Donnerstag, 17. Dezember 2009
„Netter Kerl, toller Jockey" - Erfolg 2000 für Johnson
Manchmal gibt es Dinge, die glaubt man einfach nicht: Richard Johnson (32) hat seinen 2 000 Sieger geritten und ist damit
der zweiterfolgreichste englische Hindernisjockey
aller Zeiten. Er übertrifft Größen wie Richard Dunwoody (1699 Erfolge) und Peter Scudamore (1678). Nur einer ist noch besser: Tony Mc Coy hält mit über 3000 Siegen den Rekord im englischen National Hunt-Sport.
Am Mittwoch in Newbury hatte allerdings Johnson die Nase vorn, als er mit dem von Richard Lee trainierten Fighting Chance Mc Coy mit Wheels Up auf Platz 2 verwies. Ansonsten aber wird er sich fragen, was wäre, wenn dieser A P Mc Coy ein paar Jahre früher oder später geboren wäre. In 11 der letzten 12 Jahren war Johnson Zweiter im Championat hinter dem in Nordirland geborenen Ausnahmejockey.
Leistungen, die oftmals nicht richtig gewürdigt werden, weil der Zweite in unserer Leistungsgesellschaft eben nur wenig zählt. „Richard Johnson ist weit mehr als nur ein Handlanger für Mc Coy – er ist ein echtes Renn-Genie“, meint zum Beispiel Peter Scudamore. „Es macht mich zornig, dass Johnson nicht immer die Anerkennung bekommt, die er verdient“, so „Scu“ weiter. Auch Mc Coy sieht das ähnlich und ist voll des Lobes über seinen langjährigen Kontrahenten: „Er ist ein netter Kerl und ein großartiger Jockey.“

Rooster Booster
Johnson begann seine Jockey-Karriere bei David Nicholson, seinen ersten Sieg feierte er 1994 mit einem Pferd namens Rusty Bridge in einer Hunter Chase in Hereford. Seit einigen Jahren ist er Stalljockey bei Philip Hobbs, für den er die Champion Hurdle mit dem großartigen Schimmel Rooster Booster gewann. Weitere große Erfolge waren Siege im Gold Cup (Looks Like Trouble), Champion Chase (Flagship Uberalles) und in der Stayers Hurdle (Anzum).
In den letzten Jahren fehlten Johnson aber die ganz großen Erfolge. Trainer Hobbs hatte zwar immer ganz gute Pferde im Stall, aber ein richtiges Toppferd war nicht darunter.
Dennoch läuft es aktuell sehr gut für den Jockey: Der Sieg mit Fighting Chance war bereits sein 100. in dieser Saison. Und der Erfolg Nr. 101 bzw. 2001 folgte noch am gleichen Tag.



Dienstag, 15. Dezember 2009
Ultras lieben Borussias Zweite
Auch die zweite Mannschaft von Borussia Dortmund befindet sich derzeit auf Erfolgskurs: Das 3:0 gegen Wacker Burghausen war der zweite Sieg in Serie und brachte drei wichtige Punkte im Abstiegskampf der 3. Liga.
Über mangelnden Support kann sich der BVB-Talentschuppen dabei nicht beklagen. Die Unterstützung kommt von den Fans aus der Ultra-Szene, die schon seit Jahren die Spiele der zweiten Mannschaft besuchen. Und besonders wenn die Profis nicht zeitgleich spielen, sind die Stimmungsblöcke ganz am Anfang der einzigen Tribüne im altehrwürdigen Stadion Rote Erde gut gefüllt. Von den rund 1 000 Besuchern gegen die Gäste aus Bayern waren bestimmt 400-500 aus der Ultra-Szene, obwohl Dortmund bekannteste Vereinigung The Unity zur Zeit etwas kriselt.
Diese Zuschauergruppe ist in der Regel sehr jung, bevorzugt schwarze Jacken und trägt höchstens einen Schal in den Vereinsfarben, Trikots sind offensichtlich verpönt. Der Support ist völlig anders als im Westfalenstadion: Die Fans in der Roten Erde singen die Lieder, die ihnen ihr Kapo mit dem Megafon ansagt. Dazu wird kräftig getrommelt, werden permanent Fahnen geschwenkt. Optisch sieht das sehr nett aus, klanglich wirkt das auf Dauer ziemlich monoton. Mich erinnert das immer an Kirchenprozessionen.

