Freitag, 12. April 2019
PETA-Lügen noch aktiver bekämpfen
Es ist schon seit Jahren das gleiche Ritual: Beim Grand National Meeting
protestieren
sogenannte Tierschützer vor der Rennbahn. Gegen das so gefährliche Grand National, das die Pferde angeblich direkt in den Tod schickt und überhaupt sind Pferderennen böse Tierquälerei und gehören verboten. Sagen sie, ist natürlich Humbug.


Ob Animal Aid oder die Kollegen von PETA, sie tun sich nichts in ihrer Ablehnung gegen den Sport, den wir doch alle so mögen. Egal ob Flach- oder Hindernissen – da machen sie keine Unterschiede. Für diese Fanatiker ist jede Art von Pferdesport Tierquälerei.
Ich habe mal vor einigen Jahren versucht, mit PETA auf deren Facebook-Seite zu diskutieren. Der Versuch war vergeblich, so schnell wie dort wurden meine Beiträge anderswo noch nie gelöscht. Ist ja auch schön, wenn man sich in diesem Gerüst von Lügen eingerichtet hat. Mit der Realität hat das leider nichts zu tun.
Dem englischen Hindernistrainer Oliver Sherwood platzte jetzt der Kragen. „Eine ehrliche Debatte ist gut, aber man kann nicht mit Fanatikern argumentieren, deren Argumente nicht auf Fakten beruhen“, schreibt er in einem langen Facebook-Beitrag.
Der Rennsport sei sehr offen und ehrlich mit seinen Verletzungen und Todesfällen. Bei den Gegnern sei das hingegen anders: Sie veröffentlichen Fake-Fotos, die oft schon Jahre alt sind. „Social Media ist dabei die perfekte Plattform, um Lügen und Manipulationen dieser skrupellosen Tierrecht-Aktivisten zu verbreiten.“

Fanatiker sind nicht zu bekehren
Auch in Deutschland sind die sogenannten Tierschützer unterwegs. Vor der Dortmunder Rennbahn habe ich sie noch nicht gesehen, aber vor anderen Bahnen wie Hamburg protestierten sie schon. Dass die PETA-Ideologie in der Öffentlichkeit präsent ist, sah man in der unsäglichen NDR-Reportage „Das kurze Leben der Rennpferde“. Dort wurde der Sport mit Unwahrheiten und selektiven Stimmen regelrecht vorgeführt. Sensible Seelen, die den Sport nicht kannten, durften sich empören. Manchmal sind das die Gleichen, die ihr Fleisch beim Discounter kaufen. Hauptsache billig.
Was kann der Sport tun, um gegen diese Lügen zu kämpfen? Die Fanatiker auf der anderen Seite wird man nicht bekehren können, mit PETA etwa ist jede Diskussion sinnlos. Sagt Oliver Sherwood ja auch. Er schlägt vor, sich stattdessen auf die Leute zu konzentrieren, die mehr über den Sport, die Pferde und die Menschen erfahren wollen. „Das Internet sollte mit Fotos überschüttet werden, die die Liebe und Fürsorge, die wir unseren Pferden geben, zeigen“, schreibt er.
Ich finde zudem, dass der Rennsport sich mehr gegen die Anschuldigungen von PETA und Co. wehren sollte. Offensiver kommunizieren und zeigen, dass die Rennpferde wie erfolgreiche Sportler behandelt werden. Wie German Racing 2017 nach dem NDR-Beitrag reagierte, das war schon gut. Nur sollte man selber das Geschehen mehr in die Hand nehmen. Tage der offenen Türen von Trainern und Gestüten wie vor kurzem sind da eine Chance. Und vielleicht mal wirklich über das Thema Peitsche nachdenken.



Freitag, 5. April 2019
Drei Alternativen zu Tiger Roll
Grand National 2019: Am Samstag um 18:15 ist es wieder so weit. 40 Pferde messen sich über die berühmten Hindernisse in Aintree bei Liverpool. Der klare Favorit heißt Tiger Roll, aber es wird alles andere als ein Spaziergang für den Elliott-Schützling. Dafür entwickelt das National immer wieder eigene Geschichten. Unsere Favoriten.

Eigentlich kann man jedes Jahr das Gleiche zum Grand National schreiben: Trotz aller Entschärfungen sind die Rennen über die National Fences (eines an jedem Renntag) immer noch eine besondere Herausforderung an Ross und Reiter. Die Strecke ein Marathon über fast 7 km, die Hindernisse immer noch ganz was Besonderes, 40 Pferde sorgen zudem für Turbulenzen. Seit 2012 ist immerhin nichts mehr passiert und ich bin immer noch erstaunt, wenn sich manche Traditionalisten die alten Sprünge herbeisehnen. Muss nicht sein – und damit sind wir beim Grand National 2019 und seinen chancenreichsten Kandidaten.

Tiger Roll (Trainer Gordon Elliott)
Ein phänomenales Pferd und der Vorjahressieger. Schafft er es als erster Kandidat seit des großen Red Rum, das National zweimal nacheinander zu gewinnen? In dieser Saison offenbar noch besser: Überlegener Triumph in der Cross Country Chase, die gleiche Route absolvierte der Elliott-Schützling auch 2018. Klarer Favorit, der Kurs ist aber viel zu tief. Und viel Gewicht für ein relativ kleines Pferd.

Anibale Fly (Trainer Tony Martin)
Höchstgewicht, seine Plätze 2 und 3 im Cheltenham Gold Cup sind die besten Formen im Feld. Im letzten Jahr Vierter im National. Chancenreich, aber dennoch nicht leicht mit Höchstgewicht.

Rathvinden (Trainer Willie Mullins)
Die Wahl von Ruby Walsh unter den Mullins-Startern. In dieser Saison erst ein Start, die Grade 3 Bobbyjo Chase gewann er gegen Alpha Des Obeaux. Im letzten Jahr in Cheltenham über weite 6400 Meter erfolgreich. Früher ein etwas unsicherer Springer, das scheint behoben. Günstig im Handicap.

Vintage Clouds (Trainerin Sue Smith)
Großer Steher einer Trainerin, die für solche Pferde eine gute Hand hat. Im letzten Jahr Dritter im Scottish National, zuletzt guter Zweiter in der Ultima Handicap Chase in Cheltenham. Beständiger Debütant über die National-Hindernisse, aber nicht gerade ein Siegertyp.

Lake View Lad (Trainer Nick Alexander)
Kandidat, der sich von Rennen zu Rennen verbessert hat und dessen Grenzen noch nicht erkannt sind. Zuletzt guter Dritter in der Ultima Handicap Chase in Cheltenham. Guter Springer, die Distanz ist zwar Neuland, aber Lake View Lad lief immer wie ein Steher. Sehr interessant.

Joe Farell (Trainerin Rebecca Curtis)
Überraschte im letzten Jahr mit seinem Erfolg im Scottish National als 34:1-Chance. Zuletzt wieder gut in Form, bei weitem noch nicht erfasster Steher, der gerade noch ins Rennen rutschte. Interessanter Starter mit Fliegengewicht.

Rock The Kasbah (Trainer Philipp Hobbs)
Shirocco-Sohn, dessen größte Stärke Stamina heißt. Die Formkurve wirkt etwas inkonsistent, lief aber immer in guter Gesellschaft.

