Freitag, 27. März 2009
Hattrick in Ascot
Wenn es gut läuft, dann geht alles. Wenn man jedoch verliert, dann kommt es in den letzten Rennen meistens knüppeldick: Das gewettete Pferd liegt sicher in Führung, fällt an der letzten Hürde oder verliert nach Zielfoto. Dieses Wechselspiel zwischen viel Glück und unverschämten Pech kennt jeder Pferdewetter. Bei mir trat heute Variante 1 ein.
Sieben Rennen über Hindernisse standen auf der englischen Nobelbahn in Ascot auf dem Programm. Kein absoluter sportlicher Höhepunkt, dennoch genau das Richtige für einen Freitag. Und da die Veranstaltung in Fontwell nicht zu sehen war und mich die Sandbahn-Flachrennen in Southwell weniger interessierten, blieb zwischendurch genügend Zeit, die Dinge zu erledigen, die die ganze Woche liegen blieben. Weil mein Betfair-Konto noch gut gefüllt war, wettete ich dort Rory Boy (Rennen 3) und South Bank (Rennen 4) auf Sieg.
Die Rennen verfolge ich immer per Livestream bei Racebets. Der Kontostand dort mahnte aber zur Vorsicht, zumal in der nächsten Woche das Aintree-Festival läuft und ich vorher nichts mehr einzahlen will.
Im zweiten Rennen wurde ich jedoch schwach: Muhtenbar lief in einem Jagdrennen für Novices, also für junge Pferde. Die Pferde von Trainerin Henrietta Knight spiele ich gerne über die schweren Sprünge. Zwar brauchen ihre Schützlinge immer etwas Anlaufzeit. Doch gerade zu dieser Zeit sind sie oft in guter Form, immer sehr gut vorbereitet und häufig sehr gute und sichere Springer. Der brave Muhtenbar war da keine Ausnahme, schwebte quasi über die Jagdsprünge und gewann völlig souverän.
Die beiden vorher gewetteten Pferde blieben hingegen erfolglos: Rory Boy schlug sich tapfer, war kanpp geschlagener Zweiter hinter Higgy’s Boy und wiederholte damit seine Placierung aus Newbury, wo ich ihn ebenfalls auf Sieg gespielt hatte. South Bank – wieder aus dem Knight-Stall – blieb hingegen chancenlos im vierten Rennen. In Fontwell gewann mein Mummpferd Hills of Aran das beste Rennen des Tages – nur nicht gewettet, weil es keine Bilder gab.
Was dann aber folgte, wird als „Hattrick von Ascot“ in Erinnerung blieben. In der Veterans Chase siegte Briery Fox nach Kampf. Der Wallach aus dem Stall von Henry Daly ist zwar sehr beständig, aber nicht unbedingt ein Siegertyp. Der letzte Erfolg lag schon zwei Jahre zurück.
Höhepunkt des Tages war der Lauf von Sashenka. Das Rennen für die Nachwuchsjockeys lieferte einen dieser Zieleinläufe, die das Herz richtig laut schlagen lassen - besonders wenn das gewettete Pferd dabei ist. Die Stute läuft ihre Rennen gerne von vorne und war mit dieser Taktik schon einige Male erfolgreich. Doch diesmal dachte ich, dass Jockey Michael Murphy das Tempo zu sehr forciert hatte und spätestens auf der langen Zielgerade in Ascot die Speedpferde kommen und sie überlaufen. Das war auch vor dem letzten Hindernis der Fall, doch wer nun annahm, dass Sashenka geschlagen war, lag falsch. Die kleine Stute kämpfte zurück und zog auf den letzten Metern zum lohnenden Kurs von 80:10 vorbei.
Und wenn es eben läuft, dann läuft es einfach: Mitfavorit Whizzar hatte im Endkampf der Hunter Chase auch noch die Nase vorne.
Fazit: Racebets-Konto gefüllt, Aintree kann kommen.



Donnerstag, 26. März 2009
Brot und Spiele
Die Zeiten sind schlecht. Die täglichen Hiobsbotschaften aus der Wirtschaft schlagen irgendwann auch dem abgebrühtesten Zeitgenossen auf 's Gemüt, jeden Tag zerlegt sich die globalisierte Marktwirtschaft immer mehr. Zum Glück haben sich in der Vergangenheit volkswirtschaftliche Prognosen häufig als Makulatur erwiesen. Und damit ist jetzt Schluss mit der Untergangsstimmung.
Denn es gibt noch die wahren Leidenschaften, die Freude bereiten. Ich mag Galopprennen und Fußball. Und um diese geht es in diesem Blog.
Tierschützer aufgehorcht: In der Pferde-Fraktion interessieren mich besonders englische Hindernisrennen - und da steht in der nächsten Woche das Festival im englischen Aintree mit dem berühmt-berüchtigten Grand National auf dem Programm. Das Rennen sehe ich durchaus kritisch - dazu nächste Woche mehr.
Und fußballerisch muss ich einfach nach jahrelangem passiven Konsum meinen Senf dazugeben. Mein Lieblingsverein kommt im übrigen aus NRW, trägt die Farben schwarz und gelb, spielt im schönsten Stadion der Welt und ist nicht in Lüdenscheid beheimatet. Objektivität ist also gegeben.