Donnerstag, 22. November 2012
Zwischen Genie und Wahnsinn: Woodburn macht Schluss
Kevin Woodburn sagt dem Galopprennsport ade. Das ist nicht neu, denn den Entschluss kündigte er schon im Sommer an. Doch jetzt sattelte er mit Cabanello in Frankfurt seinen letzten Starter.
Als Trainer lief es nicht so gut, als Jockey war er hingegen Extraklasse. Andere mögen in den neunziger Jahren mehr gewonnen haben (wie etwa Peter Schiergen), aber keiner siegte oft so spektakulär wie Woodburn. Dabei pendelte er manchmal zwischen Genie und Wahnsinn.
In den 90er Jahren war es bei mir immer ein gutes Zeichen: Wenn Kevin Woodburn den Führring betrat und mit der Peitsche spielte, dann standen die Zeichen auf Erfolg. So häufig machte er das natürlich nicht, aber damals war ich noch nicht so ein mit allen Wassern gewaschener Turfzyniker und leichter zu beeindrucken. Und Woodburn konnte man zusammen mit seinem damaligen Trainer Harro Remmert immer wetten. Zum einen zahlten ihre Starter im Schnitt meist mehr als die Schützlinge der Trainer Jentzsch und Schütz, zum anderen trafen sich zwei absolute Spitzenleute: der akribische Trainer Remmert, der fast immer das richtige Gespür für seine Pferde hatte, und der herausragende Jockey Woodburn.
Der gebürtige Engländer war nicht nur ein gewiefter Taktiker, der fast immer die richtige Spur fand – nicht nur bei seinem berühmten Ritt im Schlamm in Mülheim auf Tsarina. Woodburn war zudem ein fantastischer Endkampfreiter.
Ich kann mich heute noch an einen Samstag im April 1994 erinnern, als er sich in Köln im Sattel des späteren Union-Siegers Twen einen grandiosen Zweikampf mit Mark Rimmer, damaliger Stalljockey bei Bruno Schütz und auch kein schlechter Endkämpfer, lieferte. Mal war Woodburn vorn, mal Rimmer – so ging das fast 200 Meter. Am Ende siegte – natürlich Twen.


Derbysieg Nummer 2: All my Dreams und Woodburn triumphieren 1995 leicht

Der verpasste Derbysieger
Und dann war noch All my Dreams, der spätere Derbysieger und auf ewig verbunden mit seinem Jockey Kevin Woodburn. Den habe ich bei seinem Debüt in Mülheim siegen sehen und dachte, dass könnte doch ein Pferd für das Derby sein. Drei Tage später bin ich bei meinem Buchmacher und schaue mir die Festkurse für das Derby an. All my Dreams steht da über 150, doch so richtig traute ich mich nicht. Der Hengst gewinnt sein nächstes Rennen und ist auf einmal Mitfavorit. Nur mir steht er zu tief. Das Ende der Geschichte – All my Dreams triumphierte im deutschen Derby, nur ich war nicht dabei.
Doch irgendwie umwaberte Woodburn auch immer etwas das Image des „Unseriösen“. Kaum vorstellbar, dass etwa ein Peter Schiergen einem am Führring stehenden Bekannten aus dem Sattel zuruft, dass Pferd XY das Rennen gewinnt. Bei Woodburn einst in Dortmund gesehen und es war nicht das Pferd, auf dem er saß, dass er ansagte. Ich war etwas überrascht und dachte an die Brigade beim Buchmacher, die immer sagt, dass so und so jedes Rennen geschoben sei. Was natürlich völliger Bullshit ist. Am Ende siegte allerdings weder Woodburns Tip noch sein Ritt.
„Trainer werde ich bestimmt nicht, da müsste ich zu viel telefonieren“, sagte er einst den Machern der Seite Jockeys in Deutschland. Dann wurde Woodburn doch Trainer, doch es funktionierte nicht so recht, weil er einfach zu wenig Pferde hatte. Es sind aber auch schlechte Zeiten für Trainer. Alles Gute Kevin Woodburn und vielen Dank für einige große Momente auf der Rennbahn.



Donnerstag, 22. November 2012
Alles nur wegen Fadime


Auschnitt aus dem Tatort "im Abseits". Lena Odenthal und Mario Kopper sind nicht dabei, dafür aber Oliver Bierhoff und Joachim Löw.

