Wenn es eine gute Fee gebe, bei der ich einen Wunsch frei hätte, dann wäre das dieser: Schenke mir eine Reise nach Australien, Anfang November. Dann nämlich läuft der Melbourne Cup auf der Rennbahn Flemington Park.
Dabei muss ich nicht unbedingt einer der mehr als 100 000 Besucher auf der Rennbahn sein. Es würde mir vollkommen reichen, zu diesem Zeitpunkt in Australien zu sein. Nur um zu erfahren, ob es stimmt, dass bei dieser Prüfung über 3200 Meter das ganze Land still steht und fast alle auf dem fünften Kontinent sich ein Pferderennen anschauen. Spannende Frage – die Hoffnung, dass ich das einmal schaffe, habe ich noch nicht aufgegeben.
Die Australier wetteten jedenfalls wie bescheuert: Allein 95,6 Million Dollar (1 australischer Dollar ungefähr 0,6121 Euro) setzten sie allein in den Bundesstaaten Victoria und New South Wales ein.
Heute morgen deutscher Zeit war es dann soweit: Der Sieger 2009 hört auf den Namen Shocking, wird trainiert von Mark Kavanagh und wurde geritten von Corey Brown. Ein Schockerfolg war das nicht unbedingt, denn der vierjährige Hengst war durchaus gewettet worden. Dahinter endeten mit Crime Scene aus dem Godolphin-Stall und dem auch in Deutschland gut bekannten Kerrin Mc Evoy im Sattel sowie Mourilyan zwei Pferde aus Europa.
Leer ging diesmal Trainer-Legende Bart Cummings aus, der damit weiter auf seinem 13. Sieg im Melbourne Cup warten muss.
Borussia Dortmund setzte am Dienstag eine lieb gewonnene Tradition fort, um die es zuletzt etwas ruhig geworden war. Gemeint ist die gute alte Blamage im DFB-Pokal: Mit einem 2:3 beim Drittligisten VfL Osnabrück verabschiedeten sich die Schwarz-Gelben im Achtelfinale aus dem Wettbewerb. Warum der BVB verlor und warum BVB-Trainer Jürgen Klopp nach dem Spiel reichlich vergrätzt war, lesen Sie hier.
Nach dem Spiel war so wie immer, wenn der angebliche David den Goliath besiegt. Das altehrwürdige Stadion an der Bremer Brücke bebte, die Anhänger des heimischen VfL lagen sich in den Armen. Pokalsensationen kennt der Fan des Traditionsvereines in dieser Saison: In der ersten Runde scheiterte Zweitligist Hansa Rostock an der Bremer Brücke; in Runde 2 kegelten die Niedersachsen den großen Nordrivalen Hamburger SV im Elfmeterschießen aus dem Wettbewerb.
Im DFB-Pokal entpuppt sich für Osnabrück der Zweitligaabstieg sogar als Glücksbringer. Denn als Drittligist genießt das Team von Trainer Carsten Baumann automatisch Heimrecht gegen höherklassige Teams, als Zweitligist hätte der Verein diesen Vorteil nicht.
Nicht unbedingt für eine BVB-Ehrenmitgliedschaft sollte sich zudem VfL-Mittelfeldspieler Benjamin Siegert bewerben. Der ist ein absoluter Pokalschreck, zum siebten Mal schaffte er gegen einen höherklassigen Verein den Sprung in die nächste Runde. Dreimal hieß das Opfer Borussia Dortmund, Siegert triumphierte zudem 2001 mit den Wolfsburger Amateuren und 2005 mit Eintracht Braunschweig. Kleiner Trost: Immerhin schied Borussia in Osnabrück gegen ein Vollprofiteam aus.
Orte der Schande
Pokalpleiten ziehen sich wie ein roter Faden durch die Dortmunder Vereinsgeschichte. 2001 zum Beispiel, als sich ein BVB-Team mit Koller und Amoroso mit 0:1 bei der zweiten Mannschaft des VfL Wolfsburg (damals Oberliga Niedersachsen/Bremen) blamierte. Oder 1997: 1:2 gegen den Regionalligisten Eintracht Trier. Im Jahr zuvor feierte der kleine Revierrivale Wattenscheid 09, heute in der fünftklassigen NRW-Liga aktiv und damals Regionalligist, einen unerwarteten 4:3-Erfolg.
1990 zeigte der BVB ein weiteres Mal seine Solidarität mit kriselnden Traditionsvereinen. Bis in die Landesliga Mitte, zu diesem Zeitpunkt die vierthöchste deutsche Spielklasse in Bayern, war die stolze Spielvereinigung aus Fürth abgestürzt. Der 4. August 1990 wurde zu einem denkwürdigen Tag für die Franken: Mit 3:1 gewann die Spielvereinigung gegen den Bundesligisten, obwohl sie ab der zweiten Minute nur noch mit zehn Leuten spielte, weil ihr Spieler Schneider rot sah. Doch Borussia blamierte sich in Überzahl und bei 40 Grad Tagestemperatur nach allen Kräften...
P.S: Sind die Frankfurter besoffen? 3:0 nach 28 Minuten für Bayern München nach einem unglaublichen Fehler von Mike Franz. Aber die Eintracht-Frans singen.....
Wenn jemand vor drei Wochen prophezeit hätte, dass Neon Light zur Winterkönigin wird, dann hätte wohl ihre Umgebung nur mit dem Kopf geschüttelt. Doch wie so oft kam alles ganz anders: Die Stute des Stalles Titan, im Training bei Andreas Wöhler, gewann in Baden-Baden den Preis der Winterkönigin (Gr. III). Im Sattel saß Jozef Bojko und nicht Stalljockey Eduardo Pedroza, der sich für die Stallgefährtin Tech Exceed entschieden hatte.
Und wie die 71:10-Chance Start-Ziel siegte, das machte schon Eindruck. Bojko ließ die Stute von Beginn an marschieren und zum Schluss war nur die 18:10-Favoritin Elle Shadow gefährlich. Doch Neon Light hatte die besseren Reserven, die restlichen Starterinnen folgten schon mit deutlichem Abstand.
Dass Neon Light überhaupt in der Top-Prüfung an den Start kam, verdankte sie ihrer Top-Leistung beim Debüt in Düsseldorf. Dort siegte sie auf ebenfalls weichem Boden hochüberlegen mit acht Längen – zur großen Überraschung ihrer Umgebung. Denn eigentlich dachten Besitzer und Trainer, dass das Pferd den Start noch benötigt.
Dafür sprach auch die Abstammung: Die Nachkommen von Refuse to Bend brauchen laut Turf-Times meist etwas Zeit. Und auch die Mutter No Merci, immerhin fünf Mal in Listenrennen placiert, wurde erst mit zunehmender Reife immer besser.
Nach dem Düsseldorfer Erfolg vor 14 Tagen disponierte ihre Umgebung allerdings um – und nur 14 Tagen nach ihrem Debüt-Erfolg ist Neon Light jetzt über Winter die beste Stute ihres Jahrgangs.