Die Torhüter sorgen auch beim Afrika Cup 2010 für einige große Unterhaltungsmomente: Joao Raphael Kapango hütet das Tor für Mosambik und spielt ansonsten für Al-Terrana in Ägypten. Gegen Benin verschuldete der etwas übergewichtig wirkende 34jährige einen Elfmeter, rettete aber einige Male auch prächtig. Doch sein spektakulärster Auftritt kam kurz vor Schluss, als er auf etwas unkonventionelle Weise einen Ball aufnahm. Und je mehr ich die Szene sehe, desto mehr bin ich der Ansicht, dass der gute Raphael einen Schutzengel hatte, weil er sich dabei nicht ernsthaft verletzte.
Es sollte ein fröhliches Fußball-Fest werden. Doch der Anschlag auf den Mannschaftsbus Togos, bei dem der Fahrer, der Assistenzarzt und der Pressesprecher des Teams getötet wurden, legt einen düsteren Schatten über den Afrika Cup 2010, der heute in Angola beginnt.
Erst die Afrika-Meisterschaft und dann im Juni die Fußball-WM in Südafrika sollten das Image eines Kontinents verbessern, den viele mit Armut, Hunger, Gewalt und Bürgerkrieg gleichsetzen. Der Anschlag verstärkt das Unbehagen; schon zweifeln manche, ob die Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika sicher sei.
Einen Absage des Afrika-Cups stand allerdings nicht zur Debatte. Die Veranstalter wollen sich nicht der Gewalt beugen und haben die Sicherheitsmaßnahmen verstärkt. Gespielt wird jedenfalls an den vier Standorten – auch in der Exklave Cabinda, wo der Anschlag stattfand.
Nicht dabei ist die Mannschaft aus Togo: Der Präsident des Landes sprach ein Machtwort und beorderte die Mannschaft zurück. Die Spieler wollten ursprünglich antreten.
Schnee und Frost sorgen weiter für Chaos auf der Insel: Auch an diesem Samstag fallen alle Hindernisrennen in England und Irland aus. Pech für die noch relativ neue Bahn im walisischen Ffos Las: Denn mit der Welsh Champion Hurdle und der Tolworth Hurdle (die bereits letzte Woche in Sandown abgesagt wurde und extra nach Ffos Las transferiert wurde) standen zwei absolute Höhepunkte auf dem Programm. Zumindest die Welsh Champion Hurdle könnte am 17. Januar nachgeholt werden, wenn Ffos Las wieder veranstaltet und das Wetter mitspielt.
Ffos was? Das hätte ich bis vor einem Jahr auch noch gesagt. Nur wenige kannten den ländlichen Flecken fünf Meilen nördlich der walisischen Stadt Llanelli. Erst im Juni 2009 war die Eröffnung. Damit war Ffos Las der erste neue Turf-Rennkurs im vereinten Königreich seit 80 Jahren – die Betonung liegt auf Turf, denn der Allwetterkurs in Great Leighs öffnete im April 2008 seine Tore.
Historischer Moment: Das erste Rennen in Ffos Las. Wenn nur diese schauderhafte Musik nicht wäre...
Doch während die Bahn im englischen Essex schon wieder geschlossen ist und für überwiegend negative Schlagzeilen sorgt, bekamen die Waliser vorwiegend gute Kritiken.
Treibende Kraft auch finanziell war Dai Walters, lokaler Geschäftsmann und bekannter Besitzer von National Hunt-Pferden. Betreiber ist Northern Racing, unter anderem Inhaber der Kurse in Brighton, Chepstow, Hereford und Newcastle. 21 Millionen Pfund soll der Kurs gekostet haben.
Offenbar eine gelungene Investition: Schon zum ersten Meeting kamen 10 000 Zuschauer – ausverkauft. Das erste National Hunt-Rennen gewann passend der walisische Trainer Evan Williams mit Plunkett und der stolze Besitzer Hywel Jones, ebenfalls Waliser, sprach von einem „historischen Moment“. Das erste Flachrennen entschied Our Dream Queen aus dem bekannten Quartier von Barry Hills.
28 Renntage wollte Ffos Las 2010 veranstalten, jetzt sind es noch 27. Im August steht ein dreitägiges Festival mit Flachrennen auf dem Programm. Dai Walters träumt im übrigen von Meetings sowohl mit Flach- und Hindernisrennen – so wie beim Galway Festival in Irland.
Flachrennen gibt es natürlich an diesem Wochenende in England: Die Meetings auf den Allwetterbahnen in Kempton und Lingfield finden statt – die Rennen dort sind aber so wenig reizvoll wie ihre deutsche Variante am Sonntag in Neuss.