Pleasant Company (Trainer Willie Mullins)
Dritter Versuch im National, 2018 guter Zweiter hinter Tiger Roll, großer Steher, der auch schweren Boden kann. Die beiden diesjährigen Formen sind eher schwach, aber das war 2018 auch nicht anders. Zu beachten, auch wenn er höher im Handicap als 2018 steht.

One For Arthur (Trainerin Lucinda Russell)
Der Sieger von 2017, pausierte danach aber über 18 Monate. Die Comeback-Versuche in guter Gesellschaft waren schwach, sprang schlecht und warf seine Reiter ab. Davor aber ein sicherer Springer und großer Steher. Wäre ein kleines Wunder, wenn seine Trainerin ihn wieder zum Sieg bringen würde.

Ramses De Teillee (Trainer David Pipe)
Überzeugte jeweils als Zweiter im Welsh National als auch Grand National Trial in Haydock. Lief dort immer wie ein Pferd, das noch einiges im Tank hat. Guter Springer. Wenn er mit der Bahn zurechtkommt, wird er mitmischen. Je weicher der Boden, desto besser.

Ultragold (Trainer Colin Tizzard)
Großartige Bilanz über die National-Sprünge, zweifacher Sieger im Topham und zweimal auch platziert im Grand Sefton. Aber die National-Distanz ist zu weit.

Walk in The Mill (Trainer Robert Walford)
Erster im Dezember im Becher Handicap über diese Sprünge, hat also Form über den Kurs. Danach zwei ordentliche Auftritte über Hürden, der Wallach wäre nicht der Erste, der danach im National triumphiert. Die Distanz ist neu, aber dennoch eine Empfehlung.

Tipp
Die Drei gegen das Feld sind Lake View Lad, Ramses De Teillee und Pleasant Company. Erstere sind Pferde, die noch einiges im Tank haben sollten, sicher springen und auch weichen Boden können. Pleasant Companys Form aus dem Vorjahr war einfach zu gut. Sie alle müssen Tiger Roll besiegen, der ein würdiger Favorit ist. Nur leider ist das National kein Eldorado für Favoritenwetter.



Der letzte Doppelsieger des Nationals: Red Rum. Tiger Roll kann ihm folgen und bekommt dann vielleicht auch so nette Worte.



Montag, 25. März 2019
Jockeys ohne Zusatz
War das Cheltenham Festival 2019 der Durchbruch für weibliche Jockeys im englischen Hindernissport? Bryony Frost, Rachael Blackmore, Lizzie Kelly – sie alle gewannen Top-Rennen beim Festival. Aber vielleicht ist die Frage auch falsch gestellt. Vielleicht sollte man einfach nur sagen, dass die drei Top-Jockeys sind. Deren Weg an die Spitze nur etwas schwerer war.

Am Wochenende war wieder Alltag angesagt: Bryony Frost pausierte verletzt, Lizzie Kelly war auch nicht im Einsatz. Nur Bridget Andrews ritt zwei eher chancenlose Kandidaten in Newbury. Und in Kelso saß zweimal Rachael Mcdonald für Trainer Sandy Thomson im Sattel. Am Sonntag siegten immerhin Mcdonald und Lucy Gardner, Kelly hatte zwei chancenreiche Ritte in Exeter und belegte einmal Platz 2. Rachael Blackmore ritt viermal in Naas und Downpatrick – ohne Erfolg. Die Konkurrenz unter den Hindernisjockeys ist eben gewaltig.
Beim großen Festival in Cheltenham sah die Welt für die Frauen im Sattel deutlich besser aus: Selten habe ich so einen Gänsehaut-Moment in Cheltenham erlebt wie den nach dem Erfolg von Bryony Frost mit Frodon in der Ryanair Chase. Sieger werden dort immer groß zelebriert, aber an diesen Donnerstag bebte die Bahn. Es waren magische Bilder: Frodon, im Sattel steht seine famose Reiterin, um sie herum nur glückliche Menschen. Aber haben die Leute Frost gefeiert, weil sie eine Frau ist? Ich denke nein. Eher, weil sie ein fantastischer Jockey ist und ihre offene Art zudem die Öffentlichkeit verzaubert. Zumindest ersteres Argument trifft auch auf Blackmore und Kelly zu, die beim Festival glänzten.

„Rhythmus gewinnt Rennen“
Das meint auch Pat Smullen, der irische Top-Jockey. „Ich denke, die Zeit ist gekommen, in der Frauen nicht mehr als weibliche Jockeys bezeichnet werden sollten“, schreibt er in diesem Beitrag für TDN. Denn „Rachael Blackmore, Bryony Frost und Lizzie Kelly reiten auf höchstem Level so gut wie jeder andere Jockey.“ Sie verdienen es, einfach Jockeys genannt zu werden.
Und Smullen räumt mit einem anderen Urteil auf. „Körperliche Stärke ist ein wichtiger Faktor beim Rennreiten, aber er ist nicht der, der über Sieg oder Niederlage entscheidet.“ Sehr wichtig sei etwa, Pferde auf die Hindernisse einzustellen. Oder ein „Renn-Gehirn“ . „Rhythmus gewinnt Rennen“, nennt es Frost. Allerdings sagt Smullen auch, dass Frost, Blackmore und Kelly im Endkampf mit ihren männlichen Kollegen mithalten können.
Dennoch haben es Frauen immer noch schwer im Hindernissport – trotz der guten Vorarbeit etwa von Nina Carberry oder Katie Walsh. Die aber beide Amateurinnen blieben. In der englischen Rangliste taucht irgendwann auf Platz 30 oder höher Bryony Frost auf, es folgen in Abständen Lizzie Kelly, die (in meinen Augen völlig unterbewertete) Bridget Andrews oder Lucy Alexander. Die Ranglisten werden zu 99 Prozent von Männern geprägt. Und auch im Nachwuchsbereich dominieren die männlichen Kollegen. Auffällig: Kelly, Andrews und Alexander reiten fast nur für ein Quartier, Frost ist da vielseitiger aufgestellt, unter anderem mit Ritten für Paul Nicholls und Neil King.
Immerhin liegt Rachael Blackmore derzeit auf Platz 2 in der irischen Jockey-Statistik in Irland. Hinter Paul Townend, aber vor Davy Russell oder Ruby Walsh. Eine famose Entwicklung, die auch Top-Trainern wie Henry de Bromhead oder Willie Mullins nicht verborgen blieb. Aber auch sie ist die Ausnahme – in den Top 20 gibt es keine anderen weiblichen Jockeys.



Magische Momente: nicht nur Vater Jimmy Frost ist stolz auf Tochter Bryony



Freitag, 11. Januar 2019
Die besten Wett-Infos aus GB
Nette Anfrage eines neueren Galopp-Enthusiasten vor kurzem: Er habe im Winter die Pferderennen in England und Irland entdeckt. Formen seien ja bei den Wettportalen wie Racebets und Pferdewetten.de vorhanden, er suche aber nach Beschreibungen der einzelnen Starter. So wie sie die deutsche Sport-Welt habe. Dem Mann kann geholfen werden.

