Borussia Dortmund setzte am Dienstag eine lieb gewonnene Tradition fort, um die es zuletzt etwas ruhig geworden war. Gemeint ist die gute alte Blamage im DFB-Pokal: Mit einem 2:3 beim Drittligisten VfL Osnabrück verabschiedeten sich die Schwarz-Gelben im Achtelfinale aus dem Wettbewerb. Warum der BVB verlor und warum BVB-Trainer Jürgen Klopp nach dem Spiel reichlich vergrätzt war, lesen Sie
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Nach dem Spiel war so wie immer, wenn der angebliche David den Goliath besiegt. Das altehrwürdige Stadion an der Bremer Brücke bebte, die Anhänger des heimischen VfL lagen sich in den Armen. Pokalsensationen kennt der Fan des Traditionsvereines in dieser Saison: In der ersten Runde scheiterte Zweitligist Hansa Rostock an der Bremer Brücke; in Runde 2 kegelten die Niedersachsen den großen Nordrivalen Hamburger SV im Elfmeterschießen aus dem Wettbewerb.
Im DFB-Pokal entpuppt sich für Osnabrück der Zweitligaabstieg sogar als Glücksbringer. Denn als Drittligist genießt das Team von Trainer Carsten Baumann automatisch Heimrecht gegen höherklassige Teams, als Zweitligist hätte der Verein diesen Vorteil nicht.
Nicht unbedingt für eine BVB-Ehrenmitgliedschaft sollte sich zudem VfL-Mittelfeldspieler Benjamin Siegert bewerben. Der ist ein absoluter Pokalschreck, zum siebten Mal schaffte er gegen einen höherklassigen Verein den Sprung in die nächste Runde. Dreimal hieß das Opfer Borussia Dortmund, Siegert triumphierte zudem 2001 mit den Wolfsburger Amateuren und 2005 mit Eintracht Braunschweig. Kleiner Trost: Immerhin schied Borussia in Osnabrück gegen ein Vollprofiteam aus.
Orte der Schande
Pokalpleiten ziehen sich wie ein roter Faden durch die Dortmunder Vereinsgeschichte. 2001 zum Beispiel, als sich ein BVB-Team mit Koller und Amoroso mit 0:1 bei der zweiten Mannschaft des VfL Wolfsburg (damals Oberliga Niedersachsen/Bremen) blamierte. Oder 1997: 1:2 gegen den Regionalligisten Eintracht Trier. Im Jahr zuvor feierte der kleine Revierrivale Wattenscheid 09, heute in der fünftklassigen NRW-Liga aktiv und damals Regionalligist, einen unerwarteten 4:3-Erfolg.
1990 zeigte der BVB ein weiteres Mal seine Solidarität mit kriselnden Traditionsvereinen. Bis in die Landesliga Mitte, zu diesem Zeitpunkt die vierthöchste deutsche Spielklasse in Bayern, war die stolze Spielvereinigung aus Fürth abgestürzt. Der 4. August 1990 wurde zu einem
denkwürdigen Tag für die Franken: Mit 3:1 gewann die Spielvereinigung gegen den Bundesligisten, obwohl sie ab der zweiten Minute nur noch mit zehn Leuten spielte, weil ihr Spieler Schneider rot sah. Doch Borussia blamierte sich in Überzahl und bei 40 Grad Tagestemperatur nach allen Kräften...
P.S: Sind die Frankfurter besoffen? 3:0 nach 28 Minuten für Bayern München nach einem unglaublichen Fehler von Mike Franz. Aber die Eintracht-Frans singen.....
Wenn jemand vor drei Wochen prophezeit hätte, dass
Neon Light zur Winterkönigin wird, dann hätte wohl ihre Umgebung nur mit dem Kopf geschüttelt. Doch wie so oft kam alles ganz anders: Die Stute des Stalles Titan, im Training bei Andreas Wöhler, gewann in Baden-Baden den
Preis der Winterkönigin (Gr. III). Im Sattel saß Jozef Bojko und nicht Stalljockey Eduardo Pedroza, der sich für die Stallgefährtin
Tech Exceed entschieden hatte.
Und wie die 71:10-Chance Start-Ziel siegte, das machte schon Eindruck. Bojko ließ die Stute von Beginn an marschieren und zum Schluss war nur die 18:10-Favoritin
Elle Shadow gefährlich. Doch Neon Light hatte die besseren Reserven, die restlichen Starterinnen folgten schon mit deutlichem Abstand.
