Weltmeister, Europameister, Champions League-Gewinner, UEFA-Cup-Sieger, Italienischer Meister, Deutscher Meister und jetzt vielleicht der Aufstieg in die Kreisliga B – Jürgen Kohler, 105facher Nationalmannschaft und lange Zeit der Inbegriff des deutschen Abwehrspielers, spielt zukünftig für den SV Alemannia Adendorf in der Kreisliga C Bonn.
Ob er noch mal die Schuhe anzieht für den Club auf dem heimischen Tennenplatz, dahinter stehen aber noch einige Fragezeichen. „Wir wollen abwarten, wie sich das entwickelt. Es ist für ihn keine Verpflichtung", sagte der Vereinsvorsitzende Hubert Neukirchen dem
Bonner Generalanzeiger, „er macht so mit, wie er will und Zeit hat.“ Den Spielerpass hat Kohler allerdings schon für seinen neuen Klub beantragt.
Der SV Alemannia stieg 2008 aus der Kreisliga D (so etwas gibt es in Bonn) in die Kreisliga C auf und belegte in der letzten Saison mit 38:50 Toren und 32 Punkten den 12. Platz in der Kreisliga C, Staffel 3, Bonn. Experten sehen sofort, dass die Mannschaft bei nur 38 geschossenen Toren eher einen Stürmer braucht als einen gestandenen Abwehrspieler wie Jürgen Kohler, der in seiner ganzen
Karriere doch eher für das Tore verhindern zuständig war.
In der Stunde des größten Triumphes: Kohler mit Trainer Ottmar Hitzfeld nach dem Gewinn der Champions League
Foto: DFL
Von 1995 bis 2002 spielte Kohler bei Borussia Dortmund und bildete dort zusammen mit dem Brasilianer Julio Cesar die vielleicht beste Innenverteidigung, die der BVB je hatte. Unvergessen bleibt die artistische Rettungstat des „Koksers“ im Champions League-Halbfinale bei Manchester United.
Kohler kam damals von Juventus Turin und dort lernte der frühere reine Zerstörer auch das Fußball spielen. In Dortmund war er nicht mehr nur der reine Grätscher aus der berüchtigten Waldhof-Schule, die für kompromisslose Abwehrspieler bekannt war. Namen wie Karlheinz und Bernd Förster, Schlindwein, Dickgießer, Tsionanis oder zuletzt Christian Wörns verkörperten das nackte Grauen für viele Angreifer.
Seit Anfang Juli ist er da, der neue Spielplan für die Bundesliga-Saison 2009/10. Jetzt hat die Deutsche Fußball Liga (DFL) die ersten fünf Spieltage fest terminiert. Das Positive: Der BVB spielt fünf Mal am Samstag um 15.30 Uhr, dem traditionellen Termin.
Ich gebe es zu: In Sachen Fußball bin ich strikt konservativ. Am liebsten hätte ich alle Spiele an einem Termin; Gnade fand früher höchstens noch der Freitag abend, weil Flutlichtspiele ein besonderes Flair vermitteln und man danach Freitag abends noch schön auf die Piste gehen konnte.
Von diesem Idealzustand ist die Bundesliga schon lange entfernt. Seit Jahren gehört der Sonntag zum festen Terminplan und ab der Saison 2009/2010 wird der Spieltag weiter zerstückelt.
Zukünftig gibt es fünf Spieltermine (statt bislang drei) in der ersten Liga:
• Freitag 20.30 Uhr (1 Spiel)
• Samstag 15.30 Uhr (5 Spiele)
• Samstag 18.30 Uhr (1 Spiel)
• Sonntag 15.30 Uhr (1 Spiel)
• Sonntag 17.30 Uhr (1 Spiel).
Natürlich dient diese gesamte Zersplitterung des Spieltages nur einem Ziel: Die DFL möchte sehr viel Geld vom Pay-TV-Partner Sky (früher Premiere) und bietet diesem dafür möglichst viel Exklusivität in Form von Live-Spielen an. Zumal im Sommer 2008 das Bundeskartellamt den DFL-Strategen einen
Strich durch die Rechnung machte, in dem es eine möglichst zeitnahe Höhepunktberichterstattung im Free-TV anmahnte. Die ARD-Sportschau um 18 Uhr war gerettet – und die DFL konnte den geplanten Deal mit dem Zwischenhändler Sirius, hinter dem Ex-Premiere-Pleitier Leo Kirch steckte, vergessen. Hinfällig wurde alle Pläne, dass die Free-TV-Berichterstattung erst spät - zum Beispiel um 22 Uhr – startet. Weil das eben nicht möglich war, gibt es die Bundesliga und die 2. Liga noch mehr scheibchenweise.
