Chelsea schreit Betrug
Was ein Drama! Mehr als 180 Minuten „quälte“ Chelsea den FC Barcelona regelrecht im Halbfinale der Champions League – sowohl beim 0:0 im Hinspiel als auch im Rückspiel an der Stamford Bridge fanden die Katalanen, am Samstag noch stolzer 6:2-Sieger gegen den Erzrivalen Real Madrid in der heimischen Liga, nie ein Mittel gegen die ausgeklügelte Defensivtaktik der Westlondoner. Und dann traf Iniesta in der 93. Minute quasi aus dem Nichts zum Ausgleich und schoss Barca dank des erzielten Auswärtstores ins Finale nach Rom.
Chelseas Coach Guus Hiddink spielte zwar offensiver als im Hinspiel, dennoch stand die Heimmannschaft erst mal hinten gewohnt sicher. Perfekte Raumaufteilung, enorme physische Präsenz – das war Gift für Barcas Kurzpassspiel. Das frühe Tor durch Essien unterstützte die Taktik der Londoner. Barcelonas gefürchtete Kurzpässe kamen nicht an, weil Chelsea die Räume geschickt dichtmachte.
Die Ratlosigkeit der Katalanen zeigte sich zunehmend daran, dass die Strategen des perfekten Kurzpassspieles zwangsläufig auf lange und hohe Bällen in die Mitte setzten. Das war kein Problem für Terry und Alex in der Chelsea-Innenverteidigung, zudem flankte Barcas Außenverteidiger Dani Alves grauenhaft an diesem Abend. Außerdem wirkte Iniesta in der Henry-Position auf links völlig verschenkt.
Die Londoner hätten das Spiel frühzeitig entscheiden müssen. 7:2 lautete die Chancenbilanz – Barcelona konnte sich bei Torhüter Victor Valdes, der sonst eher im Schatten der Offensivkünstler steht, bedanken.
Ihr Dank sollte aber auch dem norwegischen Unparteiischen Tom Henning Övrebö gelten. Chelsea fühlte sich
betrogen – und der Zorn ist verständlich. Selbstverständlich lässt sich vom heimischen Sofa nach mehreren Zeitlupen immer vortrefflich argumentieren, aber bei allen vier strittigen Szenen wäre ein Strafstoß berechtigt gewesen. Und schon tauchen die ersten Konspirationstheorien wie „die UEFA wollte keine zwei englischen Mannschaften im Finale" auf.
Für Övrebö dürfte die nächste Zeit nicht leicht werden. Wer sich daran erinnert, wie die englische Boulevardpresse
einst den Schweizer Urs Meier verfolgte, der dürfte Böses ahnen. Die Tabloids, allen voran die
üble Sun, gaben dem Schiedsrichter die Schuld, dass England bei der EM 2004 ausschied. Meier hatte in der 89. Minute im Viertelfinalspiel gegen Portugal ein englisches Tor wegen eines Foulspiels nicht anerkannt.
uknig22 am 07. Mai 09
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Zocker-Philosophien
Gefunden auf den Seiten des
Galopp Clubs Deutschland: koeln1.tv, Internetfernsehen aus der Domstadt, war auf der Galopprennbahn in Köln-Weidenpesch und hat die Wetter beim Buchmacher gefragt, was den erfolgreichen Tipper denn nun auszeichnet. Keine Ahnung, wann der Film gedreht wurde, aber das
Ergebnis ist großartig, eine echte Perle des deutschen Farbfernsehens…..
uknig22 am 06. Mai 09
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Das Traumtor des Rene Tretschok
Champions League Halbfinale: Leichter als erwartet setzte sich Manchester United mit 3:1 und 1:0 gegen Arsenal London durch und steht damit als erster Final-Teilnehmer fest. Vor 12 Jahren stand ManUtd auch im Halbfinale – doch damals scheiterte das Team von Alex Ferguson, schon zu dieser Zeit Manager, an Borussia Dortmund. 1:0 gewann Schwarz-Gelb im Westfalenstadion, 1:0 siegte der BVB auch im Rückspiel in Old Trafford. Dortmund zog ins Finale ein und holte dank eines 3:1-Erfolges gegen das mächtige Juventus Turin sensationell den Pokal mit den hässlichen Ohren.
