Dienstag, 20. November 2012
Perlen des BVB-Merchandising reloaded
Einer der meistgelesenen Artikel dieses Blogs waren die Perlen des BVB-Merchandising. Nichts ist mehr sexy als der Erfolg von gestern und so gibt es jetzt eine Neuauflage, quasi die Perlen des BVB Merchandising reloaded. Immerhin liegen ja mehr als zwei Jahre, zwei Meisterschaften und ein Erfolg im DFB-Pokal zwischen den Texten. „Freude strikt erlaubt“ befiehlt der BVB-Fankatalog 2012/2013 etwas angestrengt. Also entspannen – das sind meine Höhepunkte:

Trikot Heim 2012/2013 „Authentic Erwachsene“
Einmal so schwitzen wie Neven Subotic oder Kevin Großkreutz. Das kann der gemeine BVB-Fan jetzt, in dem er das Original-Trikot des neuen Ausrüsters (der kleine mit dem Raubtier aus Herzogenaurach) erwirbt. Kostet nur schlappe 149,95 Euro, dafür klebt der Hauch der großen Profi-Welt am Körper.

Kappe „Pöhler von Dortmund“
Jürgen Klopp hat sie mit Liebe getragen und bekannt gemacht: Die Pöhler-Kappe. Pöhlen bedeutet nichts anderes als Fußball spielen in der Sprache des Ruhrgebiets.

Frauen Kurzarm-Trikot „Auswärts 2012/2013“
Julia (24, *Name von der Redaktion geändert) hat schon eins: Das Frauen Kurzarm-Trikot im betörenden Schwarz mit markanter gelber Markierung. Evelyn (26, * Name von der Redaktion geändert) besitzt hingegen nur das Kurzamt-Trikot Heim im schlichten Gelb. Das will Evelyn ändern: Jetzt reißen sie mit aller Kraft um den zweiten schwarzen Dress. Evelyn faucht dabei wie ein Puma. Denn beide wissen: Das schwarze Trikot ist viel cooler als das Frauen T-Shirt „BVB“ Begonie. Bleiben sie trotzdem beste Freundinnen?

Wikingerhelm „Emblem“
Der Hingucker beim Stadionbesuch und der Party danach. Schützt vor Bierduschen, Regen und Sonne, kann zudem an Karneval getragen werden.

RuhrGepäck-Umhängetasche „SIP bei Nacht“ groß oder klein
Warum sind diese Taschen so cool? Weil der SIP (Signal Iduna Park, früher Westfalenstadion) drauf ist – schön groß an der Seite.

Super-Fan „Borussia“
Zitat BVB-Fankatalog: „Lustige Fanfigur im Borussen-Outfit, schwingt durch Solarantrieb den Schal über den Kopf, auf Knopfdruck ertönt der Refrain der kultigen Hymne Borussia“ . Ergänzung: Eignet sich besonders im Büro mit Anhängern von Schalke 04 und Bayern München. Aber Vorsicht: Wer damit seinen Chef beeindrucken möchte, sollte vorsichtig sein.

Sound-Badeente „Borussia“
Ein Wannenbad ist doch etwas anderes als so eine schnöde Dusche. Weil man in der Badewanne liegen kann und eine eigene Enten-Armada befehlen kann. Diese sind ein besonderer Knaller, denn sie sind nicht nur in den Farben des Klubs, aus ihnen tönt auch Musik: „Booorusssiaaa“ etwa oder „Ole, hier kommt der BVB“.

Vogelhaus „Mütze & Schal“
Für unsere gefiederten Freunde: Damit sie stilvoll über den Winter kommen. Sieht natürlich auch im eigenen Garten blendend aus.