Dass Neon Light überhaupt in der Top-Prüfung an den Start kam, verdankte sie ihrer Top-Leistung beim Debüt in Düsseldorf. Dort siegte sie auf ebenfalls weichem Boden hochüberlegen mit acht Längen – zur großen Überraschung ihrer Umgebung. Denn eigentlich dachten Besitzer und Trainer, dass das Pferd den Start noch benötigt.
Dafür sprach auch die Abstammung: Die Nachkommen von
Refuse to Bend brauchen laut
Turf-Times meist etwas Zeit. Und auch die Mutter
No Merci, immerhin fünf Mal in Listenrennen placiert, wurde erst mit zunehmender Reife immer besser.
Nach dem Düsseldorfer Erfolg vor 14 Tagen disponierte ihre Umgebung allerdings um – und nur 14 Tagen nach ihrem Debüt-Erfolg ist Neon Light jetzt über Winter die beste Stute ihres Jahrgangs.
Es gibt so Städte, die kennt man eigentlich nur durch ihren Fußballverein: Mönchengladbach etwa dank der Borussia. Oder Kaiserslautern durch den FCK, dessen Betzenberg für viele eine ganze Region verkörpert. Ähnlich ist das in Meppen, einem eher beschaulichen Ort im Emsland. Dessen SV, gegründet 1912 als Sportverein Amisia Meppen, kickte vom 1988 bis 1998 in der 2. Liga.
Kurzurlaub an der ostfriesischen Nordsee: Auf dem Rückweg geht es mit der Bahn durch Ostfriesland und das Emsland Richtung Münster/Ruhrgebiet. Zwischenstopp in Meppen: Es sieht ländlich aus, von Hektik keine Spur. In der Gemeinde Meppen leben gerade mal etwas mehr als 30 000 Menschen.
Erstaunlich, dass hier mal erfolgreicher Zweitligafußball gespielt wurde und der SV Meppen der Stolz einer ganzen Region war.
1987 begann das Fußballwunder in Blau-Weiß: Eine fast nur mit Spielern aus der Region besetzte Mannschaft sicherte sich den Meistertitel in der Oberliga Nord, spielte eine „traumhafte Aufstiegsrunde“ und schaffte durch einen 4:2-Erfolg bei der SpVg. Erkenschwick den Sprung in die zweithöchste deutsche Spielklasse. Der Trainer hieß Rainer Persike, war im richtigen Leben Angestellter bei der Bundeswehr und das Stadion in Meppen hieß damals noch politisch völlig unkorrekt „Hindenburg-Stadion“.
Stolz des Emslandes
Schnell errang die Mannschaft der Namenlosen „Kultstatus“. Im Tor stand Hermann Rülander, dessen Bundesligakarriere bei Werder Bremen nach neun Gegentoren schnell beendet war, in der Abwehr räumten Kapitän Deters, Böttche, Faltin und Vorholt ab, im Mittelfeld zog Regisseur Josef Menke die Fäden und vorne sorgte Martin van der Pütten für Tore. Und am Ende schaffte der SVM mit viel Kampfkraft und Moral das Unmögliche und blieb in der Liga.
Meppen überstand auch das zweite Jahr und etablierte sich in der zweiten Liga, die damals noch als „Kämpfer- und Klopperliga“ verschrien war. Die Zuschauerzahlen waren meist fünfstellig, im Stadion spielte eine Blaskapelle nach holländischem Vorbild, eine ganze Region fieberte mit den wackeren Kickern aus der Provinz. Meppen war sogar im Ruhrgebiet „in“ –so sehr dass einige Hartgesottene regelmäßig zu den Heimspielen reisten. Und damals gab es noch keine Autobahn, ging die Reise mühevoll über Land- und Bundesstraßen Richtung Emsland.
1991 löste Horst Ehrmanntraut Persike als Trainer ab und unter dem leicht verschrobenen Ehrmanntraut klopfte der Klub mehrmals an das Tor der Bundesliga. Doch der Aufsteig glückte nicht, dennoch wurden Spieler wie der Finne Myyry oder der kleine Ex-Schalker Marell zu Kultkickern der zweiten Liga. „Niemand, der dabei war, wird die goldenen Jahre in der zweithöchsten deutsche Spielklasse vergessen“, heißt es auf der
Homepage des Vereins.
Doch 1998 war die Party zu Ende, stieg der Verein in die Regionalliga Nord ab. Und trotz aller Anstrengungen gab es kein Happy-End, der Verein fiel immer tiefer.
Derzeit spielt der SV Meppen in der Oberliga Niedersachsen West gegen No-Names wie Rehden oder Oythe. Und befindet sich aktuell mal wieder im
sportlichen Tief. Immerhin gab es heute einen 2:1-Sieg beim SV Bad Rothenfelde.