Damit war der BVB auf dem Zenit angekommen, nach den Meisterschaften 1995 und 1996 folgte die europäische Krönung. Ottmar Hitzfeld betreute eine hochkarätige Mannschaft, der große Namen wie Reuter, Kohler, Möller, Sammer, Paulo Sousa oder Chapuisat angehörten. Finanzprobleme, die später fast zum Kollaps des Vereins führten, erahnten höchstens Insider; Präsident Dr. Gerd Niebaum und Manager Michael Meier galten als das Dreamteam des deutschen Fußballs.
Ganz so heil war die BVB-Welt im Frühjahr 1997 aber nicht mehr. In der Bundesliga enttäuschte die Mannschaft besonders auswärts, es gab peinliche Niederlagen in Bochum, Düsseldorf oder Bielefeld. Am Ende landete die Millionentruppe auf Rang 3, neun Punkte hinter Meister Bayern München.
In der Champions League hielt sich der BVB jedoch schadlos. Ohne Probleme qualifizierte sich das Team in den Gruppenspielen gegen Widzew Lodz, Steaua Bukarest und Atletico Madrid für das Viertelfinale. Dort traf man auf den AJ Auxerre aus Frankreich mit der Trainerlegende Guy Roux und gewann beide Spiele mit 3:1 zuhause und 1:0 in Auxerre.
Ooh Aah Cantona
Im Halbfinale wartete allerdings mit Manchester United ein anderes Kaliber. Alex Ferguson hatte mit Giggs, Beckham, Scholes, den Neville-Brüdern, Butt und Solskjaer hochtalentierte junge Spieler in die Mannschaft eingebaut; im Tor stand der furchterregende Däne Peter Schmeichel, im Mittelfeld bestimmte der aggressive Roy Keane den Rhythmus und vorne sorgte der charismatische Franzose Eric Cantona für die Tore.
Wie so oft in dieser Zeit, plagten den BVB vor der Partei gegen die Engländer zudem massive personelle Sorgen. So musste Hitzfeld im Hinspiel Riedle, Chapuisat, Kohler und Sammer ersetzen. Am 9. April 1997 war das 1997 Westfalenstadion natürlich ausverkauft (damals passten nur 48 500 Zuschauer in den Tempel), die Nordtribüne war fest in Hand der englischen Fans.
Es wurde einer dieser knisternden internationalen Abende, die man nicht mehr vergisst – nicht, weil die Partie spielerisch besonders gut war. Beide Mannschaften waren absolut gleichwertig, schenkten sich nichts, versuchten aber oft mit hohen Bällen ihr Glück. Dortmunds „Verlegenheitssturm“ mit Heiko Herrlich und Rene Tretschok schlug sich wacker, doch Uniteds Abwehr stand sicher. Chancen blieben Mangelware. In der Pause gab es nicht die üblichen Werbespots, sondern Soul vom Altmeister James Brown. Die Tribünen swingten...
Im zweiten Abschnitt beharkten sich beide Teams nach allen Kräften, richtige Vorteile konnte sich aber keiner erarbeiten. Bis zur 75 Minute: Da nahte die große Stunde des Rene Tretschok, damals meist Reservist hinter Knut Reinhardt und im nach hinein einer der am meist unterschätzten Spieler im BVB-Dress. Die portugiesische „Diva" Paulo Sousa gewann den Ball gegen Butt, passte zu Tretschok und der zog aus 25 Metern, halblinke Position, einfach ab. Das Unheil für United nahm seinen Lauf: Pallister fälschte ab, Van der Gouw, der den kurzfristig verletzten Schmeichel im Tor ersetzte, zögerte einen Moment und flog dann vergeblich. 1:0 für den BVB – viele wie Neil Mullally vom Manchester United-Forum
RedCafe.net meinten, der Däne hätte den Schuss gehalten.
