Der Galopper der Woche: Sea The Stars
Ehre, wem Ehre gebührt: Unsere beliebte Auszeichnung geht natürlich in dieser Woche an
Sea The Stars, den englischen Derbysieger. Der Hengst, trainiert von John Oxx und im Besitz von Christopher Tsui, schaffte das Double 2000 Guineas und Englisches Derby - etwas, was zuletzt dem großen
Nashwan im Jahr 1989 gelang.
Es war überaus leichter Sieg, denn zum Schluss hatte der irische Hengst eindreiviertel Längen Vorsprung auf die Ballydoyle-Armada
Fame and Glory, Masterofthehorse, Rip Van Winkle und
Golden Sword.
Jockey Mick Kinane hatte Sea The Stars immer relativ prominent hinter den Piloten Golden Sword und
Age of Aquarius placiert. In der Gerade tippte Kinane sein Pferd nur kurz einmal an und schon beschleunigte der Cape Cross-Sohn auf eine Art, wie es nur herausragende Rennpferde können, zog leicht an Golden Sword vorbei und war auch von den gut endeten Fame and Glory und Rip Van Winkle nicht zu gefährden.
Dabei profitierte Sea The Stars aber auch vom mäßigen Tempo, dass die Piloten vorlegten. Denn selbst sein Trainer John Oxx hatte Zweifel, ob der Hengst über das nötige Stehvermögen für die langen 2 400 Meter verfügte. „Die einzige Möglichkeit, wie die anderen (Teilnehmer) Sea The Stars schlagen können, ist, das Rennen zu einem echten Stamina-Test zu machen“, hatte schon vorher Ex-Jockey Kieren Fallon in der
Racing Post analysiert. Fallon muss es wissen: Dreimal gewann er als Jockey das prestigereiche Rennen, mit Kris Kin legte er 2003 den besten Derby-Ritt vor, den ich je gesehen habe. „Wenn das Tempo nicht schnell genug ist, dann gewinnt das Pferd von John Oxx.“ Und genau so kam es dann auch.
Sea The Stars ist ein Halbbruder des überragenden Derbysiegers und Deckhengstes
Galileo sowie des jetzt in Deutschland stehenden Deckhengstes
Black Sam Bellamy. Die Mutter
Urban Sea, in der einiges deutsches Vollblut steckt, gewann einst den Arc. Von dieser Seite war also genügend Stamina vorhanden – das Fragezeichen war die Vaterschaft des Topmeilers Cape Cross.
Nachtrag 11.6: Offensichtlich hat RacingUK sich mit Youtube geeinigt,
hier ist das englische Derby 2009 noch einmal.
Sehr schöne Bilder aus Epsom gibt es zudem bei
Turfcast.
uknig22 am 07. Juni 09
|
Permalink
|
0 Kommentare
|
kommentieren
Black Bear Island für Irland
Das nennt man Pech: Mein Tipp
Midday war knapp geschlagene Zweite in den Investec (um den Sponsor auch einmal zu nennen)
Oaks in Epsom,
Sariska hieß die Siegerin im Klassiker für dreijährige Stuten. Damit wurde es nichts mit dem neunten Oaks-Erfolg für Trainer Henry Cecil - Trainer Michael Bell und Jockey Jamie Spencer hatten etwas dagegen und feierten nach Motivators Derby-Erfolg 2005 jetzt das Epsom-Double. Es gab zwar hinterher eine Untersuchung der Rennleitung, aber bevor auf der Insel jemand aus der Placierung fliegt, muss schon etwas ganz schlimmes passieren. Die Entscheidung der Stewards ist aber nachvollziehbar: Natürlich hat Sariska zu Anfang der Geraden Midday und noch mehr Phillippina, die völlig aus dem Rennen fiel, behindert, rennentscheidend war es aber nicht. Das meinte hinterher auch Middays Jockey Tom Queally. Die Stewards aber verschafften
Jamie Spencer erst einmal zwei Tage Reitpause.
