Das war nichts für unsere 6tofollow-Pferde beim Cheltenham Festival: Grandouet lief in der Champion Hurdle, ging auch noch ganz gut, doch dann stürzte er an der fünft letzten Hürde und beförderte Jockey Barry Geraghty auf den Boden. Zum Glück waren Pferd und Jockey nach dem Rennen weitgehend wohlauf.
Ohne jede Chance blieb Peddlers Cross in der World Hurdle. Schon in der ersten Runde hatte der einstmalige Top-Hürdler einige Probleme zu folgen, später hielt ihn Jockey Jason Maguire an. Da war der Schützling von Trainer Donald Mc Cain schon meilenweit geschlagen, ist offenbar nach seiner Verletzung weit von seiner Bestform entfernt.
Unsere Leseempfehlung für heute und die nächsten Tage. Michael Luxenburger ist vor Ort in Cheltenham und schreibt darüber gewohnt pointiert und witzig auf Turfcast. Dazu gibt es großartige Einblicke in die britische Esskultur. Diese Kolumne drückt ihm die Daumen, dass er es auch wettmäßig noch mal krachen lässt. Und weiterhin guten Appetit.
Kurze Video-Vorschau auf den Cheltenham Gold Cup. Noch sind alle optimistisch und hoffnungsfroh.
Wenn mich jemand fragen würde, welches Sportereignis ich am wenigsten missen möchte, dann würde ich „Das Cheltenham-Festival“ antworten. Die Reaktion wäre in den meisten Fällen ungläubiges Staunen, denn in Deutschland können die wenigsten etwas mit dem Treffen der besten Hindernispferde anfangen.
Hier denken die meisten Menschen im März an die Fußball-Bundesliga und internationale Wettbewerbe wie die Champions League, die in die entscheidende Phase gehen oder an den Start einer öden Veranstaltung namens Formel 1. Im Turf ist man so langsam der Sandbahn-Rennen überdrüssig und freut sich auf die kommende Grassaison.
Die Mutter aller Festivals
Doch nur ein verschworener Kreis bekommt so langsam feuchte Hände und zählt die Tage bis zum März-Wahnsinn namens Cheltenham-Festival. Am 12. März hat das Warten ein Ende, dann gibt es wieder vier Tage hochklassigen Sport. Ich folge der Veranstaltung seit über 20 Jahren – und im Gegensatz zu vielen anderen Dingen ist mein Enthusiasmus dafür immer noch so hoch wie am ersten Tag. Wenn 15 Top-Athleten über die Hindernisse schweben, wenn die Zuschauer beim Zieleinlauf so laut sind wie nirgendwo anders, wenn sich die Beteiligten über einem Erfolg freuen, als wenn sie gerade den Lotto-Jackpot geknackt hätten, dann vereinen sich Ästhetik, Dramatik und pure Freude zu einem wirkungsvollen Cocktail. Dummerweise fällt es immer in eine sehr arbeitsame Zeit mitten in der Woche, aber egal – Cheltenham ist einzigartig.
Auf der Insel haben viel mehr Menschen feuchte Hände. Es ist der absolute Höhepunkt der Hürdensaison in England und Irland – und die Veranstaltung genießt einen aus deutscher Sicht unglaublichen Stellenwert.
Schon Wochen vorher richten Racing Post, Sporting Life oder Attheraces Extra-Cheltenham-Seiten mit allen erdenklichen Informationen ein, sprechen die Top-Trainer wie Nicky Henderson, Paul Nicholls, David Pipe oder Willie Mullins detailliert über ihre Starter. Zudem gibt es Previews an diversen Orten, in denen Trainer, Jockeys, Journalisten etc. über die Rennen diskutieren. Ich bin jedes Mal neu erstaunt, welcher Aufwand dort betrieben wird.
Unsere Tipps im Minenfeld
Auch diese Kolumne widmet dem Festival ja einigen Raum. Champion Hurdle und Ryanair Chase haben wir hier bereits detailliert analysiert. Eigentlich wollte ich noch einen Blick auf den Gold Cup am Freitag werfen, wo mit The Giant Bolster ein Favorit dieser Kolumne läuft. Den habe ich auch bereits im Februar each-way zum Festkurs von 18:1 gewettet, bin aber von gutem Boden ausgegangen, den er nicht haben wird. Der Boden wird weich sein, diesen Zustand mag der Wallach nicht. Wer gewinnt dann? Der Verstand sagt Bobs Worth, dessen Erfolg im Hennessy Gold Cup mich an den großen Denman erinnerte und der in Cheltenham in vier Rennen noch ungeschlagen ist. Aber für Favoritentipps schreibe ich keine langen Texte.