Das 1:0 war natürlich ein denkbar knappes Ergebnis für das Rückspiel am 23. April in Old Trafford. Doch es ging gut los: Lars Ricken markierte das 1:0 schon nach 8 Minuten. Manchester musste jetzt schon mindestens drei Tore schießen. Es folgte ein einziger Sturmlauf der Gastgeber, den Borussia nur mit sehr, sehr viel Glück überstand. Nach 17 Minuten rettete Jürgen Kohler unglaublich artistisch gegen Cantona; ein paar Minuten folgte die nächste Rettungstat des Abwehrrecken.
United belagerte
pausenlos das Dortmunder Tor, hatte massenweise Chancen, vergab diese aber allesamt. Dortmund war hingegen nur in der Defensive und kam kaum zu Entlastungsangriffen, Stefan Klos im BVB-Tor musste unzählig Male klären – und irgendwann hatte Schiedsrichter Urs Meier aus der Schweiz nach gefühlten 120 Minuten ein Einsehen und pfiff das Spiel ab. Borussia Dortmund durfte nach München, Manchester Uniteds große Stunde kam erst zwei Jahre später in Barcelona gegen den FC Bayern.
uknig22 am 06. Mai 09
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In England gefeuert, in Holland gefeiert
Vom Volldeppen zum Architekten des Erfolges – Steve McClaren, Trainer des holländischen Erstligisten FC Twente Enschede, kennt die Wechselbäder des Trainerlebens.
Das Bild ging um die Welt und wird ihn wohl sein Leben lang verfolgen. November 2007, es regnete in Strömen im Londoner Wembleystadion und Englands damaliger Nationaltrainer McClaren verfolgte den Untergang seiner Mannschaft im entscheidenden Qualifikationsspiel gegen Kroatien zur Fußball-EM 2008 unter einem Regenschirm mit einem Getränkebecher in der Hand. Es war der Anfang vom Ende seiner Zeit als Teamverantwortlicher: Lampard, Beckham, Gerrard und co. verpassten durch ein 2:3 die Qualifikation für die Veranstaltung in Österreich und der Schweiz.
England war entsetzt über das erneute Scheitern. Hauptschuldiger war natürlich der Nationaltrainer – und der besaß auch noch die Unverfrorenheit, sich vor Wind und Wetter mit einem Schirm zu schützen. So ein Weichei! „Der Trottel mit dem Regenschirm“, tönte die Boulevardpresse, zum Beispiel die
unsägliche Daily Mail. McClaren wurde gefeuert – und war für die englische Öffentlichkeit fortan die Witzfigur, die England die Europameisterschaft kostete.
Dabei hatten die hochdotierten Stars aus der Premier League schon unter seinem Vorgänger Sven Göran Eriksson bei der WM 2006 „Steinzeitfußball“ gezeigt. Das setzte sich unter McClaren fort – der frühere Assistent von Alex Ferguson bei Manchester United und spätere Manager des FC Middlesbrough war nicht in der Lage, den Three Lions ein erfolgreiches taktisches Konzept zu vermitteln.
Besser als Ajax, Feyernoord und PSV
Im Sommer 2008 wechselte McClaren in die holländische Provinz zum FC Twente Enschede. Der Verein hatte seine größten Momente in den siebziger Jahren, als er 1974 niederländischer Vizemeister wurde und 1975 im UEFA-Cup-Endspiel Borussia Mönchengladbach mit 0:0 und 1:5 unterlag. Ansonsten stand der Club in der Ehrendivisie aber immer im Schatten der großen Drei des niederländischen Fußballs: Ajax Amsterdam, PSV Eindhoven und Feyenoord Rotterdam. Und von Januar 1996 bis September 1999 wirkte dort ein gewisser Hans Meyer als Trainer.