Der Kolumnist nutzt in der Regel drei Quellen. Da wären zuerst einmal die Spotlights der Racing Post. Die sind in verkürzter Form gratis, in der längeren Form aber kostenpflichtig, wenn man sie direkt auf der Homepage der RP nutzen möchte. Jedoch findet man die Spotlight-Einschätzungen der Racing Post auch bei Racebets: Einfach nur den Pferdenamen anklicken und schon hat man die längere Version. Zudem gibt es unter jedem Rennen den Tipp des jeweiligen Schreibers. Um diesen Service nutzen können, brauche ich übrigens kein Konto bei Racebets.
Bekannte Kolumnen der Post wie Pricewise sind leider hinter der Bezahlschranke. Wer jedoch den Samstags „The Punt“ per E-Mail abonniert, bekommt die Einschätzungen unter anderem von Tom Segal (Pricewise) oder Paul Kealy zumindest an diesem Tag gratis.



Sporting Life
Ich habe noch nie ein Racing Post-Abo gehabt. Wozu auch, es gibt genügend kostenlose Alternativen. Da wäre zu einen das Angebot der Sporting Life. Ganz alte Hasen werden sich erinnern: Das war auch mal eine Print-Zeitschrift, mit deutlich längerer Tradition als die Racing Post. Doch gedruckt gibt es die Sporting Life seit 1998 nicht mehr, nachdem Pläne scheiterten, sie als allgemeine Sportzeitung auf den Markt zu bringen. Im Netz ist sie aber schon sehr lange mit einem großen Angebot präsent. Nicht nur in Sachen Pferderennen, auch in anderen Sportarten wie etwa Fußball.
Kernkompetenz der Life ist immer noch der Turf. Zu jedem Rennen gibt es Formen, detaillierte Bewertungen der Starter und am Ende die Vorhersage. Dazu präsentiert die Sporting Life eine beste Wette des Tages (Nap of the Day), sehr empfehlenswert ist zudem am Samstag (und bei den großen Festivals) die Kolumne Value Bets, bei denen chancenreiche Außenseiter genannt werden. Manchmal empfiehlt Ben Linfoot richtig interessante Pferde, seine Bilanz kann man hier verfolgen.
Nicht ganz so gut gefallen mir an Samstagen die Kolumnen von Simon Holt und die Yankee-Tipps von TV-Moderator Oli Bell. Die beiden nennen zu oft die Favoriten und ich bin nicht unbedingt ein Favoritenwetter. Zumal die ja nicht immer ankommen.



Attheraces
Dritte Anlaufstelle ist attheraces oder kurz ATR. Stimmt eigentlich nicht mehr, denn seit 1. Januar heißt ATR Sky Sports Racing. Verändert hat sich vorerst nichts: In Sachen Rennsport bleiben die Seiten eine gute Adresse. Am liebsten schaue ich aber auf die Seite Racecards. Das Besondere: Hier liefert Timeform die Einschätzungen der Pferde und bewertet ihre Chancen mit Sternen. Fünf Sterne bedeuten beste Möglichkeiten, ein Stern ist chancenlos. Bei den Urteilen gibt es nicht nur den Tipp von Timeform, sondern auch den der ATR-Redaktion.
Nicht nur von der Optik gefällt mir dieses Angebot sehr gut. Zudem erfahre ich etwa mit einem Mausklick, ob das Pferd Form auf diesen Boden hat und wie der Trainer in den letzten Tagen agiert hat. Das sind zwei Informationen, die ich beim Wetten immer berücksichtige. Timeform hat übrigens eine sehr empfehlenswerte App. Die anderen Seiten nutze ich eher sparsam – ob Tipster oder Kolumnen. Die Course Guides finde ich noch ganz interessant.

Die besten Seiten?
Welches Angebot ist nun aber wetttechnisch das Beste, wer liefert die meisten Sieger? Schwer zu sagen. Vor einiger Zeit hätte ich die Spotlights der Racing Post empfohlen, aber das sehe ich nicht mehr so. Bei den Einschätzungen nehmen sich alle drei nicht viel.
Vor einigen Jahren habe ich mal ein Spiel gemacht: Der Kolumnist gegen die englische Fachpresse. Die Sporting Life war nicht dabei, aber an jedem Renntag, an dem ich Pferderennen verfolgt habe (in der Regel Samstags und die großen Meetings), habe ich meine Siegtipps mit denen der Racing Post, Timeform und attheraces verglichen. In der Regel ein Ort, Sieg zehn Punkte, Platz 2 fünf Punkte, Platz 3 drei Punkte. Sieger über Toto 100 gaben Extrapunkte (110 11, 120 12, 130 13…). Der Sieger: Ganz klar Timeform (die oft den Favoriten nannten), Zweiter der Kolumnist mit Kopf vor der Racing Post, Letzter und schon deutlicher geschlagen attheraces (die manchmal sehr unkonventionell tippten).



Donnerstag, 13. Dezember 2018
Drei starke Veteranen des Hindernissports
Sie haben Herz und Mut, sind eisenhart und schon lange dabei im Hindernissport. Und stehen stellvertretend für viele andere Pferde in diesem Metier, das doch angeblich so viele Kandidaten verschleißt. My Tent or Yours, Pete The Feat, Harry The Viking – drei Pferde, die zuletzt für Schlagzeilen sorgten. Und beste Beispiele für Nachhaltigkeit im Sport.

Letzte Woche gab es mal wieder einen dieser schwarzen Tage für den Hindernissport: In Musselburgh verloren vier Pferde an einem Tag ihr Leben. Natürlich ist das traurig, unser Mitgefühl gehört allen, die ihnen verbunden waren. Und leider ist ein Beinbruch in den meisten Fällen ein Todesurteil. Jedes tote Pferd ist ein totes Pferd zu viel. Aber das passiert ja nicht immer – die große Mehrzahl der Veranstaltungen bleibt ohne Fatalitäten. Kommentare wie „Mördersport! Ohne Herz für Pferde, reine Sensationsgier!“ oder „Das hat nichts mit Pferdesport und Tierliebe zu tun! Nur noch Profit und Prestige“ klingen zwar schön emotional, sind aber falsch. Allein in der letzten Woche gab es genügend Beispiele, dass der Hindernissport nachhaltig ist und viele Pferde nach einer langen Karriere auch im fortgeschrittenen Alter erfolgreich laufen. Drei Beispiele.

My Tent Or Yours
Da wäre etwa My Tent Or Yours, dessen Karriere-Ende vor kurzem sein Trainer Nicky Henderson verkündete. Elf Jahre ist er inzwischen, lief in 25 Rennen, siegte neun Mal, wurde elfmal Zweiter und dreimal Dritter. Er hatte als Hürdler höchstes Format, doch eigentlich ist er mehr für seine zweiten Plätze als Siege berühmt.
„Die Leute sagen, er ist das beste Pferd, das nie eine Champion Hurdle gewann und ich denke, sie haben Recht. Er war Zweiter in drei Champion und einmal in den Supreme Novices“, sagt sein Trainer. „Viermal nacheinander Zweiter in Grade 1-Rennen in folgenden Cheltenham Festivals – das ist selbst ein Rekord“. Niederlagen gegen Top-Pferde wie Buveur D’Air, Annie Power oder Jezki sind wahrlich keine Schande. Jetzt geht es nach Martinstown, wo viele ehemalige Athleten von Besitzer JP McManus ihren Ruhestand verbringen.