Rein hypothetisch ist meine Meinung, dass Midday, wenn Spencer sie geritten hätte und Queally auf Sariska gewesen wäre, gewonnen hätte. Da mag aber auch Frust dabei sein, weil mein Tipp im letzten Rennen von eben diesem Tom Queally knapp geschlagen wurde.
Dritter wurde die Außenseiterin
High Heeled aus dem Stall von Altmeister Barry Hills, der bislang eine fantastische Saison genießen darf. Vierte wurde
Rainbow View, die überragende Zweijährige des Jahrgangs.
Am Samstag gibt es dann die Mutter aller Derbies. 12 Pferde kommen an den
Start, das Preisgeld beträgt 1,25 Mio. Pfund. Die Chancen stehen gut, dass der Großteil davon nach Irland wandert. Acht der 12 Starter kommen von der grünen Insel, sechs davon sattelt allein Aidan O'Brien. Stalljockey Johnny Murtagh hat sich für Rip Van Winkle entschieden. Die wichtigsten Protagonisten, von denen Freemantle nicht läuft, haben wir
vor kurzem schon vorgestellt, erwähnenswert ist natürlich noch
Crowded House. Der Schützling von Trainer Brian Meehan gewann im Herbst die Racing Post Trophy und stand im Winter an der Spitze des Derby-Wettmarktes. Doch dann kamen die Dante Stakes in York, in denen Crowded House unerklärlich schwach lief und sein Derby-Start erst einmal fraglich war. Natürlich sollte man ein Pferd nach einem schlechten Rennen - siehe Kamsin im letzten deutschen Derby - nicht abschreiben, aber auch die Form aus der Racing Post Trophy wurde nicht unbedingt aufgewertet.
Kite Wood, im letzten Jahr erfolgreich für Michael Jarvis und danach von Godolphin erworben, ist ebenfalls schwer vorstellbar, auch wenn ihn der Newmarket-Korrespondent der Racing Post mangels Alternative tippt.
Die englische Presse nennt
Sea the Stars (5 mal),
Fame and Glory (5 mal) und je einmal
Rip Van Winkle und
Gan Amhras. Mein Tipp lautet
Black Bear Island, auf dem Papier nicht unbedingt die Nummer 1 in der Ballydoyle-Hackordnung, aber ein wirkliches Toppferd fehlt in diesem Jahr bei Aidan O'Brien. Die größten Gegner sind Sea The Stars und Gan Amhras.
uknig22 am 05. Juni 09
|
Permalink
|
0 Kommentare
|
kommentieren
Overdose: Comeback erst in Baden-Baden
Overdose, die noch ungeschlagene ungarische Sprintsensation, wird in diesem Jahr nicht mehr in England laufen, berichtet die
Racing Post. Damit fällt der Auftritt im Darley July Cup (Gr. 1) in Newmarket im Juli aus, nachdem die Fußverletzung schon die beiden Starts in der Royal Ascot-Rennwoche verhinderten.
Overdose habe sich zwar gut von seiner Fußverletzung erholt, erklärte Trainer Sandor Ribarszki. „Dennoch braucht das Pferd viel Zeit und wir sind geduldig."
Overdose soll sein Comeback Ende August in Baden-Baden geben, danach steht weiterhin der Prix de l'Abbaye in Paris-Longchamp auf dem Programm.
uknig22 am 04. Juni 09
|
Permalink
|
0 Kommentare
|
kommentieren
Die Oaks bleiben britisch
Zehn Stuten werden am Freitag in den englischen
Oaks (Gr. II) über weite 2400 Meter auf der Rennbahn in Epsom in die Boxen rücken. Ein Blick auf die chancenreichsten Kandidatinnen.