Ansonsten kann Cheltenham natürlich ein Minenfeld für Wetter sein, denn nirgendwo sind die Rennen so gut besetzt. Zudem will jeder gewinnen. Meine besten Tipps für den ersten Tag sind Dodging Bullets in der Supreme Novices Hurdle und natürlich Rock on Ruby in der Champion Hurdle. Die anderen Tage habe ich noch nicht so intensiv bearbeitet, allerdings läuft mein alter Freund Godsmejudge in der National Hunt Chase. Das ist zwar ein Rennen für Amateure (da bin ich immer etwas skeptisch, aber der Reiter ist ein guter), dennoch verdient der gute Springer und Steher aus dem Alan King-Stall einen dicken Hinweis. Und der Kurs von 110 im Vorfeld war wirklich verlockend.
Ausgerechnet Santana! Ausgerechnet der Brasilianer in BVB-Diensten machte das 1:0 gegen Schachtar Donezk und legte den Dortmunder Grundstein für das Erreichen des Viertelfinales in der Champions League. Felipe Santana, Spitzname „Tele“ und nicht „Carlos“, ersetzte den eigentlich unersetzbaren Mats Hummels in der Innenverteidigung des BVB.
Was für eine Kehrtwende: Zuletzt wirkte Santana ziemlich verunsichert und auch gegen Hannover am Samstag unterliefen ihm nach gutem Beginn einige ungewohnte Fehler. Manche auf der Tribüne wollten ihn schon in die 2. Liga schicken, obwohl er vorher doch eindrucksvoll bewiesen hatte, dass er nicht schlechter als Neven Subotic ist. Alles vergessen! Solche Geschichten schreibt nur der Fußball.
Es war ein denkwürdiger Abend: 3:0 schlug die Borussia Schachtar Donezk und zog triumphal in das Viertelfinale der Champions League ein. Und ich sitze zuhause, weil ich keine Dauerkarte mit internationaler Option besitze und verfolge das Spiel beim Social Radio der Sportschau. Das ist zwar ganz nett, aber eine Alternative für das Live-Erlebnis ist es nicht.
Kein Wiedersehen mit Kagawa
Es war eine großartige Leistung der Borussia, schrieb beispielsweise Spiegelonline. Bis auf ein paar Minuten direkt nach der Pause hatte der BVB den gefährlichen Gegner aus der Ukraine gut im Griff hatte. Und Roman Weidenfeller hielt auch diesmal wieder in der "Form seines Lebens", wenn ich den beiden WDR-Reportern Glauben schenken darf.
Das Dortmunder 2:0 war Fußball-Poesie pur: mustergültiger Pass von Reus auf Lewandowski, der Pole wartete so lange bis Götze in Position gelaufen war und dann folgte eine mustergültige Flanke, die Mario Götze in grandioser Leichtigkeit einnetzte.
Mein Wunschgegner für das Viertelfinale verabschiedete sich im anderen Spiel des Abends aus dem Wettbewerb: Manchester United verlor gegen Real Madrid mit 1:2 und ist nach dem 1:1 im Hinspiel draußen. Es wird also kein Wiedersehen mit Shinji Kagawa geben. Den Spielern ist es übrigens auch egal, so wie sich BVB-Kapitän Sebastian Kehl bei WDR 2 äußerte.
Jetzt steht erst mal das Revierderby gegen Schalke an. „Am Tag, als der FC Sch..starb“, stimmte die Hardcore-Fraktion auf der Südtribüne am Samstag an. Ob das am Dienstag auch gesungen wurde? Ich finde den Song übrigens bescheuert.
Ein Lied zu Ehren von Felipe Santana von seinem Namensvetter Carlos Santana. Das ist bestimmt nicht der Musikgeschmack von Dortmunds Brasilianer, aber ich mag den Song.