Pete The Feat
Nicht in ganz so hochklassigen Sphären ist Pete The Feat unterwegs, aber der 14jährige ist ein Muster an Mut und Härte. „Er bestimmt selbst, wann Schluss ist“, meint sein Trainer Charlie Longsdon. Noch verspürt der Wallach aber Lust auf Rennen und Rennbahn. So wurde er am Freitag Dritter in Sandown. 65 Starts absolvierte er bislang, zwölf Mal davon konnte er siegen, 17 mal war er platziert.
Dabei war sein Start ins Rennleben alles andere als verheißungsvoll: Fast drei Jahre und 19 Versuche dauerte es, bis die Besitzer, eine Partnerschaft mit dem schönen Namen Don Sebastiao, endlich den ersten Erfolg feiern konnten. Der Wallach gewann ein harmloses Hürdenrennen in Fontwell. Über die Jagdsprünge aber entwickelte Pete The Feat sich besser: Für Trainerin Anna Newton-Smith schaffte er zwei Erfolge in Folkestone. Doch erst mit dem Wechsel zum jetzigen Coach Charlie Longsdon kam Ende 2012 der endgültige Durchbruch: Fünf Erfolge in Serie folgten, Longsdon hatte den Wallach noch mal gut gesteigert.
Die letzten drei Siege im Januar und Dezember 2017 sowie im März 2018 geschahen alle in Sandown. Auf der Bahn im Großraum London zählt er zu den Lieblingen, das Publikum feierte ihn im März frenetisch, als er Horatio Hornblower niederrang.

Harry The Viking
Quasi zum Inventar der großen Steher-Handicaps in Schottland und Nordengland zählt Harry The Viking. Ein 13jähriger Wallach, der am Sonntag in der Scottish Borders National Handicap Chase in Kelso mal wieder Großes leistete. Rachel Mc Donald steuerte den Wallach fast Start-Ziel zu einem hart umkämpften Sieg gegen Calett Mad. Damit wiederholte Harry The Viking in diesem über 6400 Meter langem Marathon seinen Erfolg aus dem Jahr 2016. „Er ist ein erstaunliches Pferd und überrascht uns immer wieder“,lobte Trainer Sandy Thomson seinen Crack. „Er ist ein wirklicher Star“, sagte Reiterin Rachel Mc Donald. „Er gibt immer alles, streckt seinen Hals raus und arbeitet so hart für dich.“ Kein Wunder, dass das Publikum den „Wikinger“ mit viel Beifall empfang.
In seinen jungen Jahren galt Harry The Viking als Hoffnung im Stall von Paul Nicholls, einer seiner Mitbesitzer war Manager-Legende Alex Ferguson. Doch mit dem anvisierten Grand National wurde es nichts, 2014 wechselte er zu Trainer Sandy Thomson nach Schottland. Dort entpuppte er sich nicht gerade als Gewinner-Typ, holte aber viele Platzierungen in gutdotierten Steher-Steeplechases. 2016 platzte dann in Kelso wieder der Knoten. Die Bilanz: 43 Starts, sieben Siege, zwölf Platzierungen.
Nur das Grand National blieb ein Traum. Sein Mitbesitzer Jim Beaumont weiß immerhin, wie sich so ein Sieg anfühlt. In seinen Farben gewann Auroras Encore das berühmte Handicap.



Freitag, 7. Dezember 2018
Kein Spaziergang für Altior
Einer der Top-Stars des englischen Hindernissports gibt sein Saisondebüt: Altior aus dem Stall von Nicky Henderson läuft am Samstag in der Tingle Creek Chase (Grade 1) in Sandown. Er trifft zwar nur auf drei Gegner, doch die zählen zu den besten Zwei Meilen-Steeplern des Landes: Un De Sceaux, Sceau Royal und Saint Calvados. Es könnte ein Spektakel werden.

Altiors Bilanz spricht für sich: 17 Starts, 15 Siege, 14 davon in Serie. Die beiden Niederlagen gab es in Flachrennen, über Hürden und die großen Hindernisse ist der Wallach noch ungeschlagen. Im März gewann er die Queen Mother Chase in Cheltenham, das beste Rennen für die Zweimeilen-Steepler. Manchmal denkt der Beobachter während des Rennens, jetzt schwächelt er ein wenig, doch wenn die Entscheidung naht, dann legt der High Chaparral-Sohn richtig los und zieht scheinbar mühelos an seinen Gegnern los.
Dabei trat Altior in große Fußstapfen: Denn er folgte Sprinter Sacre, einen weiterem Seriensieger aus dem Quartier von Nicky Henderson und für manche Beobachter das beste Hindernispferd der letzten Jahre. Ein sicherer und gleichzeitig eleganter Sprinter, bei dem alle Erfolge unglaublich leicht wirkten. Auch er lief in den Jagd-Rennen um die zwei Meilen, siegte unter anderem in Arkle, Queen Mother Champion Chase und Tingle Creek (2012), Bilanz: 22 Starts, 16 Siege, Gewinn fast 1,4 Mio. Euro. Der Sohn des einst in Deutschland gelaufenen Hengstes Network hatte nach seiner ersten großen Siegesserie eine kleine Schwächephase, doch er kam im Stil eines Champions zurück. 2016 endete die große Karriere von Sprinter Sacre.



Einfach nur Klasse: Sprinter Sacre deklassiert das Feld in der Tingle Creek Chase 2012

Herausforderer
Hält also Altiors Serie? Er wird als Favorit an den Start kommen und wahrscheinlich unter 20:10 stehen. Aber die Gegner sind alles andere als Statisten. Da wäre zum Beispiel Un De Sceaux aus dem irischen Champion-Quartier von Willie Mullins. Zehn Jahre ist der Wallach inzwischen, doch nach Bestform sollte er ein ernstzunehmender Gegner für Altior sein. 2016 gewann er die Tingle Creek und auch 2017/2018 lief er zu großen Leistungen auf. Der Höhepunkt kam zum Schluss im April, als er den Stallgefährten Douvan in der Champion Chase in Punchestown besiegte. Der Frontrenner mag weichen und schweren Boden und braucht keine Anlaufzeit: Seine ersten Starts gewann er nach einer Pause fast immer.
Dagegen ist der erst sechsjährige Sceaux Royal (Trainer Alan King) noch ein Talent, der in der letzten Saison in der Novice-Klasse unterwegs war. Dort überzeugte er eigentlich in jedem Rennen und auch der Saisonstart in den Shloer Chase in Cheltenham (Grade 2) fiel überzeugend aus. Der King-Schützling ist in guter Form, steht aber jetzt vor einer neuen Herausforderung. „Altior ist ein sehr, sehr gutes Pferd und unser Pferd muss sich verbessern, wenn er ihn schlagen will. Aber Samstag wird uns eine ganze Menge sagen, wo wir sind und wohin die Reise geht“, sagt Jockey Daryl Jacob.
Nicht zu unterschätzen ist der vierte Starter Saint Calvados aus dem Quartier von Harry Whittingham. Auch er zählte im letzten Jahr zu den Top-Novices, die einzige schwache Form kam in der Arkle Chase in Cheltenham. Zum Saisondebüt siegte er in einer Gruppe 3-Prüfung in Naas. Das war eine starke Form, auch wenn er vom Fall des hohen Favoriten Footpad profitierte. Natürlich muss sich auch Saint Calvados, der ebenfalls gerne von der Spitze läuft, weiter verbessern. Potenzial hat er wie Sceau Royal, aber reicht das am Samstag gegen Altior und Un De Sceaux?

