Dienstag, 19. Mai 2009
Queen schockiert: Royal Ascot ohne Overdose
Das ist ärgerlich: Da freut man sich schon die ganze Zeit darauf, dass Overdose den englischen Top-Sprintern während des Royal Ascot-Festivals (16. - 20. Juni) die Hacken zeigt und damit im Herzen des englischen Turf-Establishments triumphiert, dann liest man so etwas: The "Budapest Bullet" verpasst wegen einer Fußverletzung die Sprintrennen King's Stand Stakes und Golden Jubilee während der königlichen Rennwoche, berichtet die englische Fachzeitschrift Racing Post.
Der bislang noch ungeschlagene ungarische Sprinter sollte eigentlich schon am Samstag in den Temple Stakes über 1000 Meter in Haydock Park sein Debüt auf der Insel geben, der verdammte Fuß verhinderte bereits dies.
Und damit jeder noch einmal sieht, wie schnell der gesunde Overdose ist, gibt es hier noch einmal das Video vom letztjährigen Sieg in Baden-Baden.
Ein kleiner Trost: J J The Jet Plane aus Südafrika, unter anderem erfolgreich während des Dubai Carnivals in Nad Al Sheba, und der unverwüstliche Takeover Target aus Australien, 2006 Sieger in den King's Stand Stakes und danach mehrfach placiert, werden kommen.
Der unverwüstliche Sprinter aus Australien war am letzten Wochenende allerdings geschlagen im Krisflyer International Sprint (Gr.1) auf der Galopprennbahn in Kranji/Singapur. Es gewann Sacred Kingdom aus Hongkong - und an dessen Start im Golden Jubilee sind die Verantwortlichen des Ascot-Festivals nach einem Bericht der Racing Post brennend interessiert. Hongkongs Top-Sprinter müsste allerdings für einen hohen Betrag nachgenannt werden. Jetzt suchen die Verantwortlichen nach einer Lösung.



Montag, 18. Mai 2009
Der Galopper der Woche: Running Ernie
Nach dem Hauptrennen des Tages, der BHF Bank Meile, hatte Trainer Christian Sprengel laut Sport-Welt Tränen in den Augen: König Turf, sein alter Haudege, wurde knapp von Aspectus geschlagen, das Zielfoto entschied für den Röttgener.
Drei Stunden vorher war der Hannoveraner Trainer aber auf der Siegerstraße: Der fünfjährige Wallach Running Ernie gewann sicher mit eineinviertel Längen Vorsprung vor Kalpak den Preis des Gestüt Hofgutes Fremersberg. Das war zwar nur ein Ausgleich III über 1800 Meter, aber schon der fünfte Sieg seit November für das Pferd des Stalles Kronsberg. Die beiden Erstplacierten sollten zudem noch Spielraum nach oben im Handicap haben.
Bei Running Ernie, einem Sohn des mäßig erfolgreichen Deckhengstes Eden Rock, mag das etwas überraschen. Er war ein richtiger Spätzünder: Dreijährig war er nur einmal am Start, vierjährig feierte der Wallach – damals trainiert und in Besitz von Karen Kaczmarek – seinen ersten Erfolg am 11. Mai 2008 in Bremen. Weitere Placierungen folgten und im September 2008 lief Running Ernie erstmals für Christian Sprengel und den Stall Kronsberg.
Der Durchbruch kam im Winter: Der Wallach entpuppte sich als einer der Attraktionen der oftmals trostlosen Winterrennen in Dortmund. Dreimal war Running Ernie hochüberlegen auf der Allwetterbahn erfolgreich, nur im Ausgleich II unterlag er knapp Quick Prinz Poldi.
Zum Glück gibt es inzwischen unterschiedliche Handicapeinschätzungen für Gras- und Sandrennen. So setzte der Sprengel-Schützling seine Erfolgsserie auf Gras fort und schnappte sich ein mit 10 000 Euro dotiertes Handicap in Saarbrücken. In Köln war er zuletzt Dritter hinter Kalpak und Wakeman, jetzt in Baden-Baden drehte Running Ernie den Spieß um und war vor dem Schlenderhaner Kalpak.
Schade, dass es in Deutschland keine Auszeichnung für den Handicapper gibt, der die meisten Siege im Jahr schafft. Running Ernie wäre ein heißer Kandidat.



