Freitag, 9. März 2012
Wenn Barca zur Bestie wird
Das war zu erwarten nach dem 1:7-Debakel von Bayer Leverkusen beim FC Barcelona in der Champions League: Hohn und Spott verteilten nicht nur die Vertreter des Boulevards, sondern auch seriöse Vertreter wie Herr Skulski vom ZDF-Morgenmagazin machten den Eindruck, als wäre dies der Untergang des deutschen Fußballs. Auch kicker-Herausgeber Rainer Holzschuh wird das bestimmt am Montag im Scheinwerfer des Blatts thematisieren und den Bayer-Akteuren mangelnde Einstellung vorwerfen.
Wie konnten sie denn auch nur, die Werkskicker. Fahren zum FC Barcelona – und lassen sich einfach so ohne große Gegenwehr die Hütte voll hauen. War das die Götterdämmerung für den deutschen Fußball, der Rückfall in die Zeit des Rumpelfußballs?
Natürlich war es das nicht. Ich muss jetzt mal die Bayer-Spieler in Schutz nehmen. Der FC Barcelona ist das vielleicht beste Fußball-Team der Welt, auch wenn die Katalanen in dieser Saison in der heimischen Liga ziemlich deutlich hinter Real Madrid rangieren. Aber Messi, Xavi, Iniesta und co. ergänzen sich schon zu einem fußballerischen Gesamtkunstwerk, das nur schwer zu stoppen ist.

Klinsmanns Ende
Vielleicht hilft ja auch ein Rückblick auf das letztjährige Champions League Finale: Gegen den Spielwirbel des Teams von Pep Guardiola wirkte das große Manchester United wie eine Ansammlung von fußballerischen Dilettanten – so überlegen war Barca technisch und taktisch. Es war eine fußballerische Lehrstunde – und vielleicht die größte Demütigung in der Karriere von Sir Alex Ferguson. Oder noch ein Blick zurück: Kurz vor Ostern 2009 gastierte der FC Bayern München im Stadion Camp Nou – und selten wurde der FC Bayern so vorgeführt wie an diesem Abend. Das 4:0 war noch schmeichelhaft und zudem das Ende der Ära Jürgen Klinsmann. Bayern-Manager Uli Hoeneß sehnte sich auf einmal nach einem Fußball-Lehrer. Schon damals tauchten die Schlagzeilen von der „Bestie Messie“ auf.
Leverkusen befindet sich also in guter Gesellschaft. Warum Barca an diesem Abend allerdings zur Bestie wurde – der Versuch einer Analyse auf spielverlagerung.de. An der Einstellung lag es da weniger. Und die Tore von Lionel Messi sind allemal sehenswert.



Mittwoch, 7. März 2012
Auf nach Münster
Pferderennen und Wetten, Royal Ascot oder Bauernrennen: Seit dem 2. März läuft im Pferdemuseum in Münster die Sonderausstellung „Rennpferde und Pferderennen“. Dieser Text aus der Welt am Sonntag macht schon mal so richtig Appetit auf die Veranstaltung, Ich werde sie mir definitiv anschauen und auch in diesem Blog darüber schreiben.




Montag, 5. März 2012
Liebe Reviersport-Redaktion,
es war ein tolles Wochenende – zumindest als Anhänger von Borussia Dortmund. Die Konkurrenten Bayern, Schalke und Gladbach strauchelten und spielten alle für den BVB. Das M-Wort bleibt in dieser Kolumne zwar weiter tabu, dennoch Voraussetzungen für einen perfekten Sonntag. Leider musste ich das in Bild am Sonntag und Frankfurter Allgemeiner Sonntagszeitung nachlesen. Und leider nicht mehr bei ihnen.
Natürlich ist es schon einige Zeit her, seitdem die Print-Reviersport nicht mehr am Sonntag erscheint. Ich fand’ das schon damals mehr als bedauerlich. Das hat sich nicht verändert – und es ist so gekommen wie prophezeit: Seit der Umstellung habe ich kein einziges Exemplar mehr gekauft. Nicht weil ich das Blatt so schlecht finde, sondern weil die Konkurrenz am Montag einfach zu groß ist. Die Tageszeitungen berichten ausführlich über das Sportgeschehen des Wochenendes; zudem erscheint an diesem Tag der kicker, den ich abonniert habe.

Standard am Sonntag
Früher war die Reviersport Pflicht am Sonntag; zumindest in der Saison habe ich jede Woche treu und brav ein Exemplar erworben – und das seit 1987. Zum einen, weil in Deutschland ausgerechnet am Tag der Woche, an dem der Mensch mal Muße zur Zeitungslektüre hat, der Notstand herrscht und zum anderen, weil die Reviersport genau in diese Marktlücke stieß. Es gab jetzt eine Sportzeitung, die sich am Sonntag ausführlich mit den Spielen von Dortmund, Schalke, Bochum, Duisburg, Wattenscheid oder RW Essen beschäftigte. Spielberichte, Stimmen, Einzelkritiken – eben alles, wonach der Fan am Tag danach lechzt und alles viel, viel interessanter als in der BamS.
Selbstverständlich kann ich die Argumente für den Erscheinungstermin Montag nachvollziehen: Der Vertrieb ist einfacher, man kann die Infrastruktur des Partners WAZ nutzen, Abos können pünktlich ausgeliefert werden und und und. Nur das Alleinstellungsmerkmal Sonntag, das ist leider weg.
Sie können natürlich argumentieren, dass ich am Sonntag vieles auf reviersport.de nachlesen kann. Ich verbringe eine ganze Menge Zeit im Netz, aber dennoch lese ich immer noch lieber print. Ist einfach so….
Leider ist die Reviersport nicht in der IVW-Liste vertreten. Aber ich würde jede Wette eingehen, dass das Blatt seit dem veränderten Erscheinungstermin Auflage verloren hat? Wenn nicht, freut mich das für sie. Meinen Beitrag dazu habe ich jedenfalls nicht geleistet.