Tipp
Eher ein Rennen zum Gucken. Altior ist ein Gigant, aber die anderen werden ihm den Sieg schwermachen. Ich mache eine kleine Wette auf Sceaux Royal, vielleicht ist er ja der kommende Champion.



Donnerstag, 22. November 2018
Sechs Empfehlungen über englische Hindernisse
Die englische Hindernissaison 2018/2019 kommt in Schwung. Letzte Woche war das November-Meeting in Cheltenham, allmählich laufen die großen Namen aus den Ställen. nurpferdeundfussball nennt sechs Pferde, die nach unseren bescheidenen Maßstäben in dieser Saison besondere Beachtung verdienen.

Summerville Boy (Trainer Tom George)
Geschwister können so verschieden sein: Der Bruder Desert Retreat kam bei 16 Starts nicht über einige zweite Plätze hinaus, der jüngere Summerville Boy triumphierte hingegen im März in einem der Top-Rennen der Nachwuchshürdler, der Supreme Novices‘ Hurdle in Cheltenham. Dabei besiegte der Schützling von Trainer Tom George den alten Rivalen Kalashnikov, den er schon im Januar in Sandown hinter sich ließ.
„Er ist sehr schnell“, charakterisiert ihn sein Trainer und schnelle Pferde starten im Hindernissport über zwei Meilen (ca. 3400 Meter). Ziel ist die Champion Hurdle während des Cheltenhams-Festivals. Dort wird es dann wahrscheinlich ernst gegen die großen Jungs: Buveur D’Air, Melon, Faugheen oder Mit-Youngster Samcro. Schon der Saisonauftakt Anfang Dezember in der Fighting Fifth in Newcastle könnte ein Kracher werden: Auch Buveur D’Air und Samcro sollen starten.

Santini (Trainer Nicky Henderson)
Manche Experten nennen ihn das „interessanteste Nachwuchs-Jagdpferd über Steher-Distanzen“ in Großbritannien. Viel Ehre für Santini bereits vor seinem Debüt über die großen Sprünge, aber für Trainer Nicky Henderson waren Jagdrennen schon immer das Ziel.
Dabei war der sehr große Milan-Sohn ein sehr guter Hürdler: Nach seinem siegreichen Debüt in Newbury besiegte er den guten Black Op in der Ballymore Classic Novices‘ Hurdle (Grade 2) in Cheltenham und holte sich in Aintree die Sefton Novices‘ Hurdle (Grade 1). Einziger kleiner „Makel“ war der dritte Platz in Cheltenhams Albert Bartlett Novices‘ Hurdle, als er auf schwerem Boden trotz aller Unreife noch gut ins Rennen fand.
Santini ist ein harter Geselle, der noch lange nicht alle Karten aufgedeckt hat. Er ist ein nimmermüder Galoppierer mit viel, viel Stamina. Das macht ihn zu einem interessanten Kandidaten für Prüfungen wie die RSA Insurances Novices‘ Chase des Cheltenham Festivals.



Alles harte Arbeit: Santini behält in der Doom BarSefton Novices‘ Hurdle in Aintree die Oberhand.

Mister Whitaker (Trainer Mick Channon)
Diese Kolumne hatte Mister Whitaker schon zum Cheltenham Festival 2018 empfohlen und dieser gewann dann auch die Close Brothers Handicap Chase. Ein kontinuierlich verbessertes Jagdpferd, das mit sechs Jahren noch weitere Reserven haben sollte. Dies zeigte der Court Cave-Sohn zum Saisonauftakt in Carlisle mit einem überzeugenden Erfolg in der Colin Parker Memorial Chase.
Auch Platz 4 zuletzt in der gutbesetzten BetVictor Gold Cup Handicap Chase (Grade 3) in Cheltenham war in Ordnung, auch wenn der Sieger Baron Alco schon weit entfernt war. Aber vielleicht war der gute Boden ein wenig unpassend, auf weicherem Untergrund könnte Mister Whitaker noch mal zulegen.

White Moon (Trainer Colin Tizzard)
Auch unser nächster Kandidat hat deutsche Wurzeln, denn er wuchs im Gestüt Etzean auf. Doch der Sholokhov-Sohn startete nie in Deutschland, er kam über die irischen Point-To-Point-Rennen in den Stall von Trainer Colin Tizzard. Dort konnte er sehr gefallen: Der imposante Schimmel gewann seine ersten beiden Rennen über Hürden in Wincaton und Exeter wie ein Pferd anderer Klasse.
Dann kam im Dezember 2017 der Rückschlag – White Moon wurde als Mitfavorit Letzter in der Grade Two Ballymore Novices' Hurdle. Ein Grund für das schlechte Laufen war eine Verletzung, das Comeback gab es jetzt in der Steel Plate And Sections Novices' Chase in Cheltenham.
Es war das Debüt über die schweren Sprünge, Trainer Colin Tizzard zeigte sich sehr vorher durchaus optimistisch. Tizzard lag nicht falsch: White Moon lief ein gutes Rennen gegen talentierte Gegner, war bis zum letzten Hindernis sehr gut dabei. Doch dann wurde es sehr eng, der Wallach fiel. Eine sehr unglückliche Aktion, die Racing UK-Experten waren sich einig, dass der Tizzard-Schützling gewonnen hätte. Immerhin stand er sofort wieder auf und kam nur mit dem Schrecken davon.
Hindernisrennen haben auch immer etwas mit Aufstehen zu tun: White Moon ist ein weiterer Steepler, der in den Nachwuchs-Jagdrennen einiges verspricht.

Lalor (Trainer Kayleigh Wollacott)
Manchmal schreiben Rennsport und das Leben wunderbare Geschichten. Eine solche war der Erfolg von Lalor in der Arkle Trophy Trial am letzten Sonntag in Cheltenham. Das Pferd bot eine tadellose Vorstellung in dieser Prüfung für talentierte Nachwuchssteepler, gewann gegen gute Gegner und demonstrierte Mut, Sprungvermögen und Speed.
Doch es sind die besonderen Umstände, die den Erfolg von Lalor so emotional machten. Richard Wollacott, sein vorheriger Trainer, nahm sich im Januar das Leben – er litt unter starken Depressionen. Kayleih Wollacott, seine Witwe, übernahm das Training und führte den Wallach im April zu einem Grade 1-Erfolg in Aintree.
Jetzt kam es noch besser: „Lalor war Richard’s Lieblingspferd und er sagte immer, das ist das beste Ding, wo wir unsere Hände daran haben“, sagte Kayleigh Wollacott und dankte den Besitzern David und Bunty Stanton, dass sie das Pferd weiter trainieren durfte.
Ziel ist natürlich die Arkle Trophy während des Cheltenham Festivals. Die Geschichte würde noch wunderbarer, wenn Lalor auch dort triumphieren würde.

