Er war einer der positiven Überraschungen im 151. Deutschen Derby in Hamburg: Als 527:10-Außenseiter lief Quo Dubai ein großes Rennen, machte im Einlauf viel Boden gut und war am Ende das schnellste Pferd. Der 5. Platz, etwas mehr als drei Längen hinter dem Sieger Wiener Walzer, machte großen Eindruck und beeindruckte auch zahlreiche Skeptiker. Denn nicht nur nurpferdeundfussball hatte Bedenken, ob die 2400 Meter nicht zu weit für den Hengst waren. Auch Andreas Sauren, Bruder des Besitzers Eckhard Sauren, schätzte vor dem Rennen das Pferd seines Bruders als „chancenlos“ ein.
Jetzt setzte Quo Dubai, der von Mario Hofer im Krefelder Stadtwald trainiert wird, noch einen drauf und gewann das 19. BBAG-Auktionsrennen in Hannover souverän vor Derwisch und Atila Sher Danon. Dabei zeigte der Sohn von Dubai Destination viel Speed; Andrasch Starke hatte ihn zudem zum richtigen Zeitpunkt schnell gemacht. Was die Form letztendlich Wert ist, wird sich zeigen – wie Quo Dubai allerdings im Einlauf beschleunigte, das sah schon nach Klasse aus. Der Zieleinlauf des Rennens ist hier noch einmal zu bewundern.
Erstmalig auf sich aufmerksam machte Quo Dubai, als er zweijährig Dritter hinter Glad Sky und Sabantuy im Ferdinand-Leisten-Memorial (BBAG-Auktionsrennen) wurde. Seinen ersten Sieg feierte er dreijährig im April in Köln, es folgte dann ein schwaches Laufen in Frankfurt. In München sah man aber schon das Potenzial des Hengstes, obwohl Quo Dubai im Bavarian Classic keine Chance gegen den Sieger Saphir hatte und die Form später nicht unbedingt aufgewertet wurde.
Raphael Schäfer steht im Tor, die Viererkette in der Abwehr bilden Christian Fuchs, Josip Simunic, Felipe Santana sowie Heiko Butscher. Im Mittelfeld sollen Nuri Sahin und Mesut Özil die Fäden ziehen, dahinter agieren Ze Roberto und Tim Borowski als Doppelsechs. Im Angriff ruhen die Hoffnungen auf Ioannis Amanatidis und Nelson Valdez. Dieses Team schicke ich ins Rennen beim Bundesliga-Trainer der Ruhr-Nachrichten. Wie der neutrale Beobachter erkennt, ist es eine gelungene Mischung aus erfahrenen Spielern und talentiertem Nachwuchs. Auf der Bank sitzen unter anderem noch Akteure wie Philipp Heerwagen, Christian Schulz, Marcelo Bordon, Daniel Schwaab, Tobias Weis, Jan Rosenthal, Stanislav Sestak und Kevin Großkreutz.
Sportliches Ziel ist eine Platzierung im vorderen Mittelfeld, vielleicht mit Sichtweite zu den internationalen Plätzen. Liebe kicker-Redakteure, Eure Noten bestimmen meine Punkte, daher Valdez nicht nur nach seinen Toren beurteilen, sondern auch dafür, was er für die Mannschaft leistet!
Und schon sind wir beim beliebten Spiel, wer denn im Mai 2010 die Schale hochhalten darf. Über 32 000 Kicker-Leser und Udo Lattek haben sich getraut und ihr Kreuzchen bei Bayern München gemacht: Damit geht der FC Bayern mal wieder als eindeutiger Favorit ins Rennen. Bei Betfair gibt es für die Münchener 1,66, also für 10 Euro Einsatz 16,60, dahinter folgen Titelverteidiger Wolfsburg, Schalke und Stuttgart. Bayern also eine klassische Lay-Option? Das wiederum nicht, weil nach dem Desaster der vergangenen Spielzeit der neue Coach Louis van Gaal die Millionentruppe stabilisieren wird: Der Titel ist also drin, auch wenn das nur die FCB-Fans, Marcel Reif, Fritz von Thurn und Taxis und das Münchener Sportbild-Büro erfreut und dem Rest der Republik eigentlich sch…egal ist.
Und wenn der FCB wieder schwächelt? Die Gegner kommen aus dem Norden: Wolfsburg und Bremen, weil Werder nicht noch einmal so eine schlechte Saison in der Liga spielen wird. Dortmund erreicht Platz 5, Schalke muss weiter warten und wird Sechster.
Beim Dauerkarten-Verkauf ist der BVB hingegen weiter Spitze vor Schalke und Bayern, bei der Vereinshymnen-Hitliste des Spielbeobachters belegen Schwarz-Gelb und Königsblau hingegen nur Mittelfeldplätze, obwohl beide Songs doch einige wirkliche Glanzlichter bieten. Nicht ganz unerwartet steht hier der 1.FC Köln an der Spitze vor Werder und Hertha, wobei der Song der Berliner von Frank Zander nach Sailing von Rod Steward schon wieder so schlecht ist, dass er eigentlich richtig gut ist. Mein Favorit ist allerdings der Frankfurter Polizeichor …
Gefunden bei Youtube, vielen Dank Kincsem XY für dieses historische Zeitdokument: Das ZDF berichtete über das 30. Derby der DDR auf der Rennbahn Berlin-Hoppegarten. Reporter Sepp Ortmeier war vor Ort und sammelte erstaunliche Eindrücke - auch wenn ich nicht glaube, dass 50 Mark Ost der Standardeinsatz bei Platzwetten in der DDR waren. Und vielleicht weiß ja jemand, wer die drei Lehrlinge im Film sind. Das waren noch Zeiten, als das ZDF wusste, was Galopprennen sind und darüber berichtete...
