Freitag, 4. April 2014
Triolo D’Alene und Rocky Creek die Tipps im National 2014
Tag 3 des Grand National-Meetings. Im Mittelpunkt steht natürlich das Grand National – das Rennen, auf das alle gucken und das in England auch die Leute zum Wetten animiert, die sonst eher weniger mit Pferderennen zu tun haben. Es ist vielleicht die umstrittenste Prüfung der Welt, auch wenn die Hindernisse modifiziert wurden. Dennoch ist es ein einzigartiges Ereignis: Die Distanz über 7 Kilometer, das Feld mit meist 40 Pferden, die Hindernisse schwerer als sonst – hoffentlich kommen alle gesund nach Hause. Am Ende lachen eh’ meist die Buchmacher, wenn wieder irgendein ein Außenseiter gewinnt. Das sind unsere Tipps für den Samstag.

Triolo D’Alene und Rocky Creek (Crabbies Grand National)
Meine Bilanz im National ist niederschmetternd, über Plätze bin ich noch nicht herausgekommen, obwohl es einige Hard-Luck-Stories gab. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt. Fangen wir also mit Triolo D’Alene aus dem Stall von Nicky Henderson an. Der Epalo-Sohn hat schon über diese Hindernisse gewonnen, siegte zudem im November im Hennessy in Newbury. Im Cheltenham Gold Cup war er früh geschlagen, mal schauen, wie er das verkraftet hat. Auch könnte die Handicapmarke ein wenig hoch sein, aber der Wallach dürfte mit sieben Jahren noch einige Reserven haben. Nicky Henderson gewann am Freitag die Topham Chase mit Ma Filleule, das ist doch ein gutes Omen.
Der zweite Tipp ist Rocky Creek aus dem Paul Nicholls-Quartier. Der Wallach ist ein guter Springer, hat Stehvermögen und sollte auch mit den Anforderungen dieses Rennens klar kommen. Auch er könnte noch deutliche Reserven haben.
Ansonsten ist es wie immer die reinste Lotterie: Teaforthree ist ein würdiger Favorit, steht sogar noch günstiger als im Vorjahr, als er Dritter wurde. Tidal Bay und Long Run verkörperten einst absolute Top-Klasse, ansonsten gefallen mir Big Shu und Vintage Star von den Außenseitern ganz gut.

Balder Success (Doom Bar Maghuill Novices Chase): Das Rennen ist das erklärte Ziel, Trainer Alan King hat seine Pferde gut in Form und die Form von Balder Success ist solide. Das sind gute Voraussetzungen, auch wenn die Gegner mit Trifolium und Hinterland an der Spitze gefährlich sind.

Minella for Value (Betfred TV Handicap Chase): Gast aus Irland, der noch nicht richtig erfasst sein könnte. Kommt aus einer Pause, aber lief frisch immer gut. Die meisten der Kandidaten haben eine harte Saison hinter sich, da könnte die Frische von Minella for Value den Ausschlag geben.



Donnerstag, 3. April 2014
Der Rebell soll es richten
Tag 1 des Grand National-Festivals war für den Kolumnisten ein wenig ernüchternd. Der große Treffer fehlte, immerhin gab es mit Uxixandre einen Wetterfolg. Den habe ich hier aber nicht angesagt. Schauen wir mal, was Tag 2 in Aintree bringt.

Grau war mal wieder alle Theorie. Die These, dass Pferde, die in Cheltenham nicht am Start waren, in Aintree Vorteile haben, wurde bereits in den ersten zwei Rennen des Aintree-Festivals widerlegt. Guitar Pete, Dritter in Cheltenham, hatte im ersten Rennen die Nase vorn. Und in der Betfred Bowl Chase triumphierte Silviniaco de Conti, der in Cheltenham im Gold Cup Vierter wurde. First Lieutenant, Tipp dieser Kolumne, rannte lange Zeit gut, doch am Ende fehlte die Kraft. Obwohl er in Cheltenham nicht gelaufen war.
Unser 20:1-Schuss Cool Friend kam in der Fox Hunters Chase über die National-Hindernisse leider nie vom Ende weg, dafür marschierte Warne mit Sam Waley-Cohen vorne und triumphierte. Waley-Cohen, der Reiter des Gold Cup-Siegers Long Run (der am Samstag im Grand National läuft), ist ein hervorragender Jockey. Aber den Grand National-Kurs reitet er besonders gut.
Zumindest meine These, dass Form über die Grand National-Hindernisse wichtig ist, bestätigte sich. Sowohl der Sieger als auch der Zweite, Vorjahressieger Tartan Snow, haben schon gute Leistungen über diesen Kurs gezeigt. Nur Cool Friend zündete diesmal nicht. Dritter wurde übrigens der Favorit Mossey Joe.
On the Bridge, mein Tipp im letzten Rennen, machte seine beste Arbeit wieder zum Schluss, hatte aber nie eine Siegchance. Vielleicht sollte man das Pferd nicht so aus der Reserve reiten oder vielleicht mal auf eine längere Strecke gehen. Aber es war schon ein schweres Rennen. Immerhin hatte diese Kolumne mit Uxixandre wenigstens einen Sieger.



Ein Höhepunkt des Freitags: Die Topham-Chase. 2003 siegte Clan Royal mit Liam Cooper

Tipps für den Freitag 4.3.