Ecco (Trainer Paul Nicholls)
Als Pferd aus Deutschland, dass es sogar in die Top-Rennen Derby und Union schaffte, interessiert Ecco, der ehemalige Schützling von Peter Schiergen, besonders. Sein neuer Trainer heißt Paul Nicholls und auch wenn dieser nicht mehr ganz die großen Namen wie früher betreut, ist sein Quartier immer noch eine sehr gute Adresse im englischen Hindernissport.
Der Maxios-Sohn lief auf der Flachen wie ein Pferd mit einer Menge Stamina. Jetzt ist er Wallach und seine Zukunft sind erstmal die Hürdenrennen für die Neulinge. „Es wird immer schwerer, interessante junge Hürdler zu finden und ich denke, mit ihm haben wir einen gefunden“, sagt sein neuer Betreuer. „Wir lernen ihn noch kennen, aber im neuen Jahr wird er ein spannender Kandidat über Hürden sein.“ Dann schauen wir mal.



Donnerstag, 18. Oktober 2018
Champions Day in Ascot: Die besten Tipps
Noch mal großer Sport auf der Flachen in England. Champions Day in Ascot, fünf Prüfungen locken viele der besten Pferde der Insel. Am Mittwoch lautete die Bodenangabe weich bis schwer bzw. schwer bis weich auf dem Rundkurs. Auch wenn es bis Samstag weitgehend trocken bleiben soll, wird der Boden zumindest weich sein. Eine kleine Vorschau auf die wichtigsten Prüfungen des Tages.

British Champions Sprint Stakes
In dieser Saison fehlt der Ausnahmesprinter und so ist dieser Champion Sprint eine offene Sache. Favorit ist The Tin Man, mit sechs Jahren im besten Sprinter-Alter und zuletzt Gewinner der Gruppe 1-Sprint Cup Stakes in Haydock. Dabei schlug er auf schwerem Boden einige seiner Gegner von Samstag, zudem mag er die Bahn in Ascot. Zum vierten Mal läuft der Schützling von James Fanshawe in den Champions Sprints Stakes, 2016 siegte er bereits dort.
Die Konkurrenz aber ist stark. Vorjahressiegerin Librisa Breeze hat jetzt endlich weichen Boden, Brando (zuletzt Zweiter in Haydock) ist ein weiterer gefährlicher Kontrahent. Harry Angel hat ausreichend Talent und Klasse, zuletzt enttäuschte er jedoch und seine Bilanz in Ascot ist dürftig. Mir gefällt jedoch Tasleet am besten, der weichen Boden kann, in diesem Jahr wenig lief und mit frischen Reserven alle schlagen kann. Im Vorjahr scheiterte er nur an Librisa Breeze.
Tipp: Tasleet

British Champions Fillies & Mares Stakes
Wie gut ist Lah Ti Dar? Die Tochter der Dar Re Mi konnte zuletzt auch in der Niederlage gegen Kew Gardens im englischen St. Leger überzeugen, ihre Grenzen sind noch lange nicht erfasst. Die Gegnerinnen? Die Stallgefährtin Coronet war zuletzt immer in besten Aufgaben aktiv, blieb zwar sieglos, ist aber durchaus gefährlich, zumal sie weichen Boden kann. Kitesurf ist ein Gast aus Frankreich, bei ihrem letzten Auftritt war sie mit einem Hals vor Magic Wand. Diese hat auch noch eine Nennung, kommt mit guten Formen aus Frankreich – Zweite im Opera in Longchamp hinter Wild Illusion – und steht derzeit doppelt so hoch wie ihre damalige Bezwingerin im Wettmarkt. Einen Hinweis verdient Hydrangea aus dem O’Brien-Stall: In diesem Jahr hat sie bislang immer enttäuscht, 2017 gewann sie dieses Rennen in Ascot.
Tipp: Vielleicht erinnert sich Hydrangea ja an alte Klasse, aber Lah Ti Dar ist das zu schlagende Pferd.

Queen Elizabeth II Stakes
John Gosden hat gesprochen und damit kommt es nicht zum Duell der Stallgefährten Roaring Lion und Cracksman in den Champion Stakes. Roaring Lion ist vielleicht der beste Dreijährige auf der Insel. Nach seinem dritten Platz im englischen Derby folgten Gruppe 1-Triumphe in den Coral Eclipse Stakes, den Juddmonte Stakes und den Irish Champion Stakes. Bei jedem dieser Erfolge imponierte er mit seinem Speed, die Duelle gegen Saxon Warrior in Sandown und Leopardstown waren ganz großes Kino. Jetzt kommt das Aber: Das war alles über 2000 Meter, in den QE II geht es jedoch über die Meile.
Und da warten die Räuber: Etwa die brillante Stute Laurens, die bei ihrem vorletzten Start die grandiose Alpha Centauri entzauberte und zu den großen Entdeckungen der Saison zählt. Sowohl Roaring Lion als auch Laurens sind bislang nur auf maximal gut bis weichem Boden gestartet, richtig weicher Undergrund wäre Neuland. Der starke französische Gast Recoletos hat dagegen auf schwerem Geläuf schon gewonnen, er ist ebenso wie der ungemein formbeständige Lord Glitters ein Kandidat mit guten Möglichkeiten. Aber Spielverderber für alle könnte Addeybb werden. Der Haggas-Schützling mag weichen Boden und lief immer wie ein Pferd, das noch Luft nach oben hat.
Tipp: Tolle Besetzung. Roaring Lion, Laurens, Lord Glitters oder Recoletos habe alle erste Chancen, aber die Empfehlung lautet Addeybb. Es ist erst sein vierter Start in dieser Saison, Gruppe 1 hat er noch nicht geholt, aber hinter den Konkurrenten liegt eine harte Saison. Das könnte zu seinem Vorteil werden.



Champions Day 2012: Der große Frankel triumphiert in den Champion Stakes, aber Cirrus des Aigles leistet lange Widerstand

Champion Stakes
Die große Frage: Wie gut ist Cracksman noch? Das sah bei seinen letzten Starts immer nach harter Arbeit aus. Es reichte immerhin, den ewig unterschätzten Salouen im Coronation Cup zu besiegen, gegen Poet’s Word gab es aber in Royal Ascot eine deutliche Niederlage. Auch wenn man zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht richtig wusste, wie gut dieser Stoute-Schützling eigentlich ist. Jetzt kommt Cracksman aus einer Pause und er hat seinen weichen Boden. Vielleicht beflügelt ihn das noch mal zu alter Klasse.
Ich gehe allerdings mit Crystal Ocean, dem beinahe King George-Sieger, als ihm ein gewisser Poet’s Word den Sieg noch entriss. Zuletzt unterlag er in Kempton auf der Allwetterbahn Enable, aber er musste John Gosdens Super-Stute auch einige Kilos geben. Jedenfalls wird der Sea The Stars-Sohn eventuelle Schwächen des Favoriten nutzen. Weichen Untergrund kann er jedenfalls.
Bei Capri wundere ich mich, dass man in der Distanz heruntergeht. Er machte zuletzt im Arc über 2400 Meter noch gut Boden. 2017 schlug er sowohl Cracksman (Irisches Derby) als auch Crystal Ocean (englisches St. Leger), aber das war über 2400 bzw. 2800 Meter.
Von den Außenseitern verdient Monarchs Glen einen Hinweis. Ein sehr talentiertes Pferd, das im letzten Jahr zu dieser Zeit zu großer Form auflief. Jetzt hat er nach seinem Sieg im Wolferton-Handicap pausiert, der Sprung ist groß, aber so unverwundbar sind die Konkurrenten am Ende einer oft harten Saison nicht.
Tipp: Crystal Ocean

