Um 15:40 deutscher Zeit startet am Samstag auf der Galopprennbahn in Newbury/England der Hennessy Gold Cup, das wichtigste Rennen des Wochenendes. 19 Pferde kämpfen in diesem Jagdrennen über 5 331 Meter um ein Gesamtpreisgeld von 200 000 Pfund. Mit im Feld: der großartige Denman.
Es war vor zwei Jahren in eben diesem Hennessy, als nicht nur mir erst richtig bewusst wurde, was für ein hochklassiges Pferd dieser Sohn von Presenting ist. Der Schützling von Trainer Paul Nicholls war zwar ein Top-Novice, hatte unter anderem in der Sun Alliance Chase in Cheltenham triumphiert. Doch das waren hier die Big Boys, keine Nachwuchssteepler und es war ein Handicap.
Mit dem Höchstgewicht von 75 Kilo ging Denman ins Rennen und ich dachte, das geht nie und nimmer mit diesem hohen Gewicht auf schwerem Boden. Falsch gedacht! Der Wallach bot eine grandiose Leistung, sprang fehlerlos und demoralisierte das Feld mit jedem Sprung immer mehr. Jockey Sam Thomas saß auf der langen Geraden immer noch „wie im Kino" und distanzierte dabei mühelos seine Konkurrenten. Am Ende hatte Denman 12 Längen Vorsprung vor Dream Alliance und Character Building.
Es folgte eine ähnlich großartige Leistung im Cheltenham Gold Cup 2008, als er dem Stallgefährdeten Kauto Star nicht den Hauch einer Chance ließ. Aber dann verletzte sich Denman, zeitweise war sogar seine Karriere als Rennpferd gefährdet.
Doch er kam wieder, lief im 2009er Cheltenham Gold Cup sehr ordentlich, hatte jedoch keine Chance gegen Kauto Star. Vergessen wir mal den letzten Start in Aintree, als Denman auf einer Bahn stürzte, die ihm nicht liegt. Es war bislang der einzige Makel in seiner Laufbahn. Ansonsten liest sich die Bilanz tadellos: 17 Starts, 13 Siege, drei zweite Plätze und dieser eine Sturz.
Und nun wiederholt sich die Geschichte: Im Nicholls-Camp ist man optimistisch, auch wenn Mitbesitzer und Profiwetter Harry Findlay ihn diesmal nicht wettet. Für mich gewinnt Denman sein zweites Hennessy trotz Höchstgewicht, seine Klasse wird sich durchsetzen, auch wenn er vielleicht nicht mehr so gut ist wie in der Saison 2007/08.
Wer sind die Gegner? Barbers Shop aus dem Stall von Nicky Henderson und im Besitz der Queen war im Gold Cup chancenlos gegen Denman. Im Gold Cup tragen allerdings alle Pferde das gleiche Gewicht, jetzt im Handicap hat er natürlich Gewichtsvorteile. Die Henderson-Pferde sind auch ganz gut in Schuss, aber Barbers Shop springt manchmal etwas unsicher und Fehler wird er sich in dieser Prüfung kaum erlauben können.
Noch weniger glaube ich an Killyglen und Denmans-Stallgefährten What a Friend, die beide aus der Novice-Klasse kommen und einen Sprung bewältigen müssen. Ein ähnliches Fragezeichen gilt für Cappa Bleu, im letzten Jahr Gewinner der Foxhunters Chase in Cheltenham.
Mein zweiter Tipp ist daher Gone to Lunch (mögliche Eventualquote 140:10), zweifacher Sieger in Newbury und Zweiter im Scottish Grand National.
Nachtrag 28.11.
Klasse behielt die Oberhand: Mein Tipp Denman hat sein zweites Hennessy gewonnen. Am Anfang hatte ich noch etwas Bammel, weil er da etwas eckig sprang, doch je länger es ging, desto souveräner marschierte der 37:10-Favorit. Eine famose Vorstellung! Nur der Stallgefährte What a Friend tauchte kurz gefährlich aus, doch am Ende war es ein überlegener Sieg.
Er ist keine Schönheit, aber aufgeweicht in viel Milch schmeckt er ganz gut. Der Vollkorn-Weizen-Keks mit dem Namen Weetabix ist die britischste aller Frühstückscerealien und in Deutschland kaum bekannt – außer man war schon mal in England. Und die Werbung ist auch ziemlich britisch, denn es geht auf die Rennbahn. Zu einem Rennen über Hindernisse, die den furchterregenden des Grand Nationals doch ziemlich ähneln.
Der Dank geht an die Userin aus dem Galopperforum, die mich auf diesen Spot brachte.
