Pralle 172 Seiten dick ist der Fankatalog von Borussia Dortmund für die Saison 2010/2011 und eigentlich gibt es
nichts mehr, was der BVB-Anhänger nicht in Schwarz-Gelb erwerben kann. Meine Hitliste der skurrilsten Produkte:
•
Toaster „Emblem“ und
Waffeleisen „Emblem“:

Nachdem schon der Toaster laut BVB ein Verkaufsschlager war, gibt es jetzt auch das passende Waffeleisen. Und was kann schöner sein? Die buckelige Verwandtschaft aus der kleinen Stadt nahe Herne kommt zu Besuch und es gibt zum Kaffee Waffeln mit dem Emblem des einzig zählenden Fußballvereins dieser Welt. Die Verwandten werden ewig dankbar sein.
•
Magic Mug „Südtribüne“: Passend zur Kaffeetafel empfiehlt sich der Einsatz der Magic Mug „Südtribüne“. Im kalten Zustand schwarz mit gelbem Emblem, erscheint beim Einfüllen von Tee, Kaffee oder Kakao ein Foto der Südtribüne. Da lässt sich verkraften, dass das gute Stück nur mit der Hand gespült werden kann.
•
Anglerhut „Karo“ schwarzgelb: Alles außer Mütze, Basecap und Hut ist eigentlich als Kopfbedeckung inakzeptabel. Aber der Anglerhut „Karo“ hat durchaus seinen eigenen Charme: Leuchtendes Gelb, sattes Schwarz und dieses Gesamtkunstwerk krönt dann ein Deckel in schwarz-gelben Rauten.
•
Sparschwein „Olé, hier kommt der BVB“: Der Mensch spart wieder zuhause. Und der BVB hält für seine Fans eine Belohnung bereit: Immer wenn man oder Frau Münzen in das Sparschwein wirft, ertönt die Melodie „Olé, hier kommt der BVB“.
•
Gartenzwerg „Torjubel“:
Ob parkähnliches Anwesen oder Schrebergarten – so ein possierlicher Gartenzwerg krönt doch alle gärtnerischen Anstrengungen. Besonders wenn unser Freund in Jubelpose die Gäste grüßt.
•
Eiskratzer „Emblem“ mit Handschuh: In Sachen Nutzwert gibt es für dieses formschöne Produkt nur die Note 1. Ein Handschuh mit integriertem Eiskratzer – was will der BVB-Fan mehr, wenn er morgens bei bitterer Kälte sein Auto freikratzen muss. Kratzen in seiner schönsten Vollendung.
•
Damen-Schal „Borussia“ brombeer: Warum Frauen nicht einfach zum schwarz-gelben Schal greifen, darüber haben die Marketing-Verantwortlichen Tag und Nacht gegrübelt. Und setzen fortan auf das Modell in zartem Brombeer. Live gesehen, muss ich sagen, dass der Schal in Pink noch schlimmer aussehen würde. Nur dass die Frauen bei Borussia mehrheitlich Schwarz-Gelb bevorzugen.
Frozen Power auf Rang 8,
Kitaro 9. - und beide ohne jegliche Siegeschance: Enttäuschend liefen die beiden dreijährigen Starter im Großen Preis der Mehl-Mülhens-Stiftung über die Meile in Hannover. So langsam verdichtet sich bei mir der Eindruck, dass der klassische Jahrgang 2007 in Deutschland auch bei den Hengsten nicht besonders leistungsstark ist. Zumindest auf Distanzen bis 1600 Meter – denn Frozen Power und Kitaro waren der Erst- und Zweitplacierte im klassischen Mehl-Mülhens-Rennen, der wichtigsten und bestbesetzten Prüfung für den klassischen Jahrgang auf kürzeren Strecken.
Natürlich zählt Frozen Power aus dem Godolphin-Emporium nicht zu den deutschen Vertretern des Jahrgangs, aber an ihm, der in Köln nach Kampf gewann, lässt sich das Dilemma gut festmachen. Und deshalb habe ich ihn eingedeutscht.
Zumal auch
Noble Alpha, der Dritte aus dem Mehl-Mülhens-Rennen, die Form bislang nicht aufwertete: Er war chancenlos im Franz-Günther von Gärtner-Gedächtnisrennen (Hamburger Meile) in Hamburg und enttäuschte danach im Münchener Dallmayr-Preis – allerdings über 2000 Meter.
