Die Gruppenphase in der Champions League ist beendet, die Teilnehmer für das Achtelfinale stehen fest. Zeit für eine erste Bilanz: Immerhin zwei von drei deutschen Vereinen bleiben im Wettbewerb, nur der VfL Wolfsburg muss als Dritter in die Europa League. Im ersten Teil blicken wir zurück auf die Gruppen A bis D.
Gruppe A
16 von 18 Punkten, fünf Siege und nur ein Remis: Girondins Bordeaux war die Überraschung dieser Gruppe. Nicht die großen Namen Bayern München und Juventus Turin dominierten, der französische Meister setzte die Akzente. Auch der FC Bayern verlor beide Spiele gegen das Team von Laurent Blanc und wurde in Bordeaux so richtig vorgeführt.
Dass die Bayern-Oberen hinterher doch noch „dicke Zigarren paffen durften“ (kicker), dafür war die 4:1-Gala bei Juventus Turin verantwortlich, mit der sich die Münchener im letzten Moment für das Achtelfinale qualifizierten. Die Leistungen der Bayern dokumentieren sehr gut die Berg- und Talfahrt des Klubs im ersten Jahr unter Trainer Louis van Gaal: Zwei Pflichtsiege gegen Haifa, zwei bittere Niederlagen gegen Bordeaux, ein gutes 0:0 gegen Juventus in München und zum Anschluss die bislang beste Saisonleistung in Turin. Und schon ist in München die Welt wieder in Ordnung.
Bei Juventus Turin ist hingegen der Hausfrieden erheblich gestört. Das Desaster gegen Bayern toppte die schon vorher nicht überzeugenden Leistungen. „Kranke alte Dame“ titelte der kicker, „Schämt euch“ skandierten die Juve-Fans. Sie riefen zudem nach Luciano Moggi, den Vieltelefonierer und früheren Juve-Sportdirektor, der einst dafür sorgte, dass die Schiedsrichter seinem Verein wohl gesonnen waren. Punkt- und torlos blieb Maccabi Haifa. Spielerisch wirkten die Israelis durchaus gefällig, aber ihre Offensive wirkte restlos überfordert.
Gruppe B
In Wolfsburg wird man sich ärgern, denn da war mehr drin als nur Platz 3. Der deutsche Meister enttäuschte keineswegs, bekam gute Kritiken (zum Beispiel beim 1:2 in Manchester), letztendlich fehlte aber die Cleverness. Deutlich erkennbar beim letzten Spiel gegen United, als die englische B-Elf dank Michael Owen aus vier Chancen drei Tore machte.
Manchester United qualifizierte sich problemlos, der Zweite ZSKA Moskau drehte zum Schluss noch richtig auf und erreichte das Achtelfinale. Für Besiktas blieb nur Platz 4, immerhin gewann der türkische Meister mit 1:0 bei Manchester United.
Gruppe C
Etwas zittern mussten Real Madrid und AC Mailand schon, denn Olympique Marseille mischte durchaus mit. Doch am Ende hatten die Favoriten die Nase vorn, weil die Franzosen in den Spielen gegen Real und Milan nur insgesamt einen Punkt holten. Der FC Zürich gewann bei seiner CL-Premiere immerhin in Mailand und erreichte im Rückspiel ein 1:1 gegen das italienische Millionen-Ensemble. Auf der anderen Seite stehen aber auch empfindliche Klatschen gegen Real (2:5) und Marseille (1:6).
Gruppe D
Chelsea und der FC Porto beherrschten die Gruppe D eindeutig und qualifizierten sich schon frühzeitig. Das lag auch daran, dass Atletico Madrid (wie in der spanischen Primera Division) restlos maßlos enttäuschte, gegen Porto zum Beispiel 0:2 und 0:3 verlor. Auch das 0:4 an der Stamford Bridge gegen Chelsea war eine deutliche Angelegenheit. Am Ende hatte Atletico ganze drei Punkte, keinen einzigen Sieg bei einem Torverhältnis von 3:12.
Dass das Team dennoch die Europa League erreichte, ist ein Hohn. Denn die Zyprioten von APOEL Nikosia blieben zwar auch sieglos, verkauften sich aber tapfer bei einem Torverhältnis von 4:7 und kamen ebenfalls auf drei Punkte. Gegen Atletico gab es ein 0:0 in Madrid und ein 1:1 auf Zypern. Das Auswärtstor entschied also für die Spanier. Jesus Gil y Gil, ihr ehemaliger Präsident, wird dennoch im Himmel zürnen...
Legendärer Endkampf im Juddmonte International in York: Giant's Causeway (Mick Kinane) gegen Kalanisi (Pat Eddery). Wer die Nase vorn hat? Natürlich die blaue Farben....`
Das Ende einer großen Karriere im Sattel: Jockey Michael Kinane (50) hat heute seinen Rücktritt vom aktiven Rennsport verkündet. Sea The Stars bescherte dem irischen Topjockey noch einmal ein wunderbares Jahr mit Erfolgen in den englischen 2000 Guineas, im englischen Derby und im Arc.
Die Schlagzeile werde ich nie vergessen. „Hail The Commander” titelte im Juni 1993 eine der englischen Tabloids, ich glaube, es war der Mirror. Es war der Tag des englischen Derbys in Epsom, das 1993 noch an einem Mittwoch ausgetragen wurde, und das Blatt meinte natürlich seinen Derbytipp Commander in Chief, trainiert von Henry Cecil und geritten von einem gewissen Michael J. Kinane.
Damals begann ich mich gerade für den englischen Rennsport zu interessieren, der Name Kinane war mir noch gar nicht so bewusst. Das verwunderte nicht, denn meistens ritt er in seiner irischen Heimat und kam nur zu den großen Renntagen nach England.
