Sonntag, 10. Januar 2010
Wieder schlechte Nachrichten aus Afrika
Es sollte ein fröhliches Fußball-Fest werden. Doch der Anschlag auf den Mannschaftsbus Togos, bei dem der Fahrer, der Assistenzarzt und der Pressesprecher des Teams getötet wurden, legt einen düsteren Schatten über den Afrika Cup 2010, der heute in Angola beginnt.
Erst die Afrika-Meisterschaft und dann im Juni die Fußball-WM in Südafrika sollten das Image eines Kontinents verbessern, den viele mit Armut, Hunger, Gewalt und Bürgerkrieg gleichsetzen. Der Anschlag verstärkt das Unbehagen; schon zweifeln manche, ob die Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika sicher sei.
Einen Absage des Afrika-Cups stand allerdings nicht zur Debatte. Die Veranstalter wollen sich nicht der Gewalt beugen und haben die Sicherheitsmaßnahmen verstärkt. Gespielt wird jedenfalls an den vier Standorten – auch in der Exklave Cabinda, wo der Anschlag stattfand.
Nicht dabei ist die Mannschaft aus Togo: Der Präsident des Landes sprach ein Machtwort und beorderte die Mannschaft zurück. Die Spieler wollten ursprünglich antreten.



Samstag, 9. Januar 2010
Nur Daisy stoppt Ffos Las
Schnee und Frost sorgen weiter für Chaos auf der Insel: Auch an diesem Samstag fallen alle Hindernisrennen in England und Irland aus. Pech für die noch relativ neue Bahn im walisischen Ffos Las: Denn mit der Welsh Champion Hurdle und der Tolworth Hurdle (die bereits letzte Woche in Sandown abgesagt wurde und extra nach Ffos Las transferiert wurde) standen zwei absolute Höhepunkte auf dem Programm. Zumindest die Welsh Champion Hurdle könnte am 17. Januar nachgeholt werden, wenn Ffos Las wieder veranstaltet und das Wetter mitspielt.
Ffos was? Das hätte ich bis vor einem Jahr auch noch gesagt. Nur wenige kannten den ländlichen Flecken fünf Meilen nördlich der walisischen Stadt Llanelli. Erst im Juni 2009 war die Eröffnung. Damit war Ffos Las der erste neue Turf-Rennkurs im vereinten Königreich seit 80 Jahren – die Betonung liegt auf Turf, denn der Allwetterkurs in Great Leighs öffnete im April 2008 seine Tore.



Historischer Moment: Das erste Rennen in Ffos Las. Wenn nur diese schauderhafte Musik nicht wäre...

Doch während die Bahn im englischen Essex schon wieder geschlossen ist und für überwiegend negative Schlagzeilen sorgt, bekamen die Waliser vorwiegend gute Kritiken.
Treibende Kraft auch finanziell war Dai Walters, lokaler Geschäftsmann und bekannter Besitzer von National Hunt-Pferden. Betreiber ist Northern Racing, unter anderem Inhaber der Kurse in Brighton, Chepstow, Hereford und Newcastle. 21 Millionen Pfund soll der Kurs gekostet haben.
Offenbar eine gelungene Investition: Schon zum ersten Meeting kamen 10 000 Zuschauer – ausverkauft. Das erste National Hunt-Rennen gewann passend der walisische Trainer Evan Williams mit Plunkett und der stolze Besitzer Hywel Jones, ebenfalls Waliser, sprach von einem „historischen Moment“. Das erste Flachrennen entschied Our Dream Queen aus dem bekannten Quartier von Barry Hills.
28 Renntage wollte Ffos Las 2010 veranstalten, jetzt sind es noch 27. Im August steht ein dreitägiges Festival mit Flachrennen auf dem Programm. Dai Walters träumt im übrigen von Meetings sowohl mit Flach- und Hindernisrennen – so wie beim Galway Festival in Irland.
Flachrennen gibt es natürlich an diesem Wochenende in England: Die Meetings auf den Allwetterbahnen in Kempton und Lingfield finden statt – die Rennen dort sind aber so wenig reizvoll wie ihre deutsche Variante am Sonntag in Neuss.



