Der Galopper der Woche: The Polomoche
Natürlich gab es in dieser Woche Kandidaten, die in besseren Galopprennen erfolgreich waren. Zum Beispiel Irian, der ein glänzend besetztes Dr. Busch-Memorial in Krefeld überlegen gewann. Delegator und Fantasia beeindruckten in der letzten Woche beim Craven-Meeting in Newmarket. Oder auch Hello Bud, der den Marathon des Scottish Grand Nationals in Ayr mit der Winzigkeit einer halben Länge Vorsprung entschied.
The Polomoche lief hingegen in einem Class 2-Handicap über Hürden in Ayr, dotiert mit 18 000 Pfund. Hier kommt wieder Jockey Tony McCoy ins Spiel. Denn „AP“ hatte vorher schon im Scottish Grand National mit Gone to Lunch einen Ritt vorgelegt, der einem den Atem stocken ließ. McCoy hatte sein Pferd auf der Zielgeraden so schnell gemacht, dass es mit einer wahren Energieleistung fast noch den Sieger Hello Bud erreicht hätte. Am Ende fehlte eine halbe Länge – und das nach einer Distanz von 6538 Metern.
Und auch auf The Polomoche ritt der Championjockey ein unglaubliches Rennen. McCoy diktierte von Beginn an das Tempo und versuchte sich im Schlußbogen abzusetzen. Das gelang nicht und nachdem der Wallach seine beiden Stallgefährten Caracciola und Working Title abgeschüttelt hatte, tauchte als gefährlichster Gegner Halla San unter Jockey Brian Hughes auf. Der war in einem packenden Endkampf schon vorbei, doch The Polomoche und McCoy wehrten sich. Es ging Kopf an Kopf und am Ende hatten Pferd und Reiter eine halbe Länge Vorsprung auf den tapferen Halla San. Das war der Championjockey, wie man ihn kennt – voller Leidenschaft, Energie und ausgestattet mit einem Siegeswillen, den man sogar am Bildschirm spürt.
The Polomoche war zuletzt zweimal deutlich geschlagen – allerdings in sehr schwierigen Rennen in Cheltenham und Aintree. Trainiert wird der Wallach von Nicky Henderson, der eine fantastische Saison hat. So galoppierten seine Pferde bereits über 1,5 Mio. Pfund Preisgeld ein; zudem gewann Punjabi die Champion Hurdle in Cheltenham.
uknig22 am 19. April 09
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VfL gegen BVB: Von Derbyfieber keine Spur
Lange Warteschlangen an den Kassenhäuschen der altehrwürdigen Kampfbahn Rote Erde - etwas völlig Ungewohntes bei einem Spiel der Regionalligamannschaft von Borussia Dortmund.
Derbyzeit
in Dortmund: Die zweite Mannschaft empfing am Freitag in der Regionalliga West das zweite Team des Erzrivalen FC Schalke 04. Vor über 3600 Zuschauern gewann der BVB-Nachwuchs mit 4:2 (1:2) und übernahm damit die Tabellenführung. Für alle, die mit schwarz-gelb sympathisieren, begann das Wochenende erfolgreich.
Dortmund gegen Schalke – da gehen die Emotionen hoch. Wenn das Revierderby in der Bundesliga auf dem Programm steht, dann wird in den Fanforen heiß diskutiert. Spätestens am Montag vor dem Match beginnt der erste Thread unter dem Titel "Derby-Sieg".
Wenn Borussias erste Mannschaft hingegen in der Nachbarstadt Bochum zum kleinen Revierderby aufläuft, dann bleibt es im Vorfeld eher ruhig. Der kleine Nachbar ist für viele BVB-Fans so interessant wie etwa Bielefeld oder Hannover.
Und auch beim B1-Nachbarn kocht die Stimmung nicht gerade über. Am Freitag waren noch rund 2 000 Stehplatzkarten zu haben, obwohl das Bochumer Stadion nur eine Kapazität von 31 328 Zuschauern hat.