Art of Payroll (Top Novices Hurdle): Was ist die Form aus der Supreme Novice Hurdle in Cheltenham wert? Es gab mit Vautour einen überzeugenden Sieger, dahinter lief Josses Hill als 14:1-Chance ein gutes Rennen und wurde Zweiter. Sgt Reckless machte zuletzt noch viel Boden, als das Rennen fast schon vorbei war. Aber die Form macht die beiden Teilnehmer nicht zu guten Dingern. Darum suche ich nach Alternativen: Baltimore Rock aus dem Pipe-Stall wäre die eine, aber ich bin mir nicht sicher, ob der Imperial-Cup-Sieger den guten Boden mag. So gehe ich mit dem Scirocco-Sohn Art of Payroll aus dem irischen Quartier von Dessie Hughes. Unser Tipp kommt mit guter Handicap-Form, aber das ist natürlich die härteste Aufgabe seiner Laufbahn. Hughes hat seine Pferde gut in Schuss, gewann mit Guitar Pete das Auftaktrennen am Donnerstag.

Rebel Rebellion (Topham Chase): Unser Tipp gewann im November die Sefton Chase über Kurs und Distanz und hüpfte über die Grand National-Hindernisse, als wenn sie kleine Hürden wären. Ryan Mahon sitzt wieder im Sattel, die Form ist auch nicht übel und damit steht einer weiteren guten Leistung nichts im Wege. Natürlich gleicht das Rennen einer Lotterie: 29 Gegner warten auf den Schützling von Paul Nicholls. Der wahrscheinliche Favorit Double Ross kommt aus dem Stall von Nigel Twiston-Davies, dessen Starter über diesen Kurs immer einen Hinweis verdienen.

Tistory (Sefton Novices Hurdle): Meine letzte Wahl ist die spekulativste. Tistory galt schon immer einiges im großen Stall von Nicky Henderson, war aber ein Spätentwickler. Doch zuletzt hat sich der Sohn von Epalo gut gesteigert, warum sollte er hier nicht überraschen? Barry Geraghty sitzt zwar auf Beat That, aber manchmal irren sich ja die Stalljockeys. Und Andrew Tinkler ist auch ein fähiger Mann.
Das Feld ist natürlich ein Minenfeld mit vielen Kandidaten, dessen Potenzial noch nicht erkannt ist. Dafür werden wir ja mit einem guten Kurs belohnt.



Mittwoch, 2. April 2014
Ein 20:1-Schuss für den Aintree-Donnerstag
Das Aintree-Festival, das am Donnerstag beginnt, besteht bekanntlich nicht nur aus dem Grand National. Es gibt sportlich deutlich höher einzuschätzende Rennen, oftmals kommt es zu Revanchen des Cheltenham-Festivals. Und nicht immer steht die Form aus Cheltenham.

Zum einen liegen nur rund drei Wochen zwischen den Festivals, zum anderen ist der „normale“ Kurs in Aintree flach, während Cheltenham sehr hügelig ist. Bewährt hat sich die Strategie, beim Grand National-Meeting auf Bahn-/Distanzsieger zu achten, die im Optimal- Fall in Cheltenham fehlten. Bahn- und Distanzform ist natürlich essenziell für die drei Rennen über den Grand National-Kurs.
Diese Kolumne wird zu jedem Tag die besten Tipps für das Grand National-Meeting publizieren. Das werden definitiv keine Kandidaten sein, die unter 20 am Toto stehen. Also zum Beispiel nicht The New One für die Doom Bar Aintree Hurdle. Und wie immer alles ohne Gewähr.

Die Tipps für Aintree 2014, Donnerstag, 3.4. 2014

First Lieutenant (Betfred Bowl Chase): Der Sieger des Vorjahres, der Cheltenham ausgelassen hat. Aber das könnte den entscheidenden Kick geben, denn seine größten Gegner Dynaste, Silvinaco Conti und Menorah hatten schwere Prüfungen während des Festivals.

Cool Friend (Crabbies Fox Hunters’ Chase): Natürlich sind die Rennen über die National-Hindernisse oft eine Lotterie, zuviel kann passieren. Aber Cool Friend bewies im letzten Jahr nach einem wohldosierten Ritt seines Besitzers, dass die großen Hindernisse die Stute nicht beeindrucken können. Erst kurz vor dem Ziel fing Tartan Snow Oliver Greenalls Pferd noch ab, das Zielfoto entschied. Tartan Snow ist wieder dabei, Warne (4., 2013) und Sizing America (zweimal 6.) haben auch schon bewiesen, dass sie diese Sprünge können. Doch klarer Favorit wird Mossey Joe werden, der mit tadelloser Form und einer großen Reputation kommt. Aber wer wettet denn kurzstehende Favoriten für ein Rennen über die Grand National-Hindernisse? Ich jedenfalls nicht, ich bleibe bei Cool Friend.

On The Bridge (Dominican Republic Handicap Hurdle): Der Schützling von Jeremy Scott lief in der Pertemps Hurdle in Cheltenham ein hervorragendes Rennen, machte seine beste Arbeit zum Schluss. Natürlich sind die Gegner in diesem Handicap stark, aber nach der letzten Form steht On The Bridge auf meiner Liste. Und eigentlich kennt der Wallach nur gute Formen. Sein interessantester Gegner ist Riverside Theatre, der in den Jagdrennen zur erweiterten Elite zählt. Vielleicht zeigt er sich über die kleinen Hindernisse wieder von seiner besseren Seite, seine Hürdenformen sind solide, aber nicht herausragend.