Ex-DFB -Präsident Theo Zwanziger ist nicht nur ein begeisterter Schreiber, seine Liebe gilt auch dem Theater. Kein Wunder, dass er im Tatort „Im Abseits“ mitspielte. Ein Tatort, der im Vorfeld der Frauenfußball-WM 2011 gedreht wurde. Mit dabei waren unter anderem Yogi Löw, Oliver Bierhoff, Steffi Jones und Nationalspielerin Celia Okoyino da Mbabi.
Legendär die Szene, als eine prominente Runde in Zwanzigers Büro versammelt ist: Zwanziger erhält die Nachricht vom Tod der Nachwuchsspielerin Fadime. „Fadime ist tot“, sagt Zwanziger. Alle sind geschockt. Und dann sagt Steffi Jones: „Theo, lass uns nach Eppheim fahren.“
Dann sind sie alle gemeinsam von Frankfurt nach Eppheim gefahren: die Steffi, der Olli, die Celia und der Theo. Wegen Fadime. Dabei haben sie festgestellt, dass es Eppheim gar nicht gibt und der Theo sich verhört hat. Daraufhin hat ihm der Oliver böse Vorwürfe gemacht, als sie in der hessischen Pampas strandeten. Von wegen Vertragsverlängerung so einfach mit Yogi, Hansi und dem Torwarttrainer. Das kostet extra.
Als sie dann wieder Mobilempfang hatten, rief auf einmal der Uli Hoeneß an und attackierte den Theo heftig – wegen FIFA, wegen Blatter und überhaupt: Frauenfussball sei doch irgendwie nicht ernst zu nehmen.
Daraufhin ist der Theo richtig wütend geworden und hat ein Buch geschrieben, in dem er sich über den bösen Uli beschwert. Und den Niersbach und den MV auch. Die Freunde von der Bild-Zeitung halfen da gerne mit einem Vorabdruck. Das war er Fadime und dem Fraunfußball einfach schuldig.
Aber eigentlich war die Aufregung umsonst, das Ganze nur ein Sturm im Wasserglas: Die Zwanziger Jahre (schon der Titel ist hitverdächtig) ist über weite Strecken ödes Funktionärsgewäsch. Zwanziger berichtet im Stil eines besseren Schulaufsatzes über sein Leben, nicht alles war toll, aber vieles doch. Muss man wirklich nicht lesen.



Dienstag, 20. November 2012
Perlen des BVB-Merchandising reloaded
Einer der meistgelesenen Artikel dieses Blogs waren die Perlen des BVB-Merchandising. Nichts ist mehr sexy als der Erfolg von gestern und so gibt es jetzt eine Neuauflage, quasi die Perlen des BVB Merchandising reloaded. Immerhin liegen ja mehr als zwei Jahre, zwei Meisterschaften und ein Erfolg im DFB-Pokal zwischen den Texten. „Freude strikt erlaubt“ befiehlt der BVB-Fankatalog 2012/2013 etwas angestrengt. Also entspannen – das sind meine Höhepunkte:

Trikot Heim 2012/2013 „Authentic Erwachsene“
Einmal so schwitzen wie Neven Subotic oder Kevin Großkreutz. Das kann der gemeine BVB-Fan jetzt, in dem er das Original-Trikot des neuen Ausrüsters (der kleine mit dem Raubtier aus Herzogenaurach) erwirbt. Kostet nur schlappe 149,95 Euro, dafür klebt der Hauch der großen Profi-Welt am Körper.

Kappe „Pöhler von Dortmund“
Jürgen Klopp hat sie mit Liebe getragen und bekannt gemacht: Die Pöhler-Kappe. Pöhlen bedeutet nichts anderes als Fußball spielen in der Sprache des Ruhrgebiets.

Frauen Kurzarm-Trikot „Auswärts 2012/2013“
Julia (24, *Name von der Redaktion geändert) hat schon eins: Das Frauen Kurzarm-Trikot im betörenden Schwarz mit markanter gelber Markierung. Evelyn (26, * Name von der Redaktion geändert) besitzt hingegen nur das Kurzamt-Trikot Heim im schlichten Gelb. Das will Evelyn ändern: Jetzt reißen sie mit aller Kraft um den zweiten schwarzen Dress. Evelyn faucht dabei wie ein Puma. Denn beide wissen: Das schwarze Trikot ist viel cooler als das Frauen T-Shirt „BVB“ Begonie. Bleiben sie trotzdem beste Freundinnen?

Wikingerhelm „Emblem“
Der Hingucker beim Stadionbesuch und der Party danach. Schützt vor Bierduschen, Regen und Sonne, kann zudem an Karneval getragen werden.

RuhrGepäck-Umhängetasche „SIP bei Nacht“ groß oder klein
Warum sind diese Taschen so cool? Weil der SIP (Signal Iduna Park, früher Westfalenstadion) drauf ist – schön groß an der Seite.

Super-Fan „Borussia“
Zitat BVB-Fankatalog: „Lustige Fanfigur im Borussen-Outfit, schwingt durch Solarantrieb den Schal über den Kopf, auf Knopfdruck ertönt der Refrain der kultigen Hymne Borussia“ . Ergänzung: Eignet sich besonders im Büro mit Anhängern von Schalke 04 und Bayern München. Aber Vorsicht: Wer damit seinen Chef beeindrucken möchte, sollte vorsichtig sein.

Sound-Badeente „Borussia“
Ein Wannenbad ist doch etwas anderes als so eine schnöde Dusche. Weil man in der Badewanne liegen kann und eine eigene Enten-Armada befehlen kann. Diese sind ein besonderer Knaller, denn sie sind nicht nur in den Farben des Klubs, aus ihnen tönt auch Musik: „Booorusssiaaa“ etwa oder „Ole, hier kommt der BVB“.

Vogelhaus „Mütze & Schal“
Für unsere gefiederten Freunde: Damit sie stilvoll über den Winter kommen. Sieht natürlich auch im eigenen Garten blendend aus.