Sonntag, 17. Mai 2009
Wolfsburg vor der Krönung, BVB im Spielrausch
Wolfsburg zwei Punkte vor Bayern und Stuttgart; drei Punkte Vorsprung sind es gar vor Hertha BSC – wenn die Wolfsburger das am letzten Spieltag gegen Bremen in der heimischen Arena noch vermasseln, dann sind sie wirklich reichlich doof. Ich bin aber sicher, dass der VfL ab Sommer endlich seinen Briefkopf mit einem ordentlichen Titel schmücken kann. Zu gut waren die Leistungen der letzten Spiele: 3:0 gegen Dortmund, 5:0 beim Niedersachsenrivalen Hannover. Und Werder sollte daran denken, wie viele gute Spieler die Bayern ihnen schon abgenommen haben.
Wenn ich diese Zeilen vor sieben, acht oder neun Jahren geschrieben hätte, dann wäre mein Urteil anders gewesen. Trotz der schlechteren Ausgangslage hätte ich den Bayern zugetraut, die Situation noch zu drehen. Doch der FCB des Jahre 2009 hat nicht mehr die mentale Stärke seiner Vorgänger. Das wurde beim 2:2 in Hoffenheim, dem so jäh abgestürzten Emporkömmling der Hinrunde, deutlich.
Eher traue ich dem VfB Stuttgart zu, das er am letzten Spieltag in München gewinnt und von einem eventuellen Wolfsburger Ausrutscher profitiert. Hertha spielte nur torlos remis und ist quasi aus dem Titelrennen.

Ganz großes Kino in Dortmund
Der größte Verlierer der letzten Wochen ist der Hamburger SV. Die Hanseaten scheiterten in zwei Pokal-Halbfinals gegen Werder Bremen und auch in der Bundesliga ist die Teilnahmen an der neuen Euro League nach dem überraschenden 0:1 gegen Köln stark gefährdet.
Denn Borussia Dortmund verdrängte den HSV nach dem 6:0 gegen Bielefeld von Platz 5 und hat das weitaus bessere Torverhältnis. Die Nachricht, dass Köln 1:0 führte, war auch lange Zeit das einzig gute im Westfalenstadion, denn Borussia verfiel in Halbzeit 1 dem Trott längst vergessener Tage und präsentierte sich so schwach wie lange nichzt mehr. Die abstiegsbedrohte Arminia spielte da durchaus selbstbewusst auf und hatte auch die besseren Möglichkeiten. Doch wie das so ist im Fußball: Nach einem Freistoß von Alex Frei war Sebastian Kehl vor Arminia-Keeper Dennis Eilhoff am Ball, 1:0 für den BVB nach 43 Minuten. Und spätestens nach dem 2:0 durch Hajnal in der 53. Minute war das Spiel gelaufen. Borussia steigerte sich in einen wahren Spielrausch, Bielefeld ergab sich seinem Schicksal. Mein persönlicher Höhepunkt war Tingas Kopfball knapp über der Grasnarbe zum 5:0. Bei Bielefeld wurde Trainer Michael Frontzeck am Sonntag nach dem Spiel entlassen. Ein neuer Mann, der noch nicht bekannt ist, soll die Mannschaft vor Abstieg und Relegation retten.
„Ihr für uns! Und wir für Euch“, stand auf dem Plakat, mit dem die BVB-Spieler am Ende durchs Stadion liefen und sich damit bedankten. Es war einer dieser magischen Momente nach einer hervorragende Saison, die wirklich Lust auf die neue Spielzeit macht. Da sollte die letzte Hürde gegen Gladbach nicht mehr zur Stolperfalle werden. Die Borussia vom Niederrhein braucht noch einen Punkt gegen den Abschied und einigen Anhängern der selbsternannten „wahren“ Borussia wäre es ein besonders Vergnügen, den verhassten Schwarz-Gelben die Tour zu verderben. Doch das wird nicht passieren.