British Champions Long Distance Cup
Stradivarius war in diesem Jahr ganz klar der König der Steher auf der Insel. Der Hengst aus dem Gosden-Quartier triumphierte 2018 im Yorkshire Cup (York), Gold Cup (Ascot), Goodwood Cup und im Lonsdale Cup (York) – bei vier Starts ist er noch ungeschlagen. Dabei fallen die Siege des Sea The Stars-Sohn nie überlegen aus, aber er ist ein großer Kämpfer und Steher mit viel Herz. Unschlagbar ist er aber nicht, zumal er auf gutem Boden deutlich besser ist.
Größter Gegner auf dem Papier ist Flag of Honour aus dem Aidan O’Brien-Stall. Der Galileo-Sohn kam so richtig ins Rollen, seitdem er auf Steher-Distanzen läuft. Zuletzt schlug er im irischen St. Leger Latrobe. Es sieht nach einem Duell dieser Kandidaten aus, an Thomas Hobson, Desert Skyline oder Sir Eric glaube ich so recht nicht.
Tipp: Stradivarius, aber eher ein Rennen zum Gucken.



Mittwoch, 10. Oktober 2018
Von glücklichen und unglücklichen Stuten in Longchamp
Nun ist er auch schon wieder Geschichte, der Prix de l’Arc de Triomphe 2018. Das Finish war Dramatik pur, Enable verteidigte hauchdünn ihren Titel gegen die anstürmende Sea Of Class. Die Stute aus dem John Gosden-Quartier ist schon ein Ausnahmepferd, dennoch wurde nach dem Rennen mehr über die Zweite als über die Siegerin gesprochen.

Es sollte nicht sein an diesem Tag für Jockey James Doyle. Mit großen Schritten kam Sea Of Class aus dem Hintertreffen nach vorne, zeigte enormen Speed. Doch der Zielpfosten kam zu früh, 50 Meter weiter hätte die Stute aus dem Stall von William Haggas Enable geschlagen.
War jetzt der Jockey schuld? Bei Facebook etwa gingen die Meinungen weit auseinander. Einige gaben dem Jockey die Schuld, andere lobten ihn, weil er das Optimale herausgeholt habe. Ich tendiere auch zu letzterem, ohne den Ritt gut zu finden. Dafür hätte Sea Of Class gewinnen müssen.
Aber versaut hat es Doyle nicht. „Man kann den Rennstil eines Pferdes nicht ändern“,sagte der Jockey im Interview mit Attheraces-Moderator Matt Chapman. Seine Stute kommt immer mit Speed aus den hinteren Bereichen, die äußere Startbox 15 und die Größe des Feldes waren für diese Taktik keine Hilfe. Auch von Trainer William Haggas gab es keine Kritik: „Er musste sie so reiten“.
Aus den hinteren Regionen kam auch Waldgeist noch angeflogen, am Ende war es für den französischen Mitfavoriten aus dem Gestüt Ammerland Platz 4. Davor endete sein Stallgefährte Cloth Of Stars, der damit bestes französisches Pferd war und ähnlich gut lief wie bei seinem zweiten Platz aus dem Vorjahr. Nur dass er diesmal näher an Enable als im Vorjahr war.
Meine Wette war also kaputt, trotzdem verdient Enable große Anerkennung. Frankie Dettori hatte ihr aus Startbox 5 ein optimales Rennen aus dem Vordertreffen serviert. Der Pfosten stand genau richtig.

Vorbild Mabs Cross
Vielleicht gibt es im nächsten Jahr die Revanche. Sea Of Class wird im Training bleiben, bei Enable gibt es noch keine Entscheidung. Trainer John Gosden könnte sich aber durchaus vorstellen, dass seine Stute zum dritten Mal im Arc antritt. Zumal es in diesem Jahr verletzungsbedingt erst ihr zweiter Start war.
Vielleicht macht es ja Sea Of Class so wie Mabs Cross, die in diesem Jahr im Gruppe 1-Sprint Prix de l’Abbaye siegte. Auch diese Stute hatte zuletzt nur mit einer Nase in den Nunthorpe Stakes in York gegen Alpha Delphini verloren, jetzt drehte sie den Spieß um und triumphierte mit einem Kopf vor Gold Vibe, Archie Watson und dem Favoriten Battaash. Ihre letzte Bezwingerin landete im geschlagenen Feld.
Mabs Cross ist eine sehr beständige Sprinterin, die dennoch regelmäßig unterschätzt wird. Weil im Vorfeld der großen Sprints alle über Battaash sprechen. Dieses Pferd von Trainer Chris Hills ist in Bestform brillant, aber er hat auch seine Eigenheiten. Es kann schon mal sein, dass ihn die Zuschauermenge zu sehr aufregt und er alle Energie im Führring und beim Aufgalopp lässt. Dann ist er nicht mehr unschlagbar.
Michael Dods, der Trainer von Mabs Cross, ist ein sehr erfolgreicher Trainer von Sprintern, für die es in England eine Menge Startmöglichkeiten gibt. Eines seiner besten Pferde war Mecca’s Angel, die zweimal unter anderem in den Gruppe 1-Nunthorpe Stakes in York siegte. Er trainiert in County Durham im hohen Norden Englands.



Maßarbeit: Mabs Cross holt sich mit Jockey Gerald Mosse auf den letzten Metern den Abbaye

Longchamp verpatzt Premiere
Service-Desaster auf dem neuen Rennplatz Longchamp. Dabei waren weniger Besucher als früher da. Aber sie erlebten lange Schlangen vor Wettschaltern, Imbissbuden und Toiletten – und das bei Eintrittspreisen bis zu 75 Euro. Zumindest berichten dies seriöse Blätter wie die Racing Post und der Guardian.



Freitag, 5. Oktober 2018
Sea of Class und Kew Gardens die Arc-Tipps
Nach zwei Jahren Chantilly ist der Qatar Prix de l'Arc de Triomphe wieder in seiner alten Heimat: Longchamp. Oder besser ParisLongchamp, wie der Kurs jetzt offiziell heißt. Neuer Name, neue Tribüne und die Eintrittspreise nähern sich englischem Niveau, aber dafür gibt es zwei Tage tollen Sport. Und der Arc ist der Höhepunkt. Starter und Chancen.

1. Defoe (Trainer Roger Varian/Jockey Andrea Atzeni): Im letzten Jahr stark verbesserter Dalakhani-Sohn, in diesem Jahr gewann er seine ersten beiden Rennen. Zuletzt in Deutschland unterwegs, im Großen Preis von Baden unterlag der Hengst knapp Best Solution. Die Gegner in Longchamp sind aber noch mal eine Klasse stärker.

2. Saluonen (Trainer Sylvester Kirk/Jockey Oisin Murphy): Zäher Bursche, der oft unterschätzt wird, aber in sehr guter Gesellschaft einige ganz starke Vorstellungen zeigte. So zum Beispiel in Epsom, als er Cracksman am Rand einer Niederlage hatte. Hat aber noch nie ein Gruppe-Rennen gewonnen. Sein Erfolg im Arc wäre eine Sensation.