Gegen Stadionverbot
Die Gesänge drehen sich um die Liebe zum Verein (dass man ihn immer unterstützt, ihn liebt, immer für ihn da ist…) und wiederholen sich häufig. Was nie fehlt, sind kräftige Statements gegen Dinge, die den Ultra-Fan stören. Da steht derzeit an erster Stall das Thema Stadionverbote und wenn die paar Unverdrossenen aus Burghausen, die die langen Weg ins Ruhrgebiet gemacht haben, das ebenfalls thematisieren, ist ihnen der Applaus der Schwarz-Gelben sicher.
Der Support ist ganz anders als im Westfalenstadion, wo die Ultras eine von mehreren Gruppen sind und (noch) nicht über die Fanchöre bestimmen. Spontan geschieht wenig, der Kapo bestimmt die Richtung. Was völlig fehlt, sind die berüchtigten Stakkato-Anfeuerungen, bei denen die ganze Tribüne mitbrüllt. Auch werden die gegnerischen Mannschaften weniger geschmäht, den Song „Sch…04“ über den Revier-Rivalen, im Westfalenstadion immer gern gesungen, habe ich bei der zweiten Mannschaft noch nie gehört.
Den Spielern gefällt die Unterstützung. Daniel Ginczek, dreifacher Torschütze gegen Burghausen, rannte nach seinem dritten Tor Richtung Fanblock und bedankte sich.



Freitag, 11. Dezember 2009
Retter des deutschen Galopprennsports gesucht
Die aktuelle Zeichnungssumme liegt bei 1 312 500 Euro (Stand Freitag, 11.12., 18:50), benötigt werden aber mindestens vier Millionen Euro. Noch besser wären 15 Millionen Euro für die große Lösung, aber noch verbleiben 11 Tage, dann endet die Zeichnungsfrist.
Wovon ich rede? Für die Fußballerfraktion dieser Seiten: Es handelt sich um die DG Deutsche Galopprennsport Beteiligung GmbH und Co. KG, kurz German Racing genannt. Wer also mindestens 1000 Euro gerade nicht benötigt, kann Anteile von German Racing erwerben, darf sich Partner des Rennsports nennen und vielleicht später einmal über eine Dividende freuen. Weitere Infos gibt es hier, den Anlegerprospekt bekommen Interessierte unter dieser Adresse.
Mit den Geldern möchte German Racing eigene Wettbüros und eine eigene Internet-Plattform (wie diese, diese oder auch diese) aufziehen, damit nicht immer nur die „bösen“ Buchmacher den Rahm abschöpfen.
Oder wie es Galopper-Präsident Albrecht Woeste formuliert: „Der Deutsche Galopprennsport bekommt schon seit Jahren nicht mehr, was er verdient. Deshalb müssen wir auf diesem Markt unser Produkt Pferderennen selbst verkaufen. Das macht man nicht mit einem kleinen Tante-Emma-Wettladen und auch nicht über eine lustig bunte Internetseite mit wiehernden Pferden. Das ist Big Business! Dafür müssen wir investieren.“
Wie Woeste und co. den deutschen Galopprennsport wieder „sexy" machen möchten, verrät der oberste Galopperrepräsentant zudem im Interview von Sport-Welt/GaloppOnline.
Kritik? Gibt es einige, gebündelt in diversen Threads des Galopperforums.



CL-Rückblick, Teil 2: Bye Bye Liverpool

4:3 siegte Florenz beim VSC Debreceni. Die Tore sind sehenswert

Teil 2 unserer Champions League-Nachlese, diesmal die Gruppen E bis H. Ein prominenter Name wird im Achtelfinale fehlen: Der FC Liverpool, Gewinner 2005 und 2007 im Finale, scheiterte in der Gruppe E und muss als Dritter in die Europa League.