Donnerstag, 15. November 2012
Dettori, die Drogen und der Rennsport
Es ist zweifellos nicht das Jahr des Lanfranco, besser bekannt als „Frankie“, Dettori. Erst verlor er seinen langjährigen Stalljockey-Posten bei Godolphin und jetzt auch noch dieses Malheur: Der 41jährige Jockey wurde am 16. September in Longchamp positiv auf eine verbotene Substanz gestestet. Genaueres ist noch nicht unbekannt, auch wenn manche Zeitung von Kokain als verbotene Substanz spricht. Dettori will sich erst in der nächsten Woche auf einer Anhörung äußern, erklärte sein Rechtsanwalt. Wenn er für schuldig befunden wird, droht ihm eine weltweite lange Sperre.
Nun könnte es dem gebürtigen Italiener doch eigentlich egal sein: Er befindet sich quasi im Herbst seiner Karriere, hat fast alle wichtigen Rennen der Welt gewonnen, Millionen dabei verdient und ist einer der besten Jockeys der Welt. Eigentlich könnte er doch Schluss machen, ein gemütlicheres Leben führen und sich um seine Kinder kümmern.
Wer allerdings den Dettori der letzten Jahre erlebt hat, der hat von Müdigkeit wenig gespürt. Gut, die Trefferquote ist in diesem Jahr nicht mehr so hoch wie in den Jahren zuvor. Das mag aber auch daran liegen, dass er bei Godolphin nicht mehr automatisch die erste Wahl hatte, sondern Mikael Barzalona und Silvestre da Sousa gleiche Rechte haben. Und jetzt der fehlgeschlagene Test: Das mit dem Wendepunkt der Karriere (Guardian) hat schon seine Richtigkeit.

Moralapostel
Schon wetzen viele die Messer. Natürlich sollten Jockeys keine Drogen nehmen - wie jeder andere Sportler auch. Allerdings gibt es mildernde Umstände: zum Beispiel, dass Jockeys einen Stressjob haben und es ziemlich ungesund ist, wenn sie bei einer Größe von 1,70 Gewichte um die 50 kg auf die Waage bringen müssen und permanent Hunger haben. Noch 'mal: Das ist keine Absolution für etwaiges Fehlverhalten.
Jockeys und Drogen sind kein neues Problem. Gerüchte gibt es viele, konkrete Fälle weniger. 2008 stand der englische Top-Jockey Kieren Fallon 18 Monate am Zaun, weil er Kokain genommen hatte.
Dennoch kein Vergleich zum Profi-Radsport, wo in den letzten Jahren wohl jeder Top-Fahrer verbotene Substanzen nahm. Auch wenn Fallon damals das englische Turfzentrum Newmarket als „hotbed of drug abuse“ bezeichnete.
Das sei aber definitiv nicht so, zitiert der englische Independent Graham Locking, Geistlicher der Rennsport-Gemeinde. Auch in Newmarket sei der Gebrauch von Alkohol und Drogen eher durchschnittlich. „Die große Mehrheit der Leute, die im Rennsport arbeiten, führen normale Leben, arbeiten hart…“, so der Kaplan. Er fordert Fairness gegenüber Newmarkets bekanntestem Einwohner. Locking: „Niemand sollte mit dem Finger auf Frankie Dettori zeigen.“ Aber so sei das mit den Stars: Wenn sie sich als menschlich erwiesen und Fehler machen, werden viele Menschen zu Moralaposteln.



Mittwoch, 14. November 2012
Der frühe Traum vom Profi
Sie haben es geschafft und spielen dort, wo andere von träumen: Ein Portrait der U8 des FC Bayern München, geschrieben von Christian Thiele von der Zeitschrift Nido. Textausschnitt: "Es heißt zum Beispiel, dass man aus einem Dorf nahe Ingolstadt jede Woche vier Mal bestenfalls eine bis anderthalb Stunden nach München zum Training fährt, im schlimmsten Fall quer durchs Land zu Auswärtsspielen und dann wieder zurück nach Hause. Nur für das Fußballkind, da lohnt sich schon ein Diesel. " Sehr einfühlsam geschrieben, sehr lesenswert - diese Reportage über die .Jungtalente des Rekordmeisters. Es gibt ihn also noch, den Qualitäts-Journalismus der etablierten Medien. Und nicht nur Geschichten wie diese.....