3. Capri (Trainer Aidan 0’Brien/Jockey Donnacha O‘Brien): 2017 irischer Derbysieger und englischer St. Leger-Gewinner. Im letzten Jahr 17 von 18 im Arc, erst zwei Starts in diesem Jahr. Das Comeback nach einer Schulterverletzung als 5 von 6 im Prix Foy (Sieger Waldgeist) war mäßig, aber es war der erste Start nach Pause. Könnte überraschen.

4. Way To Paris (Trainer Antonio Marcialis/Jockey Gerald Mosse): Champs Elysses-Sohn, der immer in guter Gesellschaft lief, dort schon platziert war, aber eigentlich kaum eine Siegchance hatte. Klarer Außenseiter, auch wenn sein Jockey zuletzt in England mit scheinbar chancenlosen Pferden erfolgreich war.

5. Waldgeist (Trainer Andre Fabre/Jockey Pierre Charles Boudot): Galileo-Sohn in deutschem Besitz und nach Formen der Beste der heimischen Kandidaten. Zuletzt vier Siege in Serie, in diesem Jahr noch weiter verbessert. Top-Trainer, dessen letzter Arc-Erfolg aber auch schon ein paar Jahre zurückliegt. Sehr interessant und so leicht wie er meist die Nase vorne hatte, sollte er noch weitere Reserven haben.

6. Cloth Of Stars (Trainer Andre Fabre/Jockey Vincent Cheminaud): In diesem Jahr noch ohne Erfolg, zuletzt dreimal hinter dem Stallgefährten Waldgeist. So recht sieht es nicht nach einer Formumkehr aus. 2017 allerdings Zweiter im Arc hinter Enable. Je weicher der Boden, desto bessere Chancen.

7. Talismanic (Trainer Andre Fabre/Jockey Mickael Barzelona): Godolphin-Vetreter mit markantem weißen Gesicht. Schon sehr erfolgreich, 2017 etwa Triumphator im Breeders Cup Turf. Zuletzt Zweiter hinter Waldgeist, auch hier sieht es nicht unbedingt nach einer Formumkehr aus.

8. Tiberian (Trainer Alain Couetil/Jockey William Buick): Sechsjähriger Hengst, der 2017 seine beste Zeit erlebte. Die aktuellen Formen reichen nicht, kann nur überraschen.

9. Clincher (Trainer Miyamoto/Jockey Yutaka Take): Gast aus Japan, der zu Beginn des Jahres drei gute Leistungen in japanischen Gruppe-Rennen zeigte. Im Prix Foy gegen Waldgeist, Talismanic und Cloth Of Stars chancenlos. Es gab schon stärkere Herausforderer aus Fernost.



Arc 2002: Marienbard in den Godolphin-Farben siegt mit Frankie Dettori. Der deutsche Vertreter Boreal war leider ohne Chance

10. Enable (Trainer John Gosden/Jockey Frankie Dettori): Die überlegene Siegerin aus dem Vorjahr. 2017 schaffte sie das Doppel King George/Arc und war das überragende Pferd auf Distanzen über 2000 Meter. In dieser Saison erst ein Start, aber wie sie bei ihrem Comeback den Fast-King George-Sieger Crystal Ocean in die Schranken verwies, war schlichtweg grandios. Das zu schlagende Pferd, der Kurs ist aber entsprechend tief.

11. Neufbosc (Trainer Pia Brandt/Jockey Cristian Demuro): Einer der stärksten französischen Dreijährigen des Jahrgangs über 2400 Meter, Zweiter im Grand Prix de Paris hinter Kew Gardens und Dritter im Prix Niel vor Royal Youmzain aus dem Wöhler-Stall. Muss sich noch mal verbessern, könnte aber noch Reserven haben. Beste Leistungen auf gut bis weichem Boden.

12. Patascoy (Trainer Xavier Thomas-Demeaulte/Jockey Olivier Peslier): Knapp besiegter Zweiter im französischen Prix de Jockey Club über 2100 Meter als großer Außenseiter, bestätigte danach diese Form halbwegs als Zweiter in Deauville. 2400 Meter sind Neuland, aber nach seinem bisherigen Laufen sollte er sie können. Dennoch Außenseiter.

13. Kew Gardens (Trainer Aidan O‘Brien/Jockey Ryan Moore): Großer Steher, der zudem viel Speed besitzt. Englischer St. Leger-Gewinner, aber auch Erster im Grand Prix De Paris über 2400 Meter. Lief auch ordentlich, als die O’Brien-Form im Sommer nicht stimmte. Jetzt läuft es wieder im Quartier und Kew Gardens kann die Favoriten durchaus überraschen.

14. Study Of Man (Trainer Pascal Bary/Jockey Stephane Pasquier): Französischer Derbysieger, der danach aber zweimal enttäuschte. Vielleicht scheiterte er in Leopardstown auch am festen Boden, dennoch überzeugen andere Kandidaten mehr.

15. Louis D’Or (Trainer Tony Castanheira/Jockey Antoine Hamelin): Beste Leistung war Platz 3 im Prix Du Jockey Club, als er als 66:1-Chance alle überraschte und nicht weit vom Sieger Study Of Man entfernt war. Danach wieder meist unter ferner liefen, müsste sich schon gewaltig steigern.

16. Hunting Horn (Trainer Aidan O’Brien/Jockey Seamie Heffernan): Chester, Chantilly, Ascot, Belmont Park, Arlington und zuletzt Longchamp – weitgereister O’Brien-Dreijähriger, chancenlos im französischen Jockey Club, zuletzt Zweiter. Diese Formen reichen aber nicht.

17. Nelson (Trainer Aidan O’Brien/Jockey Michael Hussey): Der nächste aus der O’Brien-Armada. Frankel-Sohn aus einer irischen Oaks-Siegerin, nach bisherigen Vorstellungen wäre ein Erfolg eine Sensation.

18. Magical (Trainer Aidan O’Brien/Jockey Wayne Lordan): Dreijährige Galileo-Stute, für die zuletzt die Meiler in den Matron Stakes in Leopardstown zu schnell waren. Erster Versuch über 2400 Meter, weiter als 1800 Meter ist sie noch nie gelaufen. Ihre Mutter (Gruppe 1-Siegerin) hat immerhin über 2000 Meter gewonnen. Tempomacherin?

19. Sea of Class (Trainer William Haggas/Jockey James Doyle): Brillant verbesserte Stute, die vier ihrer fünf Starts gewann und zuletzt zweimal in Gruppe 1-Gesellschaft dominierte. Jetzt geht es gegen die „großen Jungs“, dreijährige Stuten haben eine gute Bilanz im Arc. Die Gegnerin für John Gosdens Stute.

Urteil
Schon komisch: 19 Starter im Arc, aber eigentlich wird nur über drei Pferde gesprochen, wenn es um den Sieg geht. Vorjahressiegerin Enable setzt die Maßstäbe, Sea of Class und Waldgeist folgen. Das Pferd von William Haggas ist das Pferd mit dem meisten Potenzial nach oben und die Alternative gegen Enable. Kew Gardens hat Speed und Stehvermögen und ist daher nicht zu unterschätzen. Von den heimischen Kandidaten verdient noch Neufbosc einen Hinweis.