Gruppe E
Dass der AC Florenz eine gute Mannschaft hat, musste in der vorherigen Saison schon der FC Bayern feststellen. Die Münchener gewannen zwar 3:0 in der Arena und spielten 1:1 in Florenz. Dabei hatten sie jedoch viel Glück, weil die Italiener beste Chancen vergaben. Dieses Jahr marschierte die Fiorentina: Am 1. Spieltag verlor sie 0:1 in Lyon, danach folgten fünf Siege in Serie. Platz 1 war der verdiente Lohn. Dahinter platzierte sich mit Olympique Lyon eine Mannschaft, die fast schon zum Inventar im Achtelfinale gehört.
Beide profitierten aber auch von der Schwäche des FC Liverpool: Das Team von Rafael Benitez holte nur einen Punkt gegen das Spitzenduo, verlor zuhause an der Anfield Road sowohl gegen Lyon als auch Florenz.
Keine Chance hatte erwartungsgemäß der ungarische Vertreter Debreceni VSC, der abgeschlagen mit 0 Punkten und einem Torverhältnis von 5:19 Toren die rote Laterne trug. Immerhin darf sich der Club über ein Startgeld von 7,1 Millionen Euro freuen.

Gruppe F
Zum Schluss setzen sich doch die heißen Favoriten Barcelona und Inter Mailand durch. Aber beide Teams hatten viel Mühe mit den Außenseitern Rubin Kasan und Dynamo Kiew. Vor dem letzten Spieltag hatte noch jeder der vier Teilnehmer Chancen, ehe sich dann Barca in Kiew und Inter gegen Kasan behauptete. Selbst Titelverteidiger Barca wackelte teilweise, verlor zuhause gegen die Russen aus Kasan und spielte in Tatarstan bei Rubin nur Unentschieden. Erst ein überzeugendes 2:0 gegen Inter sorgte für Ruhe.

Gruppe G
Hier dominierte eindeutig der FC Sevilla, der Rest kämpfte eigentlich nur um Platz 2. Den belegte der VfB Stuttgart, der im „Endspiel“ gegen Unirea Urziceni dank drei schneller Tore 3:0 führten und am Ende mit 3:1 die Oberhand behielten. Ausgerechnet die Schwaben, die in der Bundesliga auf einem Abstiegsplatz stehen und wo nach dem enttäuschenden 1:1 gegen den VfL Bochum die Volksseele überkochte. Der VfB reagierte, ersetzte Trainer Markus Babbel durch den Schweizer Christian Gross und schaffte noch die Wende. Die Rumänen aus Urzecini verkauften sich ganz gut, was man definitiv nicht von den Glasgower Rangers behaupten kann. Spielerisch einer der schwächsten Mannschaften der Champions League, reichte es gerade mal zu zwei Punkten und Platz 4 für die einst in Europa so stolzen Rangers.

Gruppe H
Der FC Arsenal marschierte souverän zum Gruppensieg und patzte nur im letzten Spiel in Piräus. Da war allerdings auch schon alles entschieden. Platz 2 sicherte sich Olympiakos Piräus und profitierte wieder von der Heimstärke: Im Stadion Georgios Karaiskakis holten die Griechen neun von zehn Punkten und schufen so die Basis, das Achtelfinale zu erreichen. Ganze vier geschossene Tore sprechen allerdings nicht gerade für ein Offensivspektakel.
Die beiden CL-Debütanten aus Belgien und den Niederlanden zahlten gegen die erfahrene Konkurrenz manches Lehrgeld, obwohl sie durchaus mithalten konnten. Platz 3 und damit den Verbleib in Europa sicherte sich Standard Lüttich durch den späten Ausgleich (90. + 5 Minute!) ihres Torhüters gegen den AZ Alkmaar.