Das nervt nicht nur mich: Anfang des Jahres meldete sich auch die Amateurfußball-Basis zu Wort und protestierte gegen den Spielplan. Im Fußballkreis Gelsenkirchen/Gladbeck/Kirchhellen fiel sogar Anfang März ein kompletter Spieltag der Kreisligen A, B und C aus. Gut, es waren nur ein paar kleine „gallische Dörfer“, die offiziell Widerstand gegen die DFL- und DFB-Pläne übten. Das Gros schimpfte zwar und grummelte vor sich hin – allerdings eher im kleinen Kreis und nicht in der Öffentlichkeit, obwohl ihnen schon in den vorherigen Spielzeiten die Sonntagsspiele Zuschauer und Einnahmen kosteten.
Besonders das Spiel um 15.30 Uhr am Sonntag, in Nordrhein-Westfalen traditioneller Spieltag der Amateure, stand in der Kritik. Die Vertreter der Basis sahen sich in ihrer Existenz bedroht, denn wenn beispielsweise Dortmund und Schalke am Sonntag spielen, dann schauen viele Fans lieber Bundesliga- statt Kreisliga-Fußball. Was bedeutet: noch weniger Zuschauer, noch weniger Einnahmen und vielleicht auch weniger Spieler, weil diese ja häufig Dauerkarten haben und den Platz im Stadion dem Hartplatz vorziehen.
Das Ganze verlief allerdings wie der berühmte Sturm im Wasserglas, der
Protest beim Verbandstag fiel dürftig aus. Der Grundlagenvertrag zwischen den DFL und DFB bescherte den Landesverbänden einen um 1 Mio. Euro erhöhten Zuschuss von 5 Millionen Euro, bei
5.597 Fußballvereinen wäre das im Bereich des Westdeutschen Fußball- und Leichtathletikverbandes immerhin ein Zusatzbetrag von 178,67 Euro pro Klub.
Die Meinungen der
User der
Racing Post im Internet waren geteilt. „Was für ein Pferd, der eindrucksvollste Gruppe 1-Sieger in diesem Jahr“, schrieb
cauliflower. „Eine der schlechtesten Irish Oaks aller Zweiter. Die Zweite und Dritte haben Listenklasse, die anderen sind nur Handicapper“, meinte hingegen User
stephenwooley.
Siege auf schweren Boden sorgen oft für kontroverse Diskussionen. So auch dieser: Mit unglaublicher
Leichtigkeit hatte die 20:10-Favoritin
Sariska, trainiert von Michael Bell im englischen Newmarket und geritten von Jamie Spencer, die Irish Oaks (Gr. 1) über 2400 Meter auf der Rennbahn The Curragh in Irland gewonnen und damit das Klassiker-Double englische Oaks und irische Oaks geschafft.
In typischer Jamie Spencer-Manier blieb die Pivotal-Tochter erst einmal hinter im Feld, 200 Meter vor dem Ziel schritt Spencer dann zum Angriff und ging mühelos – ohne sein Pferd groß zu fordern - an der Pilotin
Roses For The Lady (Jockey Fran Berry/ Trainer John Oxx) vorbei.
Am Ende hatte die Stute drei Längen Vorsprung auf Roses For The Lady. Noch größer waren die Abstände zu
Midday, in den englischen Oaks in Epsom noch knapp geschlagene Zweite: 7,5 Längen blieb die Stute aus dem Stall von Henry Cecil, der der schwere Boden überhaupt nicht passte, als Drittplacierte hinter der Gewinnerin.
In Sariskas Lager war man schon vor dem Rennen sehr optimistisch. „Sie hatte so gut gearbeitet, ich war wirklich überzeugt, dass sie gewinnt“, erklärte Trainer Michael Bell.
Sariska stammt zwar vom Sprinter Pivotal, allerdings ist mütterlicherseits viel Stehvermögen in der Familie vorhanden. Nächstes Ziel sind die Yorkshire Oaks in York, allerdings denkt Trainer Bell auch an ein Duell gegen die besten Hengste im Arc, der im Herbst in Paris-Longchamp stattfindet. Dafür müsste die Stute allerdings nachgenannt werden.