Donnerstag, 7. Januar 2010
Afrika-Cup 2010: Ein Kontinent hofft


Ab Sonntag blickt die Fußball-Öffentlichkeit zum ersten Mal nach Afrika: Am 10. Januar startet in Angola mit dem Eröffnungsspiel der Gastgeber gegen Mali der 27. Afrika-Cup. Im Juni folgt bekanntlich die Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika.
Für den Kontinent eine große Chance, am Image zu arbeiten. „Die wichtigste Aufgabe wird 2010 sein, das Bild zu ändern, das die Menschen von Afrika haben, wir müssen dem Rest der Welt zeigen, was Afrika kann", zitiert die taz Anthony Baffoe, einst Bundesligaspieler in Köln und Düsseldorf und heute Teammanager Ghanas.
Angola steht im Januar im Blickpunkt des Interesses: eine noch junge Nation, erst 1975 unabhängig geworden und bis 2002 von einem blutigen Bürgerkrieg geplagt. Es grenze fast ein Wunder, schreibt der kicker in seiner Print-Ausgabe vom Montag, „dass die vier Spielstätten in der Hauptstadt Luanda, in Cabinda, in Benguela und Lubango rechtzeitig fertig geworden sind“. Für die Gastgeber ist die Organisation eine Herkules-Aufgabe, aber sie sind optimistisch und hoffen, von der verbesserten Infrastruktur zu profitieren – ähnlich wie Mali, Veranstalter 2002.
Sportlich wird es für Angola, immerhin 2006 in Deutschland bei der WM dabei, schwierig. In der Afrika-Qualifikation scheiterten die „Palanca Negras (Schwarze Antilopen)“ bereits in Runde 2 an Benin. Die Favoriten tragen andere Namen: Da wären zum einen die fünf WM-Teilnehmer Elfenbeinküste, Kamerun, Ghana, Nigeria und Algerien. Ägypten gewann die letzten beiden Turniere, scheiterte in der WM-Qualifikation aber an Algerien. Auch mit Tunesien sollte zu rechnen sein. Für Freunde interessanter Aussenseiter empfehlen sich Mali, Benin und Burkina Faso; drei Nationen, die sich in der WM-Qualifikation ganz achtbar schlugen.

Exodus
Aufschlussreich ist ein Blick in die offizielle Spielerliste: Es gibt eigentlich keine Profiliga in Europa, in denen afrikanische Fußballer nicht am Ball sind. Sie kicken in Moldawien, Bulgarien, Norwegen oder Kroatien, in der zweiten französischen oder zweiten deutschen Liga – aber auch in den Top-Ligen wie die großen Namen Samuel Eto’o (Kamerun/Inter Mailand), Didier Drogba (Elfenbeinküste/Chelsea London), Michael Essien (Ghana/Chelsea London) und Frederic Kanoute (Mali/FC Sevilla), die selbstverständlich bei dieser Prestige-Veranstaltung dabei sind. Aus Deutschlands Profiligen kommen 21 Spieler, darunter vom BVB Mohammed Zidan, der für Ägypten auf Torjagd geht.
Die Liste dokumentiert auch ein großes Problem: Es gibt keine funktionierenden Profiligen (Ausnahme vielleicht Ägypten oder Südafrika) auf dem Kontinent, irgendwann landet fast jeder talentierte Spieler - oftmals mit Hilfe dubioser Berater - in Europa.
Interessant dürfte zudem sein, wie sich das sportliche Niveau entwickelt. Immer wenn ich mir bei den Veranstaltungen zuvor Spiele angeschaut haben, waren das Begegnungen, bei denen sich die Mannschaften taktisch quasi selbst neutralisierten. Nur die oftmals unsicheren Torhüter sorgten für Unterhaltung.
Afrikas Fußball stagniert. Die Prognosen, dass beispielsweise Nigeria oder Kamerun bei einer WM in naher Zukunft ein Finale erreichen werden, erwiesen sich als falsch. Was nicht verwundert: Nigeria hatte zum Beispiel immer wunderbare Fußballer, doch es fehlt einfach an Kontinuität und Strategie. Wer jedes halbe Jahr einen neuen Trainer (am besten irgendeinen Europäer) für viel Geld holt, der nach kurzer Zeit wieder fliegt, darf sich nicht wundern, das sein Team nur aus eitlen, egoistischen Diven besteht. Und auch Shaibu Amodu, einheimischer aktueller Coach der Super Eagles, steht schon wieder zur Diskussion, falls er nicht mindestens das Halbfinale erreicht.
Ein Land fehlt übrigens: WM-Gastgeber Südafrika scheiterte frühzeitig. Wenigstens dort dürfte es drei ruhige Wochen geben.