Der VfL hat im Vergleich zu BVB und Schalke keine große Tradition. 1972 schafften die Bochumer erstmalig den Aufstieg in die Bundesliga auf. Lange kämpften sie mit bescheidenen finanziellen Mitteln erfolgreich gegen den Abstieg, der Ausdruck „Unabsteigbar“ wurde ihr Markenzeichen. 1993 war es dann doch so weit, der VfL musste in die zweite Liga. Seitdem geht es stetig auf und ab. Größte Erfolge waren zwei Niederlagen im DFB-Pokalfinale und zwei UEFA-Cup-Teilnahmen.
Und auch in diesem Jahr sah es nach der Hinrunde nicht gut aus. Doch inzwischen hat sich das Team des Schweizer Trainers Marcel Koller gefangen und fünf Punkte Vorsprung auf einen Abstiegsplatz.
Der BVB konnte nach schwachem Beginn in der Rückrunde drei Siege in Folge verbuchen und überzeugte zuletzt auch spielerisch. So langsam träumt man wieder von einem UEFA-Cup-Platz.
Die Bilanz beim kleinen Nachbarn ist allerdings mit nur vier Siegen, 13 Unentschieden und 14 Niederlagen mehr als durchwachsen. Den letzten Sieg gab es 1999; Lars Ricken erzielte das goldene Tor zum 1:0-Erfolg. Danach folgte nur noch Blech: vier Remis und zwei Niederlagen.
uknig22 am 18. April 09
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CL-Halbfinale: Die englische Krankheit
Same procedure as last year? Fast, nur dass im Champions League-Halbfinale 2009 der FC Arsenal den FC Liverpool ersetzt. Geld schießt auch weiterhin die Tore in der europäischen Königsklasse: Drei Vertreter aus der englischen Premiere League, dank Murdochs Fernsehgeld die finanzkräftigste der Welt, und der FC Barcelona aus der spanischen Primera Division stehen in der Vorschlussrunde. Schon jetzt einmal eine Sympathie-Vorschau auf das Halbfinale.
FC Chelsea London gegen FC Barcelona
Der neureiche Emporkömmling aus dem Londoner Westen misst sich mit dem FC Barcelona, alter, aber nicht verarmter, katalanischer Adel. Barca schaffte es, dass ich bei der 0:4-Demütigung des FC Bayern im Viertelfinale zum ersten Mal in meinem Leben Mitleid mit den Münchenern hatte. Messi, Xavi, Iniesta und Co. führten den deutschen Rekordmeister in der ersten Halbzeit auf eine Weise vor, dass sogar Udo Lattek weinte. Und wer den hartgesottenen DSF-Stammtischler zu Tränen zwingt, der hat das Finale verdient.
Chelsea sind hingegen eindeutig die Schurken. Oder wer mag Roman Abramovich und seine Millionen, mit denen der Londoner Club endlich die Nummer 1 in Europa werden soll?
Manchester United - FC Arsenal London
Hier fällt die Wahl schwerer. Arsenal hat derzeit wieder einen guten Lauf, ist seit 17 Spielen ohne Niederlage und besitzt mit Arsene Wenger einen schlauen Manager, der an seine junge Mannschaft glaubt. Arsenal spielt spektakulärer als Manchester United, doch die fehlende Erfahrung könnte entscheidend sein.
Das Beste an Manchester United ist Manager Alex Ferguson. Wenn er Interviews gibt, verstehe ich dank seines schottischen Akzents fast gar nichts. Der knorrige Sir zieht seit 23 Jahren sein Ding bei Manchester United durch und lässt sich auch von Glazers dieser Welt nicht in die Karten schauen. Seine Mannschaft, immerhin Titelverteidiger, entwickelt sich in letzter Zeit aber leider zu absoluten Minimalisten. Auch gegen Porto beschränkte sich United nach der frühen Führung weitgehend auf die Kontrolle des Gegners. So sagt das Herz Arsenal, der Verstand aber Manchester.
Und was lernt die Bundesliga von der Premier League, damit nicht spätestens im Viertelfinale Schluss ist? Eintrittspreise drastisch erhöhen (billigste Karte 30 Euro); weg mit der 18 Uhr-Sportschau, dafür eine Zusammenfassung um Mitternacht am Samstag und mehr Geld aus dem Pay-TV; Spiele auch um 11 und 13 Uhr am Samstag und am Samstag abend....
Es geht nicht mehr und nicht weniger als um die Zukunft des deutschen Fußballs.
uknig22 am 16. April 09
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