Liebe Zweit-, Dritt- und Viertligisten, etwas mehr hätte es aber schon sein dürfen in der 1. Runde des DFB-Pokals. Nur zwei Mal durften die Bundesligisten ins Gras beißen - und das ist doch reichlich wenig, obwohl Ihr doch Heimrecht hattet und schon lange keine Feierabendkicker mehr seid.
Natürlich taten sich die Erstligisten meist schwer und mussten manchmal richtig zittern. Preußen Münster, inzwischen Viertligist, verpasste die Sensation nur knapp gegen Hertha. Oder Fortuna Düsseldorf, nach langen Jahren in der Wildernis wieder in der 2. Liga, im ARD-Livespiel gegen den HSV. Die Gästen führten früh 1:0, doch Fortuna drehte das Spiel und lag zur Pause mit 2:1 vorne. Und der Beobachter fragte sich, warum der Düsseldorfer Mittelfeldspieler Marco Christ nur ein U-21-Länderspiel und nicht 200 Bundesligaspiele in seiner bisherigen Laufbahn absolviert hat. Den Hamburgern gelang zwar der Ausgleich und sogar das 3:2 in der Verlängerung, doch Fortuna wehrte sich mit letzter Kraft. Das Düsseldorfer Publikum, jahrelang vom großen Fußball entwöhnt, feuerte ihr Team frenetisch an. Selbst die Mütter mit den großen Sonnenbrillen und den Kids mit der teuren Kleidung machten mit. In der 120. Minute belohnte der Fußballgott den Enthusiasmus von Mannschaft und Fans: Das 3:3 durch Lambertz, bei dem Petric eindrucksvoll bewies, dass er Stürmer und nicht Abwehrspieler ist, schickte die Arena endgültig in die kollektive Ekstase. Das am Ende der HSV im Elfmterschießen siegte, war egal. Bonuspunkte sammelte die Fortuna zudem beim Musikpogramm: The Cure und New Model Army, vielleicht sollte sich der BVB auch einmal um die Toten Hosen als Sponsoren bemühen.
Auf den Spuren von Rudi Thömmes
Vielleicht wäre es ja auch anders ausgegangen, wenn das ZDF übertragen hätte. Deren Urgestein Rolf Töpperwien hat sich im Laufe der Jahre den Ruf als Favoritenschreck redlich verdient. Wo „Töppi" auftauchte, purzelten die höherklassigen Teams. Diesmal war der ZDF-Mann in Trier beim Match der Eintracht gegen Hannover. Nun hat Eintracht Trier wahrlich einen großen Namen als Pokalschreck. An deren kantigen Stürmer Rudi Thömmes in der Saison 1997/98 denken Schalker und Dortmunder nur ungern zurück, weil beide nacheinander in Trier ausschieden und Thömmes jedes Mal traf. Der BVB verabschiedete sich allerdings eine Runde später als der S04 - was die schwarz-gelbe Seele wiederum tröstete.
Nach turbulenten Jahren spielt die Eintracht derzeit viertklassig in der Regionalliga West, Trainer ist ein gewisser Mario Basler. Zur Halbzeit sah es noch gar nicht nach einer Blamage für die Gäste aus: Hannover lag 1:0 vorne. Nun hat Töpperwien ein Ritual im DFB-Pokal: Er filmt mit seinem Kamerateam in der Kabine des Außenseiters. So auch diesmal: Leider fiel im Bericht just da der Ton aus, so konnte man die Pausenpredigt von „Super-Mario" nur erahnen. Zumindest sah jeder Zuschauer, dass die Eintracht auch eine Taktik-Tafel besitzt.
Jedenfalls soll Basler ziemlich laut geworden sein, verkündete Töpperwien. Brüllende Trainer in der Pause können auch einen anderen Effekt haben, doch in diesem Falle drehte Trier auf, Hannover bedankte sich mit haarsträubenden Fehlern und blamierte sich zum Schluss mit 1:3. Das dritte Tor der Eintracht markierte Sahr Senesie, einst in Diensten des BVB.
Als dritter Bundesligist verabschiedete sich Mainz 05 beim VfB Lübeck. Auch der VfB hat finanziell und sportlich schon viel bessere Zeiten gesehen und kickt jetzt viertklassig in der Regionalliga Nord. Nun darf sich der vor kurzem noch insolvente Verein über 270 000 Euro (Quelle kicker) für das Erreichen der nächsten Pokalrunde freuen. 2:1 hieß es nach Ende der Verlängerung gegen pomadige Mainzer, die drei Tage später dann ihren Trainer Jörn Andersen feuerten, mit dem sie im Mai noch aufgestiegen waren.