McClaren übernahm allerdings in Enschede ein funktionierendes Team. Unter seinem Vorgänger Fred Rutten, der nach Schalke wechselte (und dort bekanntlich scheiterte), belegte Twente Rang 4 und qualifizierte sich in der Play-off-Runde zur Champions League durch einen Erfolg gegen Ajax Amsterdam für die europäische Königsklasse. Dummerweise traf der Engländer in der 3. Runde der Qualifikation auf seine Landsleute vom FC Arsenal (obwohl dort ja kaum Engländer spielen). Die Gunners erwiesen sich aber als eine Nummer zu groß und zogen locker mit 4:0 und 2:0 in die Gruppenphase ein.
Doch in der Meisterschaft war der ehemalige englische Nationaltrainer höchst
erfolgreich: Einen Spieltag vor Abschluss der Serie qualifizierte sich der FC Twente durch ein 3:0 gegen den bereits feststehenden Meister AZ Alkmaar als Vizemeister für die Qualifikation für die Champions League, weil Ajax Amsterdam sich mit 0:4 gegen Sparta Rotterdam blamierte. Damit steht erstmals seit 1981 kein Vertreter der großen „Drei“ im Europapokal der Landesmeister bzw. der Champions League.
Zudem erreichte das Provinzteam das Pokalfinale und trifft dort auf den SC Heerenveen. Im UEFA-Pokal besiegte Twente unter anderen den FC Schalke mit Trainer Rutten.
McClaren setzte dabei auf das bewährte 3-4-3-System seines Vorgängers und profitierte laut Kicker (
Artikel leider nicht online) von der starken Offensive mit Regisseur Kenneth Perez (34) und den Angreifern Eljero Elia (22), Blaise Nkufo (33, ehemals Hannover und Mainz) sowie Marko Arnautovic (20), der im Februar als Kuranyi-Nachfolger in Schalke im Gespräch war.
uknig22 am 05. Mai 09
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Der Galopper der Woche: Ghanaati
Vor den englischen 1000 Guineas am Sonntag auf der Rennbahn in Newmarket richteten sich alle Augen auf
Rainbow View, die zweijährig den Stuten-Jahrgang 2006 souverän beherrschte und als deutliche 17:10 Favoritin an den Start ging. Doch auch für die Stute von Trainer John Gosden galt nach dem Rennen die alte Turfweisheit: Es gibt keine „unverlierbaren“ Pferde. Zumal überragende zweijährige Vollblüter nicht zwangsläufig zu herausragenden dreijährigen Rennpferden werden.
Im Ziel hatten die berühmten blauen Farben von Scheich Hamdan Al Maktoum souverän mit eineinhalb Längen Vorsprung die Nase vorne. Die 210:10-Außenseiterin
Ghanaati (Trainer Barry Hills/Jockey Richard Hills) gewann die
1000 Guineas vor
Cuis Ghaire (Jim Bolger/Kevin Manning) und
Super Sleuth (Brian Meehan/ Martin Dwyer). Die Favoritin Rainbow View wurde nur Fünfte.
Ghanaati lag immer prominent und als Jockey Richard Hills sie kurz aufmunterte, löste sich die Stute leicht von ihren Rivalinnen, blieb völlig ungefährdet. Die Tochter von
Giant's Causeway präsentierte sich gewaltig gesteigert: Ghanaati lief 2008 zweimal auf der Allwetterbahn in Kempton und legte beim zweiten Start in einem „schwachen Rennen“ (so die Racing Post) ihre Maidenschaft ab. Der Zweitplacierte gewann inzwischen aber zwei Rennen in Serie.
Zudem hatte man im großen Hills-Stall immer eine hohe Meinung von der Stute. Sie kommt aus einer guten Familie, aus der unter anderem der Gruppe I-Sieger
Nayef stammt. Auf eines ist bei Trainer Barry Hills außerdem Verlass: Seine Pferde sind in jeder Saison zu Beginn in Topform, er ist ein absoluter Frühstarter. Auch 2009 hat er bislang eine Siegquote von 30 Prozent bei seinen dreijährigen Startern.
uknig22 am 04. Mai 09
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