Mal schauen, wie die Situation über die längeren Distanzen aussieht. Auch da bin ich eher skeptisch:
Zazou und
Russian Tango, der Zweite und der Dritte aus dem Derby, sind eher für Pferde für 2000 Meter. Vielleicht findet
Scalo wieder seine alte Form, können sich Kandidaten wie
Lindentree oder
Mulan weiter steigern, aber das sind eher vage Hoffnungen auf der Derbydistanz.
Endlich Sehrezad
In
Hannover gewann der fünfjährige Hengst
Sehrezad aus dem Stall von Andreas Löwe. Und selten war der Zusatz „redlich verdient“ so angebracht wie hier. Denn der
Titus Livius-Sohn des Stalles Phillip ist das berühmte „Muster an Beständigkeit“, war mehrfach in ähnlichen Prüfungen placiert und scheiterte zuletzt in Hamburg nur knapp an
Earl of Fire. Diesmal hatte Jockey Jiri Palik den Speed des Hengstes gut getimt. Dahinter endeten
Abbashiva, Alianthus, Win for Sure, Freminius und
Le Big – so dicht, dass „man eine Decke überwerfen konnte“. Nur die Dreijährigen waren nicht darunter…
Ende der Woche sei „alles in trockenen Tüchern“, schreibt der
kicker in seiner Printausgabe, die
Stuttgarter Zeitung meldet bereits Vollzug: Der VfB Stuttgart leiht Philipp Degen (27) vom FC Liverpool aus. Vom 2005 bis 2008 kickte der Schweizer Nationalspieler bei Borussia Dortmund – ohne dort allerdings restlos zu überzeugen.
Dabei kam er 2005 mit vielen Vorschusslorbeeren vom Schweizer Meister FC Basel: 22 Jahre, schon Nationalspieler und gemeinsam mit seinem Zwillingsbruder Daniel eines der größten Talente der Alpenrepublik.
Doch in Dortmund holte ihn die Realität schnell ein: Der Mann auf der rechten Seite der Abwehr-Viererkette wirkte oft gedanklich sehr langsam, verlor leichte Bälle in der Offensive und hatte defensiv einige Probleme. Noch schlimmer: Irgendwie hatte man den Eindruck, dass Degen sein früher Ruhm zu Kopf gestiegen sei, so lässig wirkte er manchmal. Was in Dortmund, wo die saubere Grätsche noch gesellschaftsfähig und das Malocher-Image auf dem Platz immer noch sehr wichtig ist, überhaupt nicht gut ankam.
31 Spiele machte er in seiner ersten Saison, die kicker-Durchschnittsnote von 3,76 war durchaus ausbaufähig. Doch die Hoffnung auf Steigerung blieb unerhört: In der Saison 2006/07 absolvierte Degen 27 Spiele (Durchschnittsnote 3,98), 2007/2008 waren es nur noch 10 Partien (Note 4,10) - es ging eher abwärts. (
Quelle)
Seuchenjahr
Das sah Rafael Benitez, zu diesem Zeitpunkt Manager des FC Liverpool, allerdings ganz anders. Zur Überraschung vieler verpflichtete der Champions League-Sieger 2005 den Schweizer Nationalspieler. Doch in der Premiere League kam Degen nie richtig an, weil ihn in seinem ersten Jahr Verletzungen immer wieder zurückwarfen.
Leiste, Rippenbruch, Loch in der Lunge und ein Bruch des Mittelfußknochens – in der ersten Saison war der Schweizer fast nie spielfähig. Erst im September 2009 feierte er sein Debüt in der Premiere League für Liverpool. Insgesamt kam Degen nur auf 13 Einsätze, sieben davon in der Premiere League.
„Zappel-Philipp ist erwachsen geworden“, hatte die
NZZ vor einem Jahr geschrieben. Die schwarze Saison 2008/09 habe ihn „geduldiger und fokussierter“ gemacht. Jetzt trifft Degen beim VfB Stuttgart wieder auf seinen ehemaligen Trainer Christian Groß, mit dem er in Basel große Erfolge feierte. Obwohl damals auch die Welt nicht nur in Ordnung war. Es mangele den Brüder an der guten Kinderstube, hatte Groß mal über die Zwillinge Philipp und David gesagt.