Midday (Trainer H R A Cecil/Jockey T P Queally), beste Quote 45:10
Wird Midday die neunte Oaks-Siegerin für Trainer Henry Cecil? So schlecht stehen die Chancen nicht: Die Stute gewann hochüberlegen die Oaks Trial Stakes über rund 2300 Meter und hatte mit der Linienführung in Lingfield, die ähnlich wie in Epsom ist, wenig Probleme. Von der Abstammung könnte es einige Fragezeichen im Bereich Stamina geben, weil Vater Oasis Dream ja Sprinter war, doch Midday lief bislang wie ein Pferd, das über den Weg kommt. Ihre Mutter Midsummer war zudem Zweite in dem Rennen in Lingfield, dass die Tochter so überzeugend gewann.
Oh Goodness Me (J S Bolger/ K J Manning), beste Quote 170:10
Dritte auf schwerem Boden in den irischen 1000 Guineas, neunte von 11 im französischen Pendant in Longchamp auf gutem Boden, davor Siegerin auf weichem Boden in einem Gruppe 3-Rennen in The Curragh. Was lernen wir daraus: Je weicher der Boden, desto besser die Chancen für die Galileo-Tochter. Den wird die Stute aber nicht antreffen. Zweijährig schon auf längeren Strecken unterwegs, die Mutter war eine Meilerin von Indian Ridge, Halbbruder Eradicate gewann allerdings über 2 400 Meter.
Perfect Truth (A P O’Brien/ J Murtagh), beste Quote 100:10
Als siegloses Pferd in den Cheshire Oaks mit kurzem Kopf gegen Phillipina erfolgreich, davor aber mit Formen, die nicht ausreichen, um einen Klassiker zu gewinnen. Stehvermögen sollte kein Problem sein.
Phillipina (M Stoute/Ryan Moore), beste Quote 70:10
Soll nach ihrem letzten Start ziemliche Fortschritte gemacht haben und fiel im Wettmarkt. Zuletzt war die Stute Zweite hinter Perfect Truth in Chester und hätte auf einer Bahn mit langer Zielgerade noch gewonnen. Erst dreimal am Start und mit Sicherheit noch steigerungsfähig. Lief auch in Chester wie eine Steherin, mütterlicherseits ist auch viel Ausdauer in der Familie vorhanden. Chancenreiche Außenseiterin, aber so richtig glaube ich nicht daran…
Rainbow View (J H M Gosden/Jimmy Fortune), beste Quote 32:10
Das große Fragezeichen im Rennen, denn zweijährig war Rainbow View die herausragende Stute des Jahrganges und blieb in vier Rennen ungeschlagen. Dann kam die große Ernüchterung, als sie nur Fünfte in den 1000 Guineas war und ziemlich „one-paced“ wirkte. Für Trainer John Gosden war der zu feste Boden verantwortlich für die Niederlage. Ganz leichte Einschränkungen beim Stehvermögen, weil die Familie doch eher gute Meiler produziert.
Sariska (M L W Bell/Jamie Spencer), beste Quote 28:10
Beeindruckende Gewinnerin der Musidora Stakes in York, auch wenn die Zeit etwas langsam war. Sariska sollte zudem von der längeren Strecke in Epsom profitieren, ihre Schwester Gull Wing gewann über 2800 Meter. Die Mutter kam ebenfalls über den Weg, nur der Vater Pivotal war Sprinter.
High Heeled, The Miniver Rose, Tottie und
Wadaat komplettieren das Feld. Am ehesten könnte von diesen Pferden noch High Heeled für eine Überraschung sorgen.
Tipp: Wenn
Rainbow View an ihre Zweijährigen-Formen anknüpfen könnte, wäre die Frage nach der Siegerin leicht beantwortet. Überragende Zweijährige müssen aber nicht unbedingt herausragende Dreijährige sein. Daher ist
Midday mein Tipp: Die Stute kennt die Bahn und gewann danach imponierend in Lingfield.
uknig22 am 04. Juni 09
|
Permalink
|
0 Kommentare
|
kommentieren