Es war mal wieder Grand National-Wochenende in England und mehr Schlagzeilen als der Sieger Ballabriggs machte die Tatsache, dass mit Dooneys Gate und Ornais zwei Pferde nach Stürzen das Rennen nicht überlebten.
Und schon kommen sie wieder, die kritischen Stimmen der Tierschützer. „Wenn Pferde beim Grand National-Meeting getötet werden, dann sind ihre Tode keine Unfälle, sondern komplett voraussagbar. ….Das Grand National ist Tierquälerei wie die Stierkämpfe in Spanien“, erklärte Andrew Tyler, Direktor der Protestgruppe Animal Aid. Auch andere Tierschutzorganisationen möchten das Rennen am liebsten verbieten.
Nun sieht diese Kolumne das Grand National durchaus kritisch. Zu lang, zu schwere Hindernisse, zu viele Starter – was ich vor zwei Jahren hier geschrieben habe, unterschreibe ich heute noch. Und natürlich ist jedes tote Pferd ein totes Pferd zu viel.
Das Argument mit der Tierquälerei ist dennoch daneben : Hindernisrennen sind eben gefährlich – für Pferde und Jockeys. Das Grand National ist vielleicht das gefährlichste Rennen der Welt. Nur sind die Starter erfahrene Pferde – Topathleten, die oftmals bewusst auf das Grand National vorbereitet werden. Sie führen ein Leben, von dem viele ihrer Artgenossen nur träumen dürfen. Das Argument Tierquälerei passt vielmehr zum Leben vieler Tiere, die später als Nahrungsmitteln auf unseren Tellern landen.
Dennoch war das Grand National 2011 keine Werbung für den Sport. Die beiden toten Pferde, ein völlig entkräfteter Sieger, der siegreiche Jockey Jason Maguire enthielt zudem eine Strafe wegen übermäßigem Gebrauch der Peitsche: „Gegner des Rennens hatten einen großen Tag gestern“, schreibt Ex-Jockey Peter Scudamore. Dabei seien die Umstände außergewöhnlich gewesen: Es war heiß, das Geläuf fest, das höhere Tempo erhöhte die Gefahr für Pferde und Reiter, so Scudamore. „Wenn die Rennbehörden entscheiden würden, dass das Rennen auf festem (und damit schnellem) Boden nicht stattfindet, wäre ich nicht dagegen.“ Nur sollte man auch anerkennen, dass diese Risiko-Elemente für Reiter und Pferde Hindernisrennen und speziell das Grand National so attraktiv machen.
Fast neun Millionen Zuschauer (Marktanteil 65 Prozent) sahen bei der BBC in England das Rennen live – Quoten, von denen man hier in Deutschland nur träumen kann. Doch für viele auf der Insel ist es das einzige Pferderennen, das sie im Jahr schauen. Und da stören solche Bilder wie vom Samstag…
Dinge gibt es, die gibt es einfach nur im Fußball. 5:2 gewann der FC Schalke gerade sensationell beim Titelverteidiger Inter Mailand im Viertelfinale der Champions League - ein Ergebnis, dass im Vorfeld niemand den Schalkern zugetraut hat. Zumal Inter auch noch nach 20 Sekunden 1:0 vorne war. "Schalker riesengroß an diesem Abend", meinte SAT1-Kommentar Wolf-Dieter Fuß. Und dann traf auch noch jemand zweimal, den viele beim Reviernachbarn Bochum immer noch für die europäische Apokalypse halten, weil er einst einen Ball nicht klären konnte: Edu Goncalves de Oliveira, brasilianischer Fußballer jetzt in Diensten des FC Schalke 04. Dinge gibt es.....
Noch ein Höhepunkt in diesen Gaga-Trainer-Wechsel-Wochen in der Fußball-Bundesliga: Christoph Daum ist neuer Trainer von Eintracht Frankfurt und löst damit den armen Michael Skibbe ab. Der Hessische Rundschau (das ist dieser Sender, bei dem einst Jürgen Emig Sportchef war) änderte dafür extra sein Programm und übertrug das erste Training von Daum live, die 11 Freunde tickerten dazu live. „Der Tage habe nun 25 Stunden“, sagte der „Undurchsichtige mit dem stechenden Blick“ (Süddeutsche Zeitung) und „Visionen schaffen Fakten".
Erst einmal muss aber Daum die Eintracht vorm Abstieg retten. Dann steht einer neuen Männerfreundschaft mit Eintracht-Manager Heribert Bruchhagen nichts mehr im Wege. Die Bundesliga darf sich auf in jedem Fall auf zukünftige Auftritte wie diesen einst in Kölner Diensten freuen.