar Lesetipps: Die Aggression habe zugenommen, sagt etwa der Hamburger Schiedsrichter Ralph Vollmers in einem Video für die
Zeit und kritisiert unter anderem die schlechten Vorbilder aus der Bundesliga.
Oftmals führen Schwierigkeiten im sozialen Umfeld zur Katastrophe. „Aber Fußball mit seiner Konfliktkonstellation von zwei sich gegenüberstehenden Mannschaften kann da als Beschleuniger auftreten“, sagte der Pädagoge und Gewaltforscher Martin Winands von der Universität Bielefeld den
Ruhr-Nachrichten.
Im
Fußballkreis Dortmund gab es 2012 bislang 52 Verfahren nach Angriffen gegen den Unparteiischen. Desto niedriger die Spielklasse, desto größer werden die Probleme.
Die Ruhr-Nachrichten haben zudem ein
Porträt eines Nachwuchs-Schiedsrichters im Blatt. Seit drei Jahren pfeift Adrian Zaworski auf Dortmunds Sportplätzen. Noch ist er gerne Schiedsrichter, allerdings sagt er: „Man wird immer öfter angepöbelt, obwohl man nur gutes will.“ Und noch eine Erfahrung hat der Zwanzigjährige gemacht: „Im unteren Bereich ist man häufig schutzlos, fast schon Freiwild.“
Beobachtungen
Inzwischen habe ich vor Schiedsrichtern im Amateurfußball den größten Respekt. Wer ist so „blöd“, stellt sich bei Wind und Wetter für ein Taschengeld auf einen Sportplatz, lässt sich von jedem beschimpfen und versaut sich damit sein Wochenende? Gut, ganz so schlimm ist es nicht immer, es gibt auch viele Mannschaften und Zuschauer, die in Ordnung sind, aber irgendwie hat der Schiri den Deppenjob.
Wer beim nächsten Mal schimpft, der sollte mal selbst ein Spiel pfeifen. Und dann wird er sich wundern, wie schwer es ist, ohne Linienrichter eine Abseitsentscheidung zu treffen. Zumal wenn die eine Mannschaft permanent Abseits schreit, die andere hingegen dauernd "kein Abseits" proklamiert.
Ich schaue so im Jahr mehr als 50 Amateurspiele von der Westfalenliga bis zur Kreisliga, habe selber jahrelang in Dortmund und Umgebung aktiv gespielt und finde auch, dass die Aggression in den letzten Jahren zugenommen hat. Früher war es manchmal etwas heftig, fuhr man zu manchen Gegnern höchst ungern, aber die Situation eskalierte in der Regel nicht. Ich hatte nur ein einziges Mal Angst um meine Gesundheit, einen Spielabbruch habe ich nie erlebt.
In den letzten Jahren habe ich drei Spielabbrüche mitbekommen – aus unterschiedlichsten Gründen. Und man ist kein Rassist, wenn man sagt, dass sehr häufig Mannschaften mit Migrationshintergrund beteiligt sind. Multi-Kulti ist im Fußball nicht immer ein positiver Begriff. Und der Fußball kann auch keine gesellschaftlichen Probleme lösen.
Wer diese Seiten schon länger verfolgt, kennt meine Vorliebe für den englischen Hindernissport. Oder sagen wir es so: Die englische National-Hunt-Saison macht den Winter einigermaßen erträglich. Jedenfalls konzentriert sich darauf mein Turf-Interesse bis zum Grand National-Meeting in Aintree – abgesehen von gelegentlichen Besuchen der Dortmunder Sandbahn. Höhepunkt ist natürlich das Cheltenham-Festival im März.
Die Saison ist schon voll in Schwung, erste gute Rennen sind schon Geschichte und am Wochenende gibt es unter anderem den Hennessy Gold Cup in Newbury
Also höchste Zeit, unsere neue kleine Serie zu starten: Diese Kolumne wird die Saison von sechs ausgewählten Pferden bis zum Saisonende in Sandown begleiten. Die Auswahl: völlig subjektiv, zu manchen gibt es eine persönliche Geschichte, andere haben einen deutschen Hintergrund. Ansonsten empfehle ich das exzellente Angebot von
attheraces zur Hindernissaison auf der Insel.
Al Ferof (Trainer Paul Nicholls/Besitzer John Hales): Der schmucke Schimmel war im März in Cheltenham mein Tipp im Arkle, dem Rennen für die Nachwuchssteepler über 2 Meilen. Dort war er aber chancenlos gegen
Sprinter Sacre. Das war allerdings eine der wenigen schwachen Formen, für zwei Meilen fehlt ihm doch etwas der Speed. Imponierende Vorstellung zum Saisonauftakt gegen die älteren Handicapper im
Paddy Power Gold Cup, nächste Station soll die King George Chase am 26. Dezember in Kempton sind. Sicherer Springer, ob er allerdings in die Spuren seiner ehemaligen Stallgefährten
Kauto Star und
Denman passt, wird sich noch zeigen.
Grandouet (Nicky Henderson/M.S. Munir): In der letzten Saison lange ein Kandidat für die Champion Hurdle, ehe eine Verletzung einen Start verhinderte. Jetzt wieder fit, „stärker als im letzten Jahr und sehr talentiert. Top-Class“, meint sein Trainer. Also einer für die Top-Rennen über die Hürden.
Hinterland (Paul Nicholls/ Chris Giles & Potensis Limited): Guter Nachwuchs-Handicapper über die Hürden, jetzt geht es über die Jagdsprünge. Das Debüt in Exeter als Zweiter hinter
Theatre Guide war ausbaufähig.
Lovcen (Alan King/ The Barbury Apes): Eisenharter Tiger Hill-Sohn, dessen größte Stunde im April in Aintree schlug, als er den großen Favoriten
Fingal Bay in den Sefton Novices Hurdle über drei Meilen schlug. Auch vorher in den Nachwuchs-Steherrennen gut placiert, doch in den Handicaps weht ein rauerer Wind. Die letzte Form in November in Cheltenham als 5. hinter
Goulanes war aber ganz ordentlich.
Peddlers Cross (Donald Mc Cain jr/T.G. Leslie): 2011 Zweiter hinter
Hurricane Fly in der Champion Hurdle, über die Jagdsprünge lief es nicht ganz so gut, auch wenn der Schützling von Donald Mc Cain eigentlich nur in Cheltenham die Erwartungen nicht erfüllte. Aber jetzt soll es wieder über die Hürden gehen und sein Trainer war zumindest im Oktober noch ziemlich optimistisch.
Tistory (Nicky Henderson/Judy Wilson): Nachwuchs-Hürdler aus dem Henderson-Stall, einmal erfolgreich in einem National Hunt-Flachrennen gegen
Court Ministrel, der diese Form in dieser Saison über Hürden durchaus bestätigt hat. Gute Meinung im Henderson-Stall und natürlich aus deutscher Sicht interessant als Sohn von
Epalo.