Jeden Tag kommt etwas mehr an die Oberfläche im Wett- und Manipulationsskandal, der den europäischen Fußball erschüttert. Die europäische Fußball-Union nannte jetzt sieben Partien in der Champions League- und Europa League-Qualifikation, die manipuliert worden sein sollen. Fünf Klubs stehen unter Verdacht: KF Tirana, KS Vllaznia (beide Albanien), FC Dinaburg (Lettland), NK Ljubljana (Slowenien) und Honved Budapest (Ungarn); (Quelle: Süddeutsche Zeitung). Ich habe mir mal die Statistiken der verdächtigen Spiele auf der Homepage der UEFA angeschaut.
• Champions-League-Qualifikation, 2. Runde, 21. Juli 2009: Stabaek IF (Norwegen) – KF Tirana 4:0 (3:0): Nach dem 1:1 im Hinspiel war das Spiel schnell zugunsten der Norweger entschieden: Stabaek führte bereits nach 17 Minuten durch zwei Tore von Segerström (15., 17.). Noch vor der Pause fiel das 3:0 durch Berglund (44.), Farneruds 4:0 nach 55 Minuten war bereits der Entstand. Bei den Albanern sah der eingewechselte Mohellebi die rote Karte, Torschüsse 17:11. Schiedsrichter war Torsten Kinhöfer aus Herne.
• Europa League-Qualifikation, 2. Runde, 16. Juli 2009: Bnei Yehuda Tel Aviv (Israel) – FC Dinaburg 4:0 (2:0): Nach dem Spielticker müssen die Israelis haushoch überlegen gewesen sein. Nur zwei Mal schossen die Spieler aus Dinaburg auf das Tor von Bnei Yehuda. Das 4:0 durch Zhairi fiel in der Nachspielzeit (90. + 3).
• Europa League-Qualifikation, 2. Runde, 23. Juli 2009: FC Dinaburg – Bnei Yehuda Tel Aviv 0:1 (0:1): Auch das Rückspiel zwischen Dinaburg und Bnei Yehuda steht unter Verdacht. Der Spielverlauf ist wenig spektakulär, zumal nach dem 4:0 im Hinspiel die Gäste aus Israel in einer sehr komfortablen Lage waren. Das einzige Tor erzielten die Gäste nach 32 Minuten. Zumindest leisteten die Letten diesmal mehr Gegenwehr, wenn man sich die Zahl der Torschüsse anschaut.
• Europa League-Qualifikation, 2. Runde, 16. Juli 2009: Rapid Wien (Österreich) - KS Vllaznia Shkoder 5:0 (1:0): Offensichtlich eine klare Angelegenheit, die letzten zwei Tore für Rapid fallen in den 83. und 85. Minute. „In Wien hielt der albanische Vizemeister die Partie allerdings lange Zeit offen. Erst nach dem 2:0 durch Nikica Jelavic (68. Minute) brach die Mannschaft auseinander. Am Ende hätte die Niederlage sogar noch höher ausfallen können“, heißt es in diesem Spielbericht.
• Europa League-Qualifikation, 2. Runde, 23. Juli 2009: KS Vllaznia Shkoder – Rapid Wien 0:3 (0:0): Auch das Rückspiel zwischen Vllaznia und Rapid steht unter Beobachtung. Im zweiten Abschnitt entschied Rapid das Spiel durch Tore in der 66., 76. Minute und der Nachspielzeit (90. + 2).
• Europa League-Qualifikation, 3. Runde, 6. August 2009: NK Ljubljana – FC Metalurg Donezk (Ukraine) 0:3 (0:0): Nach dem 0:2 im Hinspiel hatte Ljubljana zumindest auf dem Papier noch Chancen. 0:0 stand es zur Pause, doch dann drehte Donezk auf und gewann noch locker 3:0. Das dritte Tor fiel durch einen Foulelfmeter in der 83. Minute.
• Europa League-Qualifikation, 3. Runde, 30. Juli 2009: Fenerbahce Istanbul (Türkei) – Honved Budapest 5:1 (3:0): Deutliche Angelegenheit für Fenerbahce: Nach 13 Minuten traf Roberto Carlos per Freistoß zum 1:0, dann kam die große Show von Daniel Güiza, der drei Tore erzielte. Alex markierte das 5:0 für das Team von Christoph Daum; Honved konnte nur noch durch Zsolnai (78.) verkürzen. Schiedsrichter war Knut Kircher. Zumindest bei einem Tor (siehe Video) agierte die Budapester Abwehr ziemlich dilettantisch.
Fazit: Fast alles Ergebnisse mit hoher Tordifferenz. Wie allerdings manipuliert wurde, darüber gibt die UEFA bislang noch keine Auskünfte.