So auch 1993: Hoher Favorit im Derby war Tenby, ebenfalls im Training bei Cecil und geritten vom Amerikaner Steve Cauthen, damals Stalljockey des Trainers aus Newmarket. Kinane steuerte die zweite Hoffnung des Cecil-Quartiers, eben jenen Commander in Chief.
Die Experten behielten Recht, die am Stehvermögen des Favoriten zweifelten: Tenby scheiterte auf dem anspruchsvollen Kurs in Epsom, dafür triumphierte Commander in Chief nach einem perfekten Ritt seines Jockeys. Und ich ärgerte mich schwarz, dass ich den Sieger nicht gewettet hatte und mich für ein anderes Pferd entschieden hatte.
Es war der erste Sieg im englischen Derby für Kinane und von nun an achtete ich besonders auf seine Einsätze. Denn er ritt oftmals die zweite Farbe von Trainern wie Henry Cecil, Michael Stoute oder John Dunlop – und für die gab es oft lukrative Quoten, obwohl die Pferde meist nicht viel schlechter waren als ihre höher eingeschätzten Stallgefährten. Jedenfalls verdanke ich Kinane einige schöne Treffer.
Der Ire erwarb sich schnell den Ruf eines Big Race-Jockeys mit großer Nervenstärke.
Im Galoppsport gewann er eigentlich alles, was zählt. Die Liste seiner Erfolge ist beeindruckend. Die Namen der Pferde, mit denen er unter anderem als späterer Stalljockey bei Aidan O’Brien große Erfolge feierte, lesen sich wie das „Who is Who“ des europäischen Turfs: Pilsudski, Galileo, Rock of Gibraltar, Giant’s Causeway, Vintage Crop (mit dem er den Melbourne Cup gewann) oder Montjeu – um nur einige zu nennen.
Und natürlich Sea The Stars, mit dem er in diesem Jahr seine Karriere krönte. „Das beste Pferd, das ich je geritten habe“, sagt Kinane. Und besonders im Arc zeigte er noch einmal seine ganze Klasse als Jockey.
Es läuft die 8. Minute im Bundesligaspiel zwischen Borussia Dortmund und dem 1.FC Nürnberg: Sven Bender spielt einen überlegten Pass hinter die aufgerückte Club-Deckung und auf einmal hat Kevin Großkreutz auf der linken Seite viel Platz, läuft ein paar Meter und schiebt den Ball dann platziert in die lange rechte Ecke zum 1:0.
Damit wurde ein Traum wahr: Denn es war das erste Bundesligator des gebürtigen Dortmunders, der im letzten Jahr noch selber auf der Südtribüne stand. „Wir sind alle Dortmunder Jungs“, skandierte die Südtribüne. Einziger „Wermutstropfen“: Das Tor fiel vor den Nürnberger Fans auf der Nordtribüne. „Eigentlich wollte ich spontan zur Südtribüne rennen und dort auf den Zaun klettern. Aber dann hätte ich Gelb und später Gelb-Rot gesehen“, erzählte der BVB-Akteur dem Fachblatt kicker.
Großkreutz kommt aus Dortmund-Eving, einem Stadtteil im sozialschwachen Dortmunder Norden. Eving grenzt direkt an die Dortmunder Nordstadt, die als sozialer Brennpunkt gilt.
Fußballerisch spielte Eving immer eine sehr gute Rolle im Dortmunder Fußball. Da ist zum einen der Traditionsverein TuS, der schon in den siebziger Jahren in der damaligen höchsten Spielklasse in Westfalen kickte. Derzeit strebt die erste Mannschaft den Aufstieg in die Westfalenliga an, ist aktueller Tabellenführer der Landesliga 5 Westfalen und hat sein Team vor der Saison ziemlich aufgerüstet, unter anderem mit dem ehemaligen BVB-Profi Francis Bugri. Ein Sponsor der Truppe ist Patrick Owomoyela aus der aktuellen Mannschaft.
Wo auch Zorc, Klos und Ricken kickten
Der TuS Eving ist die Talentschmiede für Borussia: Aus dem Vorortverein schafften mit Michael Zorc, Stefan Klos und Lars Ricken drei Spieler den Sprung zu den Profis, die die Geschichte des BVB ziemlich mitprägten.
Der Lokalrivale Phönix hielt sich lange Zeit mit bescheidenem Etat in der Landesliga, besonders gefürchtet bei den Gegnern aus der Landesliga 3 war der Aschenplatz am Grävingholz. In diesem Jahr stieg Phönix allerdings aus der Landes- in die Bezirksliga ab.
Kevin Großkreutz spielte jedoch nie beim TuS oder bei Phönix, sondern unter anderem beim FC Merkur 07 Dortmund, einem Verein aus der nördlichen Dortmunder Innenstadt, der jahrelang für seine gute Jugendarbeit bekannt war und der lange Zeit mit einer Mannschaft fast nur aus Eigengewächsen in der Landesliga kickte. Eine beachtliche Leistung, wenn man sieht, welche Summen viele Vereine in diesen Ligen ihren Spieler zahlen.
Der Angreifer wechselte frühzeitig in den Jugendbereich von Borussia Dortmund, wurde dort aber mit 14 Jahren aussortiert, weil er angeblich körperlich zu schwach war. 2002 ging er zu RW Ahlen, spielte dort sieben Jahre in der Jugend und bei den Senioren, stieg 2008 mit RW Ahlen aus der Regionalliga in die 2. Liga auf und erzielte dort in 32 Spielen 6 Toren. Im Sommer schloss sich der Kreis, als Großkreutz zurück zu seinem Traumverein wechselte.