Früher fanden auf dem Knavesmire am Rande der nordenglischen Stadt York die Hinrichtungen statt. Unter anderem wurde dort der berühmte Räuber Dirk Turpin gehenkt. Heute wird das Gelände erheblich sinnvoller genutzt: Vom 13. bis 15. Mai laufen die schnellen Vollblüter auf einem der renommiertesten Rennkurse des Vereinigten Königreichs beim May Dante Festival. Höhepunkt sind die Dante Stakes (Gr.2) für dreijährige Hengste, die wichtigste Vorprüfung zum englischen Derby Anfang Juni in Epsom.
Seit 1994 war fünf Mal der Sieger in York auch der Gewinner auf den Epsom Downs:
Erhaab (1994),
Benny The Dip (1997),
North Light (2004),
Motivator (2005) und
Authorized (2007) schafften das Double.
Tartan Bearer, der 2008-Triumphator, scheiterte im vergangenen Jahr nur denkbar knapp.
Favorit der Ausgabe 2009 dürfte
Crowded House (Trainer Brian Meehan/Jockey Jamie Spencer) werden, im letzten Jahr Sieger in der Racing Post Trophy (Gr.I). Seine Gegner sind unter anderem
Redwood (Barry Hills/Michael Hills) und
Nehaam (John Gosden/Richard Hills). Und auch die Großmächte Ballydoyle und Godolphin kreuzen die Klingen: Die Iren setzen auf
Freemantle (Johnny Murtargh) sowie den Außenseiter und wahrscheinlichen Pacemaker
Black Bear Island (Colm O'Donoghue). Die Königsblauen schicken
Kite Wood (Frankie Dettori) ins Rennen, im letzten Jahr noch trainiert von Michael Jarvis und Sieger in einem Gruppe 3-Rennen in Ascot.
Weitere Highlights der drei Tage sind die Musidora Stakes für dreijährige Stuten (Gr.3), die Duke of York Stakes (Gr.2) für die schnelle Fraktion über 1200 Meter, die Middleton Stakes (Gr.3) für ältere Stuten sowie der Yorkshire Cup für die Steher (Gr.2) am Freitag. Dazu kommen einige nur sehr schwer entschlüsselbare Handicaps. Die wichtigsten Rennen des Dante-Meetings 2008 gibt es
hier noch einmal.
Die Rennbahn in York gilt als eine der besten auf der Insel. Wahre Renninteressierte seien aber manchmal in der Minderheit, warnt Paul Ostermeyer, Verfasser eines formidablen
Internet-Guides über englische Rennkurse. „Bei Festivals und an Wochenenden sind für viele Besucher die Rennen nur Nebensache. Ziel ist es, möglichst viel Alkohol in sich hineinzuschütten“, so Ostermeyer. Was auf der Insel nach meinen Erfahrungen aber mehr die Regel als die Ausnahme ist.
Im letzten Jahr erlebte die Bahn in Yorkshire ihren Super-Gau: Das Ebor-Festival, das zweite wichtige Meeting im August, fiel aus, weil nach schweren Regenfällen das Geläuf unter Wasser stand. Umfangreiche Investitionen und Arbeiten an der Bahn sollen dies zukünftig verhindern.
Er ist bislang zweifellos der Aufsteiger der Saison. Der dreijährige Tertullian-Sohn
Irian aus dem Gestüt Schlenderhan
gewann mit Filip Minarik im Sattel das Mehl-Mülhens-Rennen (Deutsche 2000 Guineas) und damit den ersten Klassiker der Saison. Der Hengst aus dem Stall von Jens Hirschberger siegte locker mit eineinhalb Längen in dieser Gruppe II-Prüfung vor dem englischen Gast
Zafisio (Trainer Roger Curtis/Jockey Daryll Holland). Dritter wurde
Globus (William Mongil/Uwe Ostmann), auf den vierten Platz lief
Mantoro (Mario Hofer/Andreas Helfenbein).
Mit diesem Erfolg blieb Irian auch im dritten Start ungeschlagen. Wie schon beim Sieg im Busch-Memorial beeindruckte der Schlenderhaner im Mehl-Mülhens-Rennen mit seinem Speed, gegen den die gute Konkurrenz letztlich chancenlos war. Und jedes Mal wirkte der Hengst wie ein Pferd, das über weitere Distanzen erfolgreich sein könnte.
Für das deutsche Derby ist er nicht genannt, eine Option könnte dagegen, so Trainer Jens Hirschberger, das französische Derby in Chantilly sein, das über 2 100 Meter führt. Ob sein Stehvermögen aber für die klassische Derby-Distanz von 2 400 Metern ausreicht, ist als Sohn eines Sprinters und Meilers sehr fraglich.
Zweijährig nicht gelaufen, siegte der Tertullian-Sohn beim Lebensdebüt in Frankfurt souverän mit acht Längen – auch wenn die Gegnerschaft nicht die stärkste gewesen sein dürfte. Deutlich gesteigert war er dann im besagten Busch-Memorial gegen Daring Tiger (der nicht im Mehl-Mülhens-Rennen lief) und den Winterfavoriten Globus erfolgreich.
Und im Klassiker folgte die nächste deutliche Verbesserung. Schlenderhan hat wieder einen klassischen Sieger.
Manchmal gibt es Nachrichten, die einen einfach nur schocken.
Dies ist so eine....
Die ersten träumen davon, dass die Serie bis Saisonende hält: Nach dem lockeren 4:0-Erfolg gegen den Karlsruher SC blieb Borussia Dortmund auch im siebten Spiel in Folge unbesiegt. Wenn heute (Sonntag) der Hamburger SV in Bremen verliert, wäre der BVB auf dem wichtigen fünften Platz und damit für die Euro League (den ehemaligen UEFA-Cup) qualifiziert. Für Bayern München wäre das blamabel, für Dortmund hingegen ein großer Erfolg. Noch stehen allerdings drei Spiele bis zur Sommerpause an.
Seit über 30 Jahren besuche ich die Heimspiele des BVB – und es hat selten so viel Spass gemacht wie derzeit. Trainer Jürgen Klopp und die Spieler haben es geschafft, dass sich Dortmund wieder mit seiner Profimannschaft identifiziert.
Gut, die Rückserie 2004/2005 war Klasse, als Dortmund im ersten Jahr unter Trainer Bert van Marwijk eine phänomenale Serie absolvierte und diese mit einem Sieg auf Schalke krönte. Und das zu einem Zeitpunkt, als dem Verein durch die finanziellen Altlasten der Ära Niebaum/Meier das Aus drohte. Davor und danach war aber viel Ergebnisfußball – langweilig, ohne Herz, ohne Spaß.
Derzeit gibt es wirklich nichts zu kritisieren. Natürlich sollte man einen Sieg gegen den Tabellenletzten nicht überbewerten; aber es gab Zeiten, da hätte sich der BVB zu einem 1:0 gequält und ein Trainer wie Matthias Sammer es geschafft, einen Abwehrspieler für einen Stürmer einzuwechseln, um das Ergebnis zu halten.
Bis auf eine Schwächeperiode kurz vor der Pause hatte Dortmund das Spiel jederzeit im Griff, zeigte viel Spielfreude und erarbeitete sich eine Vielzahl an Torchancen. Der KSC präsentierte sich zudem als reichlich schwacher Gegner, der hinten wackelig wirkte und vorne ohne große Durchschlagskraft agierte. Ein Team, das an seine Chance im Abstiegskampf glaubt, tritt anders auf. Nach dieser Vorstellung sind die Karlsruher endgültig erster Abstiegskandidat.
Und noch eine gute Nachricht vom BVB: Die zweite Mannschaft gewann das Spitzenspiel der Regionalliga West beim 1.FC Köln II. Der Aufsteig in die dritte Liga ist damit greifbar nahe....