Fußball-Trainer müsste man sein. So wie Sven Göran Eriksson: Der Schwede übernimmt zur Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika für drei Monate das Team der Elfenbeinküste. Dafür erhält Eriksson nach Informationen des kickers (und der hat diese Zahlen von der französischen Sportzeitung L’Equiqe und wir glauben einfach mal diesen Bastionen des seriösen Sportjournalismus) monatlich 305 000 Euro.
Wenn die Elfenbeinküste das Achtelfinale erreicht, gibt es zusätzlich 203 000 Euro, beim Erreichen des Viertelfinales winken 305 000 Euro, das Halbfinale ist den Verantwortlichen 406 000 Euro wert, den Finaleinzug belohnen sie mit 509 000 Euro. Und wenn „Svenni“ das Unmögliche schafft und als erstes afrikanisches Team mit der Elfenbeinküste Weltmeister wird, darf er sich über zusätzliche 1,5 Millionen freuen. Dazu bezahlen ihm die Ivorer die Hotelkosten von rund 25 000 Euro in London (was ganz sinnig ist, weil eh’ das Gros der Ivorer in Europa kickt) und vertrauen ihm eine nichtlimitierte Kreditkarte an.
Da war Eriksson noch der große Held: 5:1 siegten die Engländer in Deutschland, triumphierten gegen Blasmusik und Autobahn und eine ganze Nation träumte von Titeln. Es blieb ein Traum...
Fette Schlagzeilen
Nun hat ja Eriksson durchaus seine Erfolge als Trainer gehabt. So war er in grauer Vorzeit mal UEFA-Cup-Sieger mit IFK Göteborg und gewann den italienischen Scudetto mit Lazio Rom. Das ist allerdings schon eine Weile her. Als englischer Nationaltrainer siegte er zwar mal mit 5:1 in München gegen Deutschland, doch ansonsten schaffte er es nicht, aus den Beckhams, Ferdinands, Gerrards oder Lampards (die viele als beste englische Fußballergeneration aller Zeiten betrachten) eine funktionierende Nationalmannschaft zu machen, die Titel gewinnt und sich nicht spätestens im Achtelfinale nach Hause verabschiedet. Dafür sorgte er zur Freude der englischen Tabloids als Freund außerehelicher Affären für fette Schlagzeilen.
Und auch seine letzten Stationen bei Manchester City und als Nationaltrainer Mexikos waren nicht gerade vom Erfolg geprägt. Dafür war er immerhin mit Notts County in der vierten englischen Division auf Aufstiegskurs in Liga 3 - sein Weggang ist wiederum eine ganz andere Geschichte.
Zoltan Varga ist tot. Der ungarische Mittelfeldspieler, unter anderem von 1974 bis 1976 in Diensten von Borussia Dortmund, verstarb im Alter von 65 Jahren während eines Prominentenspiels in Budapest.
Zoltan wer? werden jetzt viele fragen. Wer in den 80er oder 90er Jahren aufgewachsen ist, wird ihn schwerlich kennen. Wer allerdings wie der Autor dieser Zeilen in den 70er Jahren groß wurde und in dieser Zeit seine ersten BVB-Spiele sah, erinnert sich an den Mittelfeldregisseur aus Ungarn.
„Einer der genialsten Spieler, die jemals das BVB-Trikot getragen haben. Im benachbarten Kamen wurde sogar ein Hund nach ihm benannt“, schreibt zum Beispiel BVB-Chronist Dietrich Schulze-Marmeling in seinem Standardwerk „Borussia Dortmund – Der Ruhm, der Traum und das Geld.“
Varga war eine klassische Nummer 10 – ein technisch brillanter Spieler, dessen Stärken eindeutig in der Offensive lagen. In der Defensive machte er gar nichts, auch von Konditionstraining hielt er wenig.
Kein Freund von Otto Rehhagel
1974 wechselte der Ungar von Ajax Amsterdam zu Borussia Dortmund, das damals in der 2. Liga Nord kickte. Unter dem strengen Trainer Otto Knefler ging es nach Jahren der Finsternis endlich wieder aufwärts und die Zuschauer strömten in ungeahnten Mengen ins Westfalenstadion. Varga sollte der Kampftruppe BVB etwas Spielkultur verleihen, zu seinem Debüt gegen die DJK Gütersloh (heute FC Gütersloh) kamen über 42 000 Zuschauer.
Der große Zampano war er in Dortmund nicht mehr, gelegentlich blitzten aber seine genialen spielerischen Möglichkeiten auf. Insgesamt lief er in der 2. Liga Nord 53mal auf und schoss 10 Tore.
1976 stieg der BVB mit Varga wieder in die Bundesliga auf. Im Oberhaus war der Ungar jedoch nicht mehr am Ball für Schwarz-Gelb – der damalige BVB-Trainer Otto Rehhagel „rasierte“ ihn wegen seiner Defensivschwäche und stellte ihn nicht mehr auf. Zudem stempelte er ihn als Intriganten ab, der das Mannschaftsklima vergiftete.
Seine beste sportliche Zeit verbrachte Varga wohl bei Hertha BSC Berlin in der Bundesliga. Dort war er allerdings auch maßgeblich am damaligen Bestechungsskandal beteiligt.
Zoltan Varga bei Wikipedia – der dortige Text ist aber etwas mit Vorsicht zu genießen. Zoltan Varga war zum Beispiel definitiv kein Mittelstürmer.
Zuerst gab es einen Klaps vom Denis O’Regan, dem Reiter des Zweitplacierten Black Apalachi, und dann brachen alle emotionalen Dämme in Aintree: Tony McCoy gewann im 15. Versuch mit Don’t Push It sein erstes Grand National und beseitigte damit einen der letzten weißen Flecken in seiner alle Rekorde brechenden Jockey-Karriere.
Nicht nur für McCoy war es ein höchst emotionaler Tag: Auch Trainer Jonjo O’Neill, einst ein höchst erfolgreicher Hindernisjockey und als Trainer schon einige Zeit im Geschäft, feierte seinen ersten Erfolg im härtesten Rennen der Welt. Und selbst Besitzer J P Mc Manus, einer der großen Persönlichkeiten der Szene und laut Wikipedia mit über 400 Pferden der größte Besitzer im National Hunt-Sport, triumphierte noch nie im National. Mc Manus würde man in Deutschland übrigens zur Suchtberatung schicken, in Irland gilt der passionierte Wetter bei vielen als Volksheld.
Und diesmal mussten die Buchmacher nach eigenen Angaben richtig bluten: Rund 10 Millionen Pfund soll sie der Erfolg von Don't Push It gekostet haben. Denn der Dauerchampionjockey McCoy ist das, was früher auf der Flachen Lester Piggott war: der Hausfrauen-Favorit. So wurde Don’t Push It im Laufe des Tages von 20:1 auf 10:1 heruntergewettet, eben weil der gute „AP“ darauf saß. Kein Vergleich zum letztjährigen Sieger Mon Mome, der die Bookies 2009 in Champagnerlaune versetzt hatte. „Nun bleibt uns nur Wasser und Brot", kommentierte nach dem Renenn ein Sprecher von Ladbrokes, einem der größten Buchmacher auf der Insel. Der arme Mann, mir kommen wirklich die Tränen.
Mc Coy hat mir allerdings schön die Tour vermasselt: Denn meine zwei SiegtippsBlack Apalachi und State of Play landeten auf den Plätzen 2 und 3. Der zweite Platz von Black Apalachi konnte allerdings nicht mit den Dramen von 2004 und 2007 konkurrieren, als Clan Royal (2004) und Mc Kelvey (2007) nur sehr, sehr unglücklich unterlagen. Der Zweite 2010 segelte zwar wunderschön über die Furcht erregenden National-Hindernisse, hatte letztendlich aber keine Chance gegen den an diesem Tag einfach besseren Gewinner.
Immerhin 14 der 40 gestarteten Pferde kamen ins Ziel. Zum Glück kamen alle einigermaßen unversehrt aus dem Rennen, auch wenn einem bei manchem Fall der Atem stockte.
Wie das Grand National 2010 